6. Februar 2020, 16:32

"DONAURIESig säen" geht in letzte Runde

Extensive artenreiche Wiesen im Landkreis Donau-Ries sind wichtiger Lebensraum und Rückzugsort für viele Insekten und Kleintiere. Bild: Schneller
In Kooperation mit Kommunen, Landwirtschaft und anderen Interessierten möchte der Landschaftspflegeverband Donau-Ries e.V. auch in diesem Jahr wieder Flächen im Landkreis zu blütenreichen Lebensräumen für Insekten aufwerten.

Die Zahlen von Schmetterlingen, Wildbienen, Heuschrecken und Käfer nehmen in unserer Kulturlandschaft rapide ab. Im Rahmen der Initiative „NATÜRLICH BAYERN – insektenreiche Lebensräume“ des Deutschen Verbands für Landschaftspflege soll diesem Trend entgegengewirkt werden. Seit dem offiziellen Startschuss der Initiative im letzten Jahr werden in vielen bayerischen Kommunen in Zusammenarbeit mit den ortsansässigen Landschaftspflegeverbänden bereits Maßnahmen zur Schaffung von insektenreichen Lebensräumen umgesetzt.

Auch der Landschaftspflegeverband Donau-Ries beteiligt sich im Rahmen seines Projektes „DONAURIESig säen – Mit heimischen Saatgut Artenvielfalt erhalten“ an der Initiative. Im letzten Jahr wurden bereits viele Kommunen beraten, wie sie durch einfache Maßnahmen mehr Blüten- und Insektenvielfalt auf öffentlichen Flächen schaffen können. „Meist steckt in unseren Böden noch jede Menge natürliches Samenpotential, so dass bereits durch eine Änderung in der Pflege, zum Beispiel durch eine reduzierte Mahdhäufigkeit blumenreiche Wiesen von selbst entstehen.“ so Michaela Schneller vom Landschaftspflegeverband Donau-Ries. Eine Ansaat mit Saatgut ist laut Landschaftspflegeverband nur nötig, wenn Flächen über Jahre beziehungsweise Jahrzehnte lang intensiv genutzt wurden. Dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass die sich im Boden befindenden Samen heimischer Blumen und Kräuter noch keimen, eher gering. In diesem Fall ist die Ansaat mit blumenreichen Saatgutmischungen die bessere Alternative.

Bei der Wahl des richtigen Saatguts sollte aber unbedingt darauf geachtet werden, ausschließlich Samen gebietseigener Herkünfte zu verwenden (sog. Regiosaatgut). Viele heimische und seltene Insektenarten benötigen ausschließlich heimische Pflanzenarten, weil sie nur dort Nahrung und Lebensraum finden. Mit speziellen Verfahren wie zum Beispiel einem Samensammelgerät gewinnt der Landschaftspflegeverband Donau-Ries Samen sogar direkt aus dem Landkreis Donau-Ries. Dafür sind arten – und blumenreiche Wiesen nötig, die von den Landwirten möglichst extensiv bewirtschaftet werden. In einigen Kommunen wie zum Beispiel in den Gemeinden Ederheim, Deiningen, Maihingen, Oberndorf a. Lech sowie in den Städten Harburg und Oettingen sollen durch die Verwendung von gebietseigenem Saatgut in diesem Jahr blüte– und insektenreiche Flächen entstehen. Auch für private Flächeneigentümer besteht grundsätzlich die Möglichkeit am Projekt teilzunehmen. „Wir prüfen jede Fläche auf ihre Eignung und beraten die Eigentümer, ob eine Aufwertung im Sinne der Insektenfreundlichkeit durch Pflege möglich ist oder eine Ansaat erforderlich ist.“ gibt der Landschaftspflegeverband Donau-Ries bekannt. Das Projekt „DONAURIESig säen“ hat eine Laufzeit bis April 2021. Interessierte sollten sich daher möglichst zeitnah beim Landschaftspflegeverband Donau-Ries melden.

Die Initiative NATÜRLICH BAYERN wird vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz gefördert und ist Teil des Blühpakts Bayern. Für Interessierte steht der Landschaftspflegeverband Donau-Ries e.V. telefonisch unter 09080/7250-373 oder per Mail unter schneller@lpv-don.de gerne zur Verfügung. (pm)