Noch wirkt vieles vertraut, doch schon bald sollen die Bagger anrollen und Donauwörth grundlegend verändern. Ein Spatenstich für die Baumaßnahmen für die Landesgartenschau im Jahr 2028 ist im Juli geplant. Wie die Stadt künftig aussehen soll, konnten sich Interessierte nun bei einen Führung über das Gelände genauer vorstellen.
Nachdem eine erste Tour vor wenigen Wochen aufgrund von Regen und Gewitter vorzeitig beendet werden musste, wurde die Führung am Mittwoch bei sommerlich heißen Temperaturen wiederholt. Patrick Wörle, Geschäftsführer der Landesgartenschau Donauwörth 2028 GmbH, führte rund 20 Interessierte durch die verschiedenen Projektbereiche und gab spannende Einblicke in die Planungen.
Promenade bleibt frei zugänglich
Gleich zu Beginn hatte Wörle eine Nachricht, die viele Donauwörther freuen dürfte: Die Promenade bleibt auch während der Landesgartenschau frei zugänglich. Als wichtige Verbindung für Fußgänger und Radfahrer wird sie nicht Teil des eingezäunten Veranstaltungsgeländes sein. Wer die Promenade im Sommer 2028 nutzen möchte, benötigt also kein Eintrittsticket.
Dennoch wird dieser Bereich deutlich aufgewertet. Der Kaibach soll aufgestaut werden und hier eine natürliche Kneippanlage entstehen. Sitzstufen führen künftig direkt ans Wasser, außerdem wird die Brücke am Ochsentörl saniert und sicherer für den Rad- und Fußverkehr gestaltet.
Mehr Freizeitangebote im Heilig-Kreuz-Garten
An der nächsten Station, dem Heilig-Kreuz-Garten, wurde deutlich, wie sehr sich das Areal verändern wird. Neben einer Verlegung des bestehenden Fußwegs sind dort ein Stadtstrand, große Schaukeln sowie eine umfangreiche Sport- und Spiellandschaft geplant. Dazu gehören unter anderem ein Bolzplatz, der im Winter sogar als Eislauffläche genutzt werden kann, ein Streetballfeld, Beachvolleyballplätze, ein Soccer-Court sowie ein Calisthenics-Parcours. Zur Eröffnung der Landesgartenschau soll laut Wörle sogar der österreichische „Ninja Warrior“-Sieger für eine Showeinlage nach Donauwörth kommen.
Überhaupt werde während der 165 Tage Landesgartenschau einiges geboten sein. Zahlreiche Veranstaltungen und Konzerte mit namhaften Künstlern seien geplant. Der Eintritt zu sämtlichen Veranstaltungen sei bereits im Ticketpreis enthalten. „Wir gehen natürlich davon aus, dass sich alle Donauwörther eine Jahreskarte kaufen“, sagt Wörle mit einem Augenzwinkern. Im Vorverkauf soll diese rund 100 Euro kosten.
Vom Heilig-Kreuz-Garten aus soll in Zukunft ein neuer Weg an der historischen Stadtmauer hinauf in die Innenstadt führen. Ein Spielplatz mit dem Thema „Störche“ greift die zahlreichen Storchenhorste rund um das Kloster Heilig Kreuz auf. Zudem soll das ehemalige Pfarramt mit seiner Aussichtsterrasse und Gastronomie zum „Stadtbalkon“ werden.
Wasser und Brücken als zentrale Elemente
Unterhalb des Heilig-Kreuz-Gartens entlang der Wörnitz soll die Natur künftig stärker in den Mittelpunkt rücken. Das Ufer bleibt weitgehend naturbelassen und wird durch einen Aussichtssteg erlebbar gemacht. Ergänzt wird der Bereich durch sogenannte „Schattenhäuschen“ sowie ein „Waldsofa“, die zum Verweilen und Genießen der Flusslandschaft einladen sollen.
Um die Aufenthaltsqualität weiter zu erhöhen, ist dieser Abschnitt künftig als radfreie Zone vorgesehen. Für Radfahrer wird stattdessen eine sichere Alternativroute geschaffen: Über einen neuen Riedsteg führt der Weg durch das Ried und anschließend durch den Heilig-Kreuz-Garten in Richtung Wörnitzsteg.
An der kleinen Wörnitz soll durch ein Pumpen- und Stausystem auch in trockenen Sommern Wasser im Flusslauf gehalten werden. Außerdem sind neue Zugänge zum Wasser geplant.
Ein besonders Augenmerkt liegt auf zwei neuen Brückenbauwerken. Am Donauspitz entsteht eine neue Fußgängerbrücke bis zur Kaibachmündung. Eine weitere Bücke wird den neuen Donau-Park mit dem Zusamweg verbinden.
Aus Parkplatz wird Donau-Park
Auf dem heutigen Schwabenhallen-Areal entsteht der neue Donau-Park. Geplant sind unter anderem ein Wasserspielplatz, ein Tiny-Forest, ein großer Spielplatz zum Thema Luftfahrt, eine Skateanlage, Gastronomieflächen, sowie Ausstellungsflächen der Gartenschau. Ein Teil des Geländes soll später für Geschosswohnungsbau genutzt werden.
Die neue Donaubrücke bezeichnet Wörle als „die schönste Brücke der Region“. Sie führt durch einen kleinen Waldstreifen zum neuen Wohnmobilstellplatz mit Strom-, Wasser- und Sanitäranschlüssen. Ergänzt wird das Areal durch einen Festplatz für Zirkusse, Volksfeste und andere Veranstaltungen sowie zahlreiche Parkmöglichkeiten.
Neue Parkplätze werden geschaffen
Damit war auch eines der Themen angesprochen, das viele Donauwörther besonders interessiert: die Parksituation während und nach der Landesgartenschau. Wörle stellte klar, dass insgesamt mehr Stellplätze geschaffen werden sollen, als durch die Umgestaltung des ehemaligen Schwabenhallenparkplatzes wegfallen. Dieser habe in Spitzenzeiten rund 350 bis 400 belegte Plätze verzeichnet.
Bereits erweitert wurde der Parkplatz gegenüber der Tankstelle an der Dillinger Straße. Zusätzlich plant Airbus 200 bis 300 weitere Stellplätze auf dem Firmengelände und will die Mitarbeiterparkplätze an Wochenenden und Feiertagen für Besucher der Landesgartenschau zur Verfügung stellen. Auch die Fläche beim TKSV-Vereinsheim soll ausgebaut werden. Ein neues Parkleitsystem soll zudem helfen, den Parksuchverkehr in der Stadt zu reduzieren.