Wahlcheck

Erst Radverkehrsbeauftragter, dann Tapfheimer Bürgermeister?

Alexander Wolfinger Bild: Fotodesign Schremmel
Am 23. Oktober findet in Tapfheim die Bürgermeisterwahl statt. Wir haben mit dem Kandidat der CSU, Alexander Wolfinger, über seine Kandidatur gesprochen.

Bereits im März dieses Jahres gab der langjährige Tapfheimer Bürgermeister Karl Malz bekannt, dass er sich im Oktober 2022 nicht mehr zur Wahl stellen wird. Am Sonntag wird in Tapfheim nach 18 Jahren also ein neuer Bürgermeister gewählt. Offizieller Amtsantritt ist dann am 10. Dezember. Wir haben uns im Vorfeld mit den beiden Kandidaten Alexander Wolfinger (CSU) und Marcus Späth (Parteilos) getroffen, um mit ihnen über die Hintergründe ihrer Kandidatur, die anstehende Wahl und die Zukunft der Gemeinde Tapfheim zu sprechen. Den Anfang macht Alexander Wolfinger.

Kandidatur ohne Familie nicht möglich

Der 47-Jährige ist dreifacher Familienvater und bereits seit einigen Jahren als Radverkehrsbeauftragter des Landkreises tätig. Jetzt möchte er den Schritt in die Politik wagen. Mit dem Gedanken Bürgermeister der Gemeinde Tapfheim zu werden, habe er sich bereits seit einigen Jahren auseinandergesetzt. Anfang dieses Jahres wurden die Überlegungen dann konkreter. Zwar konnte Wolfinger bislang keine politischen Erfahrungen sammeln, durch seine berufliche Tätigkeit ist er allerdings im gesamten Landkreis unterwegs und nimmt dort regelmäßig als Berater in Sachen Radverkehr an Stadtrats- bzw. Gemeinderatssitzungen teil. "Ich denke nicht, dass ich diesbezüglich im Nachteil gegenüber meinem Mitbewerber bin, ganz im Gegenteil. Zu meinen Stärken gehört, dass ich auch in schwierigen Situationen Gemeinsamkeiten herausfinden und unterschiedliche Interessen zusammenführen kann. Oftmals sind Kompromisse notwendig, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Diese Eigenschaft konnte ich mir während meiner Zeit im Landratsamt aneignen", so Wolfinger.

Für seinen Wahlkampf konnte sich der gebürtige Tapfheimer auf ein bunt gemischtes und ausgewogenes Team und natürlich die Unterstützung der CSU verlassen, das je nach Themenlage größer oder kleiner war. Dabei habe für Wolfinger vor allem die Familie eine zentrale Rolle gespielt. Bereits im Vorfeld hatte der Tapfheimer Bürgermeisterkandidat sein Vorhaben intensiv mit seinem nächsten Umfeld besprochen: "Ohne die Unterstützung meiner Familie wäre die Kandidatur nicht möglich gewesen. Das war für mich von Anfang an klar."

Ärztliche und pflegerische Versorgung steht im Mittelpunkt

Egal, welcher der beiden Kandidaten das Rennen macht, auf den künftigen Bürgermeister und seine Gemeinde werden in den kommenden Jahren zahlreiche große Aufgaben zukommen. So ist seit Jahren die Hausarztsituation ungelöst, ab 2026 bringt der Rechtsanspruch für Ganztagsbetreuung großes Konfliktpotential mit sich und seit Jahren ist für Tapfheim ein "Neue Mitte" geplant. Genau an dieser Stellen möchte Alexander Wolfinger ansetzen. Er bezeichnet diese Punkte als regelrechte "Pflichtaufgaben", die die Gemeinde gemeinsam mit seinen Bürger*innen lösen muss. Gemeinsam, ein Stichwort, das Wolfinger bereits während seines gesamten Wahlkampfs in den Mittelpunkt stellte. "Als Bürgermeisterkandidat stehe ich für einen moderierenden und kollegialen Führungsstil. Um das Bestmögliche für eine Gemeinde zu erreichen, ist es erforderlich Mehrheiten zu bekommen und das gesamte Potential des Gemeinderats zu nutzen. Hier bringen sich Leute ein, die in den verschiedensten Fachbereichen Wissen vorweisen können. Dies gilt es gewinnbringend einzusetzen. Dabei spielen Transparenz und ein gepflegter Umgangston genauso eine Rolle, wie auch die Definition gemeinsamer Ziele", erklärt er.

Umwelt- und Naturschutz hat elementaren Stellenwert

Ähnlich großes Konfliktpotential birgt das Themenfeld Natur-und Umweltschutz. Hier bezieht Wolfinger klar Stellung: "Der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen ist elementar und muss einen sehr hohen Stellenwert in unserem Bewusstsein haben. Hier gilt es im Energiesektor neue Weichen zu stellen, indem wir bestmöglich unseren Verbrauch reduzieren und gleichzeitig für eine verlässliche, lokale Versorgung mit bezahlbarer und nachhaltiger Energie sorgen. Ebenso müssen wir pfleglich und ressourcenschonend mit unserer Umwelt umgehen. Das fängt bei einer cleveren Mobilitätsplanung an und wird sich auch im Bereich der sonstigen Baumaßnahmen wiederfinden." Baumaßnahmen, zu denen auch die Sanierung der Ortsverbindungsstraße Donaumünster – Pfaffenhofen zählen dürfte. Diese wird seit geraumer Zeit kontrovers von verschiedenen Interessensgruppen diskutiert - eine klare Linie scheint nicht in Sicht. "Nachdem das Verfahren bereits knapp zehn Jahre läuft, wird es sicherlich schwierig sein, an den Planungen großen Einfluss zu nehmen, ohne förderschädliche Auswirkungen als Folge zu haben. Ich bin mir aber sicher, dass es einen Ermessensspielraum in der Umsetzung geben wird. Diesen gilt es zu nutzen, um gerade innerorts für hohe Verkehrssicherheit zu sorgen", so Wolfinger.

Wer am 23. Oktober letztendlich zum Bürgermeister gewählt wird, ist Stand jetzt noch völlig offen. Ein erstes Ergebnis wird um circa 19:00 Uhr erwartet. Hier findet ihr das Porträt zu Bürgermeisterkandidat Marcus Späth.