19. März 2019, 12:49

Hausaufgaben von der Regierung

Das Albrecht-Ernst-Gymnasium in Oettingen hat erheblichen Raumbedarf. Bild: Yvonne Adam
Wieder einmal beschäftigte die Mitglieder des Bauausschusses und des Kreisausschusses das Thema AEG. In der Sitzung am Dienstag wurde über eine weitere Planungsvariante diskutiert.

Seit heute steht offiziell fest, der Zuschussantrag für die geplanten Baumaßnahmen am Albrecht-Ernst-Gymnasium in Oettingen kann nicht, wie bislang erhofft, im September eingereicht werden. In einem Gespräch mit der Regierung von Schwaben wurde deutlich, dass das eigentliche Bauvorhaben abermals geprüft werden muss. Variante 2, die einen Abriss des erst vor knapp 10 Jahren errichteten naturwissenschaftlichen Trakts des AEG beinhaltet, muss auf seine Wirtschaftlichkeit geprüft werden. Die Konsequenzen, falls das Bauvorhaben nicht wirtschaftlich genug sei, wären immens. Rund 300.000 Euro müsste der Landkreis voraussichtlich an die Regierung von Schwaben zurückzahlen. Landrat Stefan Rößle befürchtet außerdem weitere Folgen: „Sollten wir die Wirtschaftlichkeit nicht nachweisen können, wäre es möglich, dass wir für die Neubaumaßnahme den Zuschuss in Höhe von 1,3 Millionen Euro nicht erhalten.“ Daher sei es laut Rößle unabdingbar, die Varianten zu prüfen und aufzuzeigen, welche Bauvariante am wirtschaftlichsten sei.

Keine Ideallösung für das AEG 

Joachim Aurnhammer, Leiter des Hochbauamts des Landkreises Donau-Ries, stellte den Mitgliedern am Dienstagvormittag eine weitere alternative Planungsmöglichkeit vor. Bereits im Dezember des vergangenen Jahres wurden mehrere Varianten vorgestellt. Der Vorschlag der Verwaltung und der Architekten beruhe darauf, das Bestandsgebäude der Naturwissenschaften zu belassen. Geplant sei bei dieser Variante ein zweigeschossiger Satelittenbau im Bereich der Parkflächen südlich der Turnhalle. Laut Aurnhammer liegen die Vorteile auf der Hand: „Der Satelittenbau kann an diesem Standort relativ frei geplant werden.“ Außerdem bleibe das erst erbaute naturwissenschaftliche Gebäude erhalten und die Fördermittel in Höhe von 1,3 Millionen seien nicht in Gefahr. Der Standort der künftigen Parkplätze hingegen sei noch fraglich. 

„Eine ideale Lösung gibt es hier nicht“, erklärte Landrat Stefan Rößle und fügte weiter an: „Es ist ein sehr komplexes Projekt. Es kommt nun darauf an, die Varianten ordentlich zu prüfen.“ 

Auch die CSU/AL JB Fraktion plädierte für eine Prüfung der beiden Varianten. „Wir müssen nun mit der Rückkehr des G9 und des resultierenden höheren Raumbedarfs klar kommen. Dafür kann niemand etwas, wir müssen uns diesen neuen Überlegungen stellen. Die Regierung von Schwaben hat uns hier Hausaufgaben mitgegeben, was die Förderung angeht“, so Peter Schiele. 

Ursula Straka, SPD, hingegen zeigte sich über die Variante zur Erhaltung des naturwissenschaftlichen Gebäudes unzufrieden: „Diese Variante scheint mir eine Variante zu sein, die auf die schulischen Bedürfnisse am wenigsten eingeht, aber den baurechtlichen Problemen aus dem Weg geht.“ Dr. Andreas Becker, ÖDP, stellte klar: "Wir alle hätten gerne Variante 2, möchten trotzdem nicht auf die Fördermittel verzichten."  

Die Mitglieder stimmten im Anschluss für die Prüfung beider Varianten.