Basketball-Bundesliga

Angels unterliegen dem Meister nach aufopferungsvollem Kampf

Bild: Michael Soller
Über drei Viertel hinweg hielten die Eigner Angels Nördlingen beim Deutschen Meister stark dagegen und lagen lange Zeit sogar in Führung. Am Ende steht allerdings eine recht klare 60:82-Niederlage.

Am Ende jedoch machte sich die noch immer angespannte personelle Lage bemerkbar: Die Rieserinnen mussten sich mit 60:82 geschlagen geben – ein Ergebnis, das den Spielverlauf nur unzureichend widerspiegelt. Zu Beginn der Partie in der Dietlinger Speiterhalle taten sich beide Teams offensiv schwer. Punkte waren Mangelware und mussten auf beiden Seiten hart erarbeitet werden. Die Nördlingerinnen zeigten sich dabei mutig, suchten immer wieder den Zug zum Korb und setzten sich früh leicht ab. Trotz körperlicher Unterlegenheit und eines ausgedünnten Kaders – Nicole Fransson konnte noch immer nicht mitwirken – hielten die Angels dem physischen Spiel der Gastgeberinnen stand und entschieden das erste Viertel mit 17:15 für sich.

Ausgeglichener Spielstand zur Pause

Dass die Angels auch mit Spitzenteams der Liga mithalten können, haben sie in dieser Saison bereits mehrfach bewiesen – und auch gegen Keltern bestätigten sie dies eindrucksvoll. Mitte des zweiten Viertels erhöhte der Titelverteidiger allerdings das Tempo, verschärfte den defensiven Druck und fand offensiv besser in den Rhythmus. 

Laura Schinkel musste nach ihrem dritten Foul zunächst auf der Bank Platz nehmen, Sam Ashby wurde eng verteidigt und weitgehend aus dem Spiel genommen. Umso bemerkenswerter war es, dass andere Nördlingerinnen Verantwortung übernahmen, die sich bis zur Halbzeitpause alle Spielerinnen in die Punkteliste eintrugen – der verdiente Lohn war ein ausgeglichener Spielstand zur Pause.

Mit viel Energie kamen die Angels aus der Kabine. Drei erfolgreiche Distanzwürfe von Ashby und Kucowski sowie mehrere beeindruckende Full-Court-Sprints von Haslé-Lagemann sorgten plötzlich für eine Sieben-Punkte-Führung der Gäste. Kurzzeitig lag die Sensation in der Luft: Sollte den Angels tatsächlich der erste Auswärtssieg in Keltern überhaupt gelingen? Der Deutsche Meister fing sich jedoch wieder, zwang Nördlingen zu einigen unnötigen Ballverlusten, ging aber dennoch mit einem knappen Rückstand ins Schlussviertel.

Partie kippt im letzten Viertel

Dort kippte die Partie dann schnell. Keltern glich nicht nur aus, sondern traf plötzlich alles von außen – fünf offene Dreier in Serie ließen den Tabellenführer davoneilen. Bei den nur sieben einsatzfähigen Angels schwanden zusehends die Kräfte. Schlechte Entscheidungen und Turnover führten zu einfachen Punkten für die Gastgeberinnen, während auf der anderen Seite selbst vermeintlich sichere Korbleger nicht mehr fallen wollten – ein klares Zeichen der Erschöpfung.

Trotz eines leidenschaftlichen und aufopferungsvollen Auftritts mussten die Nördlingerinnen die Heimreise ohne Zählbares antreten. Das deutliche Endergebnis wird der starken Leistung über weite Strecken jedoch nicht gerecht. Mit erhobenem Haupt richten die Angels den Blick nun nach vorne: Am kommenden Samstag empfangen sie den Herner TC in der Hermann-Keßler-Halle. Gegen den aktuellen Neuntplatzierten, dem man zum Saisonauftakt nur knapp unterlag, zählt ein Sieg – denn damit würde sich das Tor zur erneuten Playoff-Teilnahme weit öffnen.

Für die Angels spielten:
Pauline Mayer (5), Laura Schinkel (6), Chanel Ndi (7), Jana Koch (8), Mariam Haslé-Lagemann (13), Natalie Kucowski (13), Sam Ashby (8)

Bei Keltern überzeugten:
Alex Wilke (18), Alex Kiss-Rusk (18), Maud Huijbens (16) (dra)