Die katholische Fachschule für Dorfhelferinnen unter der Trägerschaft der Katholischen Dorfhelferinnen und Betriebshelfer in Bayern und der Stiftung Sankt Johannes feierten gemeinsam den Abschluss des 72. Jahrgangs der Dorfhelferinnen.
„Ob im Haus oder im Stoi, mia helfen überoi“ – So lauter das Motto des 72. Abschlussjahrgangs Bei perfektem Sommerwetter fanden die Feierlichkeiten für die zwölf Absolventinnen in der Stiftung Sankt Johannes in Marxheim statt, die seit 2003 den theoretischen Teil der Fortbildung zur Dorfhelferin im stiftungseigenen Bildungszentrum für soziale Berufe in Neuburg an der Donau erfolgreich durchführt.
Um 10:00 Uhr startete der festliche Gottesdienst in der Kirche der Stiftung, zelebriert von Dr. Andreas Magg (Landes-Caritasdirektor Bayern) zusammen mit Konzelebrant Pfarrer Franz Walden (Landvolk-Seelsorger Bayern). Die Absolventinnen gestalteten viele Passagen der Messe, musikalisch begleitet von Maria Stöckl, aktiv mit. Die individuelle Segnung jeder Dorfhelferin zum Abschluss bildete eine besondere, emotionale Note.
Eine Arbeit, die Spuren hinterlassen wird
Im Innenhof des Schlosses der Stiftung fand dann der Festakt mit Grußworten, Zeugnisübergabe und Ehrungen statt. Nach der Begrüßung durch Doreen Paus (Vorstand Stiftung Sankt Johannes) folgten die lobenden Grußworte von Irmgard Posch (Bezirksbäuerin OBB) und Martin Stegmair (stellv. Landrat Donau-Ries). Der stimmungsvollen Festrede von Maria Stöckl (Geschäftsführerin KDBH / Bayern) folgten dann Zeugnisverleihung sowie Auszeichnung der Jahrgangsbesten und der besten Facharbeit.
Irina Grimm (Schulleiterin Bildungszentrum) führte durch die Veranstaltung und bedankte sich bei allen Beteiligten, die zum Gelingen dieser besonderen Weiterbildung beitragen. Abschließend wurde Anni Stöckl für ihre besonderen und langjährigen Verdienste um die Dorfhilfe geehrt. Die Dorfhelferinnen werden nun mit ihrem erlernten Wissen auf den bayrischen Höfen dort unterstützen, wo die Landwirtin ausfällt. Neben hauswirtschaftlichen Kompetenzen, können sie auch im Stall, auf dem Feld und in der Kinderbetreuung helfen. So betonte Bezirksbäuerin Irmgard Posch: „Eure Arbeit wird Spuren hinterlassen, vielleicht nicht immer laut, aber dafür nachhaltig!“
Eine breite Ausbildung mit hoher Qualifikation
Mit dem erworbenen Abschluss zur Dorfhelferin erhalten die Absolventinnen zusätzlich die Hochschulreife. Seit 1956 hat die Fortbildung zur Dorfhelferin eine lange Tradition. Mit der Übernahme durch das Bildungszentrum Neuburg im Jahr 2003 wurde die Bildungslandschaft des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen um eine zweite Fachschule erweitert. Bis heute wurden in Neuburg mehr als 340 Dorfhelferinnen ausgebildet.
Die Fortbildung zur Dorfhelferin ist umfassend und anspruchsvoll: Sie beinhaltet eine abgeschlossene Ausbildung als Hauswirtschafterin, zwei Semester an der Landwirtschaftlichen Fachschule in Pfaffenhofen sowie neun Monate an der Katholischen Fachschule für Dorfhelferinnen in Neuburg. Die Dorfhelferinnen sind vielseitig qualifiziert und in der Lage, landwirtschaftliche Betriebe in Notfällen zu unterstützen, wobei sie über hohe landwirtschaftlich-hauswirtschaftliche, pädagogisch-erzieherische und soziale Kompetenzen verfügen. (dra)