„An Ostern fliegen die Glocken nach Rom!“ In den katholischen Gemeinden im Donau-Ries beschreibt dieses geflügelte Wort das Schweigen der Glocken über Ostern – genauer gesagt vom Gloria am Gründonnerstag bis zum Gloria der Osternacht. Damit wird an Jesus Christus und dessen Tod gedacht. Um in dieser Zeit trotzdem zum Gebet zu läuten oder die Messe anzukündigen, laufen in zahlreichen Gemeinden Kinder und Ministranten durch die Straßen und machen mit ihren Rätschen Krach.
Wie Dekan Jürgen Eichler von der Pfarrei Wallerstein: St. Alban erklärt, wird dieser Brauch noch in drei Orten seines Einzugsgebiets gelebt: Birkhausen, Maihingen und Hochaltingen. „In jedem Dorf wird das Rätschen unterschiedlich ausgelebt“, weiß Dekan Eichler. Manchmal werde das Rätschen nur vor dem Gottesdienst am Freitag zelebriert, manchmal aber auch noch dreimal am Tag.
Doch egal, wie der Brauch, der typisch für die katholischen Gebiete im Donau-Ries ist, ausgelebt wird, ist er ein schönes Zeichen, dass dies besondere Tage sind. Und „den Kindern und Ministranten macht es natürlich einen großen Spaß, durch die Straßen zu laufen und Krach zu machen“, beschreibt Eichler den Reiz des Brauchs.
Die große Rätschaktion 2026
Doch nicht nur an den Ostertagen selbst steht das Rätschen im Fokus. Auch in diesem Jahr wird der Brauch von einer Rätschaktion begleitet. Im vergangenen Jahr haben 30 Ministrantengruppen über 12 000 Euro für den guten Zweck gesammelt.
In diesem Jahr hat sich sogar der Augsburger Bischof Dr. Betram Meier zur Auftaktveranstaltung am 30. März in Birkhausen angekündigt. Gemeinsam wird dort die diesjährige Rätschaktion mit einem Gottesdienst sowie einem Programm und Angeboten rund um das Spendenprojekt eröffnet.