Einige neue Wohnhäuser stehen bereits, andere befinden sich derzeit im Bau. Noch braucht es allerdings etwas Fantasie, um sich vorzustellen, dass hier ein neues Stadtviertel für rund 2.000 Menschen entstehen soll. Im Alfred-Delp-Quartier sind Geschosswohnungsbau, Mehrfamilien- und Einfamilienhäuser ebenso vorgesehen wie Grünflächen, Spielplätze und Aufenthaltsmöglichkeiten. Ein Großteil dieser Freianlagen wird im Rahmen der Landesgartenschau 2028 realisiert.
Insgesamt entstehen in Donauwörth rund 27 Hektar neue Park- und Grünflächen - das entspricht etwa 38 Fußballfelder. Damit ist die Fläche sogar größer als die gesamte Altstadt.
Mehr als 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten am Mittwochabend die Gelegenheit, sich bei einer Führung durch das Alfred-Delp-Quartier einen Eindruck vom aktuellen Stand der Planungen zu verschaffen.
So soll die Parkstadt erreichbar werden
Eine Seilbahn ist zwar noch nicht endgültig vom Tisch, könne derzeit aus rechtlichen Gründen nicht umgesetzt werden. Stattdessen ist ein neuer Rad- und Fußweg geplant, der sich in mehreren Serpentinen oberhalb des Schneegartens den Hang hinaufzieht. Über eine neue Fuß- und Radwegbrücke über die Bundesstraße 2 gelange Besucher zur sogenannten Sternschanze und von dort weiter ins neue Quartier.
Auch beim Thema Mobilität wird weiter gedacht: Neben einer Anbindung durch den Stadtbus wird sogar über den Einsatz autonomer Busse während der Landesgartenschau nachgedacht.
Größte Parkanlage entsteht im Süden
Der südliche Bereich des Quartiers wird künftig die größte Grünanlage des neuen Stadtviertels. Auf dem ehemaligen Kasernenareal sollen bereits in wenigen Wochen die ersten Bagger anrollen. Dann beginnen der Wegebau und Modellierungsarbeiten - der Zeitplan bis zu Eröffnung der Landesgartenschau im April 2028 ist bekanntlich straff.
Im südlichen Park entstehen unter anderem Spielplätze, eine Boulebahn, Abenteuerspielanlagen, eine große Hollywoodschaukel für Kinder und Erwachsene sowie zahlreiche Sitz- und Liegeflächen Mehrere zwischen 50 und 150 Zentimeter tiefe, mit Gras bewachsene Flutmulden sollen der Rückhaltung von Regenwasser dienen. Die beiden sogenannten „Grünen Fugen“ entlang des Dr.-Alfred-Böswald-Rings und der Josef-Blank-Straße dienen ebenfalls der Regenwasserrückhaltung.
Die Planer sehen außerdem einen Themenspielplatz zum Thema "Meteoriteneinschlag" vor. Insgesamt sollen bei der Gestaltung der Spielplätze die Donauwörther Grundschulkinder mitentscheiden und ihre Wünsche für Spielangebote einbringen. Ebenfalls Teil der südlichen Parkanlage wird ein Aussichtsturm sein, der einen weiten Blick über das Donautal ermöglicht. Im unteren Bereich ist eine Spiel- und Kletterlandschaft für Kinder vorgesehen.
"Bastion" im Norden des Alfred-Delp-Quartiers
Auch im nördlichen Parkbereich entstehen neue Aufenthaltsfläche. Mit der "Bastion" nördlich der Ilse-Seeliger-Straße greifen die Landschaftsarchitekten Brugger die Bedeutung der früheren Schanzenanlage auf. Geplant sind Aussichtsplattformen, Sitzgelegenheiten und sogar eine Fläche für Open-Air-Kinoveranstaltung.
Nicht alles bleibt während der Landesgartenschau frei zugänglich
Patrick Wörle, Geschäftsführer der Landesgartenschau Donauwörth GmbH, machte während der Führung deutlich, das bestimmt Wege und Anlagen - darunter auch die neue Fuß- und Radwegbrücke über die B2 - während der Landesgartenschau eingezäunt werden und nur mit einer gültigen Eintrittskarte genutzt werden können.
Der Hintergrund ist finanzieller Natur. Das gesamte Investitionsvolumen der Landesgartenschau beläuft sich auf rund 67 Millionen Euro. 75 Prozent der Kosten werden durch staatliche Fördermittel getragen. Ein weiterer Teil soll über Eintrittsgelder refinanziert werden.
Eine Dauerkarte soll zwischen 100 und 120 Euro kosten, so Wörle. Bereits am Herbst 2027 sollen vergünstige Tickets im Vorverkauf mit circa 30 Prozent Rabatt erhältlich sein. Die Jahreskarte berechtigt dann zum Besuch an allen 165 Tagen der Landesgartenschau. Inbegriffen sind auch mehr als 3000 Veranstaltungen, darunter rund 30 Abendveranstaltungen mit teilweise bekannten Künstlern.
Baustellenfest vor Sperrung des Geländes
Im Herbst 2027 ist außerdem ein großes Baustellenfest geplant. Anschließend werden sowohl die Parkanlagen im Alfred-Delp-Quartier als auch die Veranstaltungsflächen in der Altstadt für die Öffentlichkeit gesperrt. Schließlich soll bis April 2028 ein großer Überraschungseffekt erhalten bleiben, wenn Besucher die Landesgartenschau erstmals betreten.