Debatte

Windpark bei Harburg: Märker wirbt für Grünen Strom

Die Bildmontage zeigt den Blick aus der Mündlinger Straße in Harburg auf die möglichen Windräder (im Hintergrund). Bild: Stadt Harburg
Bei einer Informationsveranstaltung am Dienstag will die Stadt Harburg über die geplanten Windkraftanlagen informieren und Fragen der Bürger beantworten. Auch Märker-Geschäftsführer Maximilian Graf Pückler-Märker wird für das Projekt werben und erläutern, warum Windenergie für die Klimaziele und die künftige Stromversorgung des Zementwerks eine wichtige Rolle spielt.

Bürgermeister Christoph Schmid will am kommenden Dienstag, 9. Juni, um 19 Uhr im Rahmen einer Informationsveranstaltung in der Wönitzhalle zum geplanten Windpark aufklären. Interessierte können sich dann über die Kriterien der Gebietswahl, die arteschschutzrechtliche Prüfung, die Immissionen und eine mögliche Form der Bürgerbeteiligung informieren. Vor allem will die Stadt versuchen, Bedenken der Bürger und Bürgerinnen auszuräumen bzw. diese in die Planungen einzubinden. 

Neben dem Bund Naturschutz hat auch Maximilian Graf Pückler-Märker, geschäftsführender Gesellschafter der Märker Gruppe sein Kommen zugesagt. Von sechs möglichen Windrädern im Harburger Stadtgebiet will die Stadt selbst eines bauen. Zwei weitere sollen auf Grundstücken des Hauses Oettingen-Wallerstein gebaut werden. Insgesamt drei Windräder möchte die Firma Märker errichten – denn das Zementwerk will auf Windenergie setzen und damit sein Ziel der Klimaneutralität erreichen. 

Zementwerk braucht jährlich so viel Strom wie 30.000 Haushalte

Das Werk zählt zu den sogenannten energieintensiven Unternehmen: Zum einen müssen die Rohstoffe für die Zementherstellung bei über 1.400 Grad Celsius gebrannt werden, zum anderen wird viel Strom für das Mahlen des Zements benötigt. 

„Wir verbrauchen jährlich über 100 Gigawattstunden Strom – so viel wie fast 30.000 Haushalte“, so Graf Pückler-Märker. Zwar verfolge man bereits umfangreiche Maßnahmen zur CO2-Reduktion, darunter auch den Bau eines emissionsärmeren Ofens vor wenigen Jahren, der eines der größten Investitionen der Firmengeschichte war. Das allein reiche allerdings noch nicht aus, so der Geschäftsführer. Das Unternehmen möchte künftig mehr auf die Elektrifizierung seiner Prozesse setzen – der Strombedarf wird dann noch weiter steigen. „Ein Windpark in der Region könnte einen großen Teil des benötigten Stroms sauber und zuverlässig liefern. Er hilft, den steigenden Strombedarf klimafreundlich sowie regional zu decken“, erklärt Graf Pückler-Märker. 

Welche Rolle der Windpark für die Klimaziele seines Unternehmens spielt, wird der Märker-Geschäftsführer auch bei der Infoveranstaltung am Dienstag darlegen. Bei aller Bedeutung des Projekts möchte er jedoch auch auf die Kritikpunkte eingehen. „Ich weiß, dass viele sich fragen, was die Anlagen für die Natur, das Landschaftsbild und für den Lärmpegel bedeuten“, sagt er. 

Vertreter der Bürgerinitiative kommen zur Infoveranstaltung

Wie berichtet, waren in Harburg im April Flyer im Umlauf. Eine Bürgerversammlung machte auf den Flugblättern mit einem von der KI erstellten Bild Stimmung gegen den Windpark. Gezeigt wurden die Harburg und sechs überproportional große Windkraftanlagen auf dem Galgenberg. Bürgermeister Christoph Schmidt stellte daraufhin klar, dass das Foto in „keiner Weise den tatsächlichen Überlegungen entspricht.“ Eine Bildmontage, die die Stadt selbst erstellen ließ, zeigt hingegen den geplanten Standort und die Größe der möglichen Windräder. 

Wie die Stadt nun über ihre Website und Social-Media-Kanäle mitteilt, haben auch die Vertreter der bislang anonymen Bürgerinitiative ihr Kommen zur Infoveranstaltung angekündigt. 

Maximilian Graf Pückler-Märker kann die Kritik und die Sorgen der Menschen nur in Teilen nachvollziehen. Den Bedenkenträgern antwortet er: „Wir brauchen Energie, alle. Wir als Zementhersteller etwas mehr als andere. Aber nicht zuletzt die aktuelle geopolitische Energieunsicherheit, zeigt uns doch, dass wir nicht länger in diesem Ausmaß von Energieimporten abhängig sein sollten. Deutschlands Wohlstand gründet auf seiner Industrie. Wir brauchen Strom, die Atomkraftwerke sind endgültig abgeschaltet, es ist überhaupt keine Frage, ob wir Windräder wollen, wir brauchen sie.“ (mk/ms)

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