Daheim in Megesheim

Eine Gemeinde, die sich sehen lassen kann

Bild: Manuel Habermeier
Zur Kommunalwahl Anfang März war Megesheim bayernweit in aller Munde. Es war eine von nur drei Gemeinden im Freistaat ohne Bürgermeisterkandidat. Schließlich wurde Ulrich Lechner mit über 65 Prozent der Stimmen gewählt.

Liebenswert ist die Gemeinde, die rund 880 Einwohner*innen zählt und malerisch zwischen der Storchenstadt Oettingen und Fuchsienstadt Wemding liegt. Vor allem der alte Bierkeller hat es dem neuen Bürgermeister angetan. Mittlerweile vom Motorradverein umgebaut bietet der Platz einen schönen Blick über Megesheim. „Das ist für mich mit der schönste Punkt, wo man in Megesheim hingehen kann“, schwärmt Ulrich Lechner von dem Aussichtspunkt.

Aber auch kulturell beeindruckt die Vielfalt im Ort. Dank der Faschingsfreunde Megesheim zählt die Riesgemeinde zu den närrischen Hochburgen in der Region. Dazu kommen neben den üblichen Vereinen wie Freiwillige Feuerwehr oder Gartenbau verein noch zwei Musikvereine, der Motorradverein und nicht zu vergessen der Krater Kulturverein.

Mit ‚Der Krater bebt‘ wird jährlich ein überregional bekanntes Musikfestival organisiert. Ulrich Lechner ist sich daher sicher: „Was bei uns im Dorf alles geboten ist, da kann man sich schon sehen lassen.“

Dazu gibt es 2026 auch noch ein besonderes Jubiläum zu feiern. Die Kirche St. Luzia und St. Ottilien feiert ihr 300-jähriges Bestehen. Grundsätzlich ist die Kirche sogar noch älter. Während Megesheim 893 erstmals urkundlich erwähnt wurde, wurde die Kirche im 12. Jahrhundert geweiht. In ihrer heutigen Form mit Langschiff wacht sie nun seit 300 Jahren mit dem 32 Meter hohen Turm über die Megesheimer.

Als Dank dafür wird die Kirche ein Jahr lang mit verschiedenen Festivitäten geehrt. Unter anderem findet im Mai eine Marienfeier mit dem Chor des Collegium Orientale statt. Dazu kommt noch eine Bergmesse am alten Bierkeller im Juni und eine Heilige Messe mit dem Bischof.

Megesheim wird für die Zukunft fit gemacht

Allerdings machen nicht nur Kultur und Menschen den Ort lebenswert. Auch in die Zukunft wird fleißig investiert. Die Amts zeit von Ulrich Lechner wird hauptsächlich von vier Großprojekten geprägt sein. Im Waldgebiet Sachsenhart sollen mit dem Konzern RWE sechs Windräder bis 2028 errichtet werden – fünf davon auf Privatbesitz, ein Windrad wird auf Gemeindegrund stehen. Die jährliche Pacht stärkt den finanziellen Spielraum der Gemeinde: „Wir sind finanziell gut aufgestellt“, weiß der neue Bürgermeister daher zu berichten.

Dazu wird der Breitbandausbau angegangen. Zwar werde das noch ein bis zwei Jahre dauern, dafür soll dann aber das gesamte Dorf samt der beiden Gemeindeteile Lerchenbühl und Unterappenberg mit schnellem Netz versorgt sein. Und auch in puncto Nahwärme will sich Megesheim zukunftsträchtig auf- stellen. Bis zum Spätsommer will man hier eine Entscheidung treffen. Zu guter Letzt wird der Kindergarten einen kompletten Neubau bekommen.

Neben diesen Großprojekten wartet aber auch viel Alltagsarbeit. So ist aktuell ein Neubaugebiet mit 16 Bauplätzen ausgeschrieben. Die Hälfte sei bereits verkauft, berichtet Ulrich Lechner zufrieden und wagt direkt einen Blick in die Zukunft: „Wahrscheinlich kommt in meiner Amtszeit noch ein neues Baugebiet.“

In der Gegenwart ist also alles wohlgeordnet und für die Zukunft scheint Megesheim gut aufgestellt zu sein.

Redakteur. Unterwegs für blättle und online. Geboren in Augsburg ist er über Freiburg, Wien und München endlich im schönen Donau-Ries angekommen. Hier hat er besonders die Themen Kunst, Kultur, Geschichte und Sport im Blick.

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