„Unsere Stadt steht vor der Herausforderung, die Bedürfnisse aller Bevölkerungsgruppen zu berücksichtigen und gemeinsam eine lebenswerte Zukunft zu gestalten“, so Ortssprecherin und Stadtrats-Spitzenkandidatin Sigrun Wagner. Doch bisher fehle es an einer zentralen Koordination, die diese Vielfalt zusammenbringt und nachhaltige Strukturen schafft.
Quartiersmanagement bedeutet, die verschiedenen Bevölkerungsgruppen unabhängig von Alter, Herkunft oder sozialem Hintergrund gleichberechtigt und aktiv einzubinden und ihre Interessen zu vernetzen. Es geht darum, die Stadt für alle zu einem „Guten Ort“ zu machen: durch gezielte Jugendarbeit, Angebote für Senioren, Schaffen von Treffpunkten in den Vierteln und Stadtteilen, Inklusion und Integration. „In Nördlingen gibt es derzeit keine Institution, die diese koordinierende Rolle für alle Stadtbewohner und Bewohnerinnen übernimmt“, so die einhellige Meinung der Teilnehmenden.
Ein zentrales Anliegen ist es, ein „Wir-Gefühl“ zu schaffen – eine Identität, die alle Stadtteile verbindet. Identitätsstiftende Events, die Begegnung und Austausch fördern, sind dafür unverzichtbar. Doch solche Veranstaltungen erfordern professionelle Planung und Ressourcen, die ehrenamtliches Engagement allein nicht leisten kann. „Es braucht jemanden, der diese Prozesse steuert und langfristig begleitet“, betonten die Diskutierenden. Nur so können alle Bürger und Bürgerinnen das Gefühl entwickeln, Teil eines gemeinsamen Ganzen zu sein.
Ein weiteres drängendes Problem ist der Mangel an Begegnungsstätten. „Wo sollen sich Menschen treffen, wenn es immer weniger Dorfwirtschaften, immer weniger Räume gibt, die Begegnung ermöglichen?“, fragte sich Stadtratskandidat Reinhard Neff. Solche Orte seien essenziell, um den sozialen Zusammenhalt zu stärken und das Zusammenleben zu bereichern. Sie böten die Möglichkeit, sich auszutauschen, gemeinsam Projekte zu entwickeln und das Gefühl von Zugehörigkeit zu fördern. "Mit einem starken Quartiersmanagement wollen wir in Nördlingen das Auseinanderdriften der Gesellschaft umkehren und stattdessen Räume schaffen, in denen Gemeinschaft gelebt wird. Dieses Ziel wird uns in den nächsten sechs Jahren als Leitfaden für unsere Arbeit im neuen Stadtrat begleiten." (dra)