9. Dezember 2016, 13:43

Das Bürgerspital soll neu gebaut werden

Heute leben Senioren in unmittelbare Nähe vom Rathaus. Wohin das neue Spital kommen wird, ist noch unklar. Bild: Mara Kutzner
Das Donauwörther Bürgerspital wird neu gebaut. Ein Grund für den Neubau sind höhere Anforderungen des Bayerischen Pflege- und Wohnqualitätsgesetzes. Eine Generalsanierung kommt nicht in Frage, denn dadurch gingen Pflegeplätze verloren. 
Donauwörth - Eine Ausführungsanordung zum Bayerischen Pflege- und Wohnqualitätsgesetz (PfleWoQ) bringt Pflegeheime in Not. Als vor fünf Jahren die Anordnung in Kraft trat, wurden darin höhere Standards für Seniorenheime festgelegt. Es geht um bauliche Mindestanforderungen wie Zimmergrößen, Ausstattung und Barrierefreiheit. Gerade viele ältere Häuser können diesen Standards nicht gerecht werden. Auch das Donauwörther Bürgerspital ist nicht gemäß den neuen Anforderungen ausgestattet. Auch auf neue Herausforderungen, wie die steigende Zahl an alten Menschen, mehr Demenzkranke und der Bedarf an palliativen Einrichtungen kann das Bürgerspital derzeit kaum reagieren
Die Stadt Donauwörth sieht nun Handlungsbedarf. Eine Generalsanierung kommt für den Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Donauwörth aber nicht in Frage. Zwar wurde geprüft, in wie weit man sanieren und modernisieren könnte, das Ergebnis aber ernüchtern. Eine Generalsanierung wäre nicht wirtschaftlich. Durch die Umbaumaßnahmen gingen etwa 10 Zimmer verloren, so dass das Bürgerspital anstatt 78 Plätze nur noch 68 Plätze hätte. Ein Seniorenheim sei erst mit einer Mindestgröße von 80 Pflegeplätzen wirtschaftlich, stellte Heiner Kopriwa (SPD) bei einem Pressegespräch am Freitagmittag klar. Oberbürgermeister Armin Neudert (CSU) befürchtet außerdem, dass ein Umbau Einschränkungen für die Bewohner des Spitals zur Folge hätte. Auf eine Containerlösung während Umbauarbeiten wolle man verzichten.
Nur durch einen Neubau könne man den Anforderungen im PfleWoQ gerecht werden. Angehörige der Bewohner müssen den Pflegeplatz für ihre Verwandten nicht in Gefahr sehen. Auch den 60 Beschäftigten nimmt Neudert die Sorge. Ihre Arbeitsplätze seien auch am neuen Standort sicher. Wegen neuen Anforderungen und mehr Pflegeplätzen erhöhe sich der Personalbedarf sogar vielleicht.
Neuer Standort wird gesucht
Wohin genau das neue Bürgerspital kommen soll, ist noch unklar. Fest steht, dass die Stadt in der Innenstadt auf der Suche nach Grundstücken ist, die geeignet wären und zum Verkauf stehen. Die Lage des jetzigen Bürgerspitals ist allerdings fast unschlagbar. Die Senioren leben bislang direkt neben dem Rathaus in Mitten der Innenstadt. "Wir haben uns schwer getan, uns vom Standort zu lösen", so Kopriwa. Spitalreferent Armin Eisenwinter (CSU) wünscht sich einen neuen Standort, der auch in der Nähe eines Parks, beispielsweise der Promenade liegt, um den Bewohnern gute Möglichkeiten zu geben, in die Natur zu können. Auch Parkmöglichkeiten für die Besucher sollen im besten Fall geschaffen werden.
Wann mit dem Neubau begonnen wird ist noch offen. Laut OB befindet man sich am Beginn, eine langfristige Lösung für das Bürgerspital zu finden. Für den Bau werde man Mittel des Landkreises benötigen. Man rechnet mit Kosten von etwa 7 Millionen Euro.
Gebäude soll Wohnort für alte Menschen bleiben
Einstimmig sei man sich über alle Fraktionen hinweg gewesen, bei der Frage nach der Nutzung des bisherigen Gebäudes des Spitals. Im Haus in der Spitalstraße sollen weiterhin alte Menschen wohnen können. Von Wohnungen  für rüstige Senioren bis hin zu betreuten Wohnformen sei vieles denkbar. Schließlich leben in diesem Gebäude seit 1491 Senioren aus der Stadt Donauwörth.