Konrad Müller (CSU) will am 8. März Bürgermeister von Monheim werden. Der zweifache Familienvater und gebürtige Monheimer engagiert sich bereits seit vielen Jahren politisch und im Ehrenamt und ist damit stark in der Region verwurzelt. Im Interview mit unserem Redakteur Manuel Habermeier spricht Müller über seine Zukunftsvision für Monheim, die Lebensqualität vor Ort und warum er der genau richtige Kandidat für das Bürgermeisteramt ist.
Günther Pfefferer war seit 2012 im Amt. Wie würden Sie sich von Ihrem Parteikollegen im Amt als Bürgermeister unterscheiden?
Konrad Müller: Günther Pfefferer hat unsere Stadt viele Jahre geprägt und dafür muss man auch Danke sagen. Er hat seine Arbeit gut gemacht und wichtige Projekte vorangebracht. Aber Monheim braucht jetzt einen frischen Wind, einen Aufbruch und einen Generationenschritt. Ich stehe für eine moderne, offene und präsente Art von Führung. Das heißt für mich: klar kommunizieren, Entscheidungen erklären und Projekte sichtbar voranbringen. Aus der Sicht von einem jungen Familienvater und im Ehrenamt aktiv kenne ich die Lebenssituation in Monheim und den Ortsteilen. Mein Anspruch ist es daher, ein Bürgermeister zu sein, der nah dran ist, anpackt und Verantwortung übernimmt.
Ein wichtiges Thema ist der Haushalt. Für 2025 wurde eine Kreditaufnahme in Höhe von 4,5 Millionen Euro genehmigt. Wie sehen Sie die Zukunft Monheims in diesem Punkt?
Ich bin Optimist, was das angeht. Die 4,5 Millionen sind der Rahmen, bis wohin wir maximal Schulden aufnehmen dürfen. Im letzten Jahr mussten wir aber von den 4,5 Millionen nur 1,2 Millionen Euro aufnehmen. Grund hierfür sind auch höhere Gewerbesteuereinnahmen. Das spricht für die Stärke der lokalen Wirtschaft, die ihre Hausaufgaben macht. Auch dafür muss man Danke sagen. Das schafft für uns Handlungsspielräume.
Aber natürlich wird uns das Thema weiter beschäftigen. Wir müssen uns daher hier in Monheim krisenfester aufstellen. Das heißt aber für mich als möglichen Bürgermeister, dass der Wirtschaftsstandort nach außen verkauft werden muss. Wir wollen Perspektiven für die heimischen Betriebe, aber müssen auch schauen, neue Betriebe für Monheim zu gewinnen.
Aber wie genau sehen Sie die Entwicklung der letzten beiden Jahre, dass Kreditermächtigungen in Millionenhöhe beschlossen werden mussten?
Schulden sind per se nichts Schlechtes. Es ist immer die Frage, wofür das Geld ausgegeben wird. Wichtig ist eine nachhaltige Zukunft. Das wären Punkte wie Straßeninfrastruktur, Kanal, Wasser, bezahlbarer Wohnraum. Wenn man nicht in die Infrastruktur investiert, verlagert man das Problem lediglich auf die nachfolgende Generation. Da müssen wir dranbleiben. Zudem müssen Fördermittel konsequent ausgeschöpft werden. Da erfolgt die Auszahlung aber auch oft erst Jahre später, weswegen wir zwischenfinanzieren müssen.
Wie wollen Sie Einrichtungen wie Kindertagesstätte, Bäder sowie die Stadt- und Mehrzweckhalle weiterhin finanziell betreiben?
Solche Einrichtungen sind das Fundament der Lebensqualität der Menschen hier vor Ort. Für mich ist klar, dass wir diese Einrichtungen erhalten wollen. Kindertagesstätte und Familien haben für mich Priorität. Aber auch die Bäder oder die Mehrzweckhalle sind wichtige Themen. Wir investieren nicht umsonst jedes Jahr viel Geld dafür. Was allein die Vereine dort leisten, ist wichtig für die Menschen und ein Aushängeschild nach außen.
Aber wir müssen das auch effizient und zukunftsfähig organisieren, ohne die Qualität abzubauen. Da braucht es moderne Prozesse im Hallenmanagement oder der Auslastung. Ziel ist es, in diesem Bereich kostendeckend zu arbeiten. Aber die Stadt muss die Vereine auch fördern und bei den Gebühren entlasten. Die Vereine bringen viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit ein. Wenn diese dann auch noch komplett das Geld dafür aufbringen müssen, findet man irgendwann niemanden mehr, der sich diesen Stress antun will. Daher bin ich der Meinung, dass das Ehrenamt die volle Rückendeckung der Stadt braucht. Da ist das Geld sehr gut investiert.
Auf der Nominierungsveranstaltung haben Sie sich als jemanden beschrieben, der zuhört und anpackt. Wie soll sich das in Ihrer Amtsführung als Bürgermeister zeigen?
Ich bin jetzt schon viel vor Ort und spreche mit den Menschen. Das soll sich auch als Bürgermeister nicht ändern. Man muss die Anliegen ernst nehmen und sich um die Menschen vor Ort kümmern. Das ist das Thema Zuhören.
Anpacken bedeutet für mich, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen. Das kenne ich auch aus meinem Beruf so. Da habe ich Verantwortung meiner Firma und den Kunden gegenüber. Daher bin ich das gewohnt, dass man Themen auch zeitnah umsetzen muss. Und als Bürgermeister sind dann die Bürgerinnen und Bürger meine Kundschaft, die mit mir zufrieden sein soll. Die Leute sollen sehen, dass es eine Struktur gibt und die Abläufe funktionieren.
Welche Vorteile hat die Monheimer Bürgerschaft im Alltag von einem Bürgermeister Konrad Müller?
Die Menschen bekommen einen Bürgermeister, der aus Monheim kommt und sich kümmert. Der hier lebt und sich seit Jahrzehnten im Ehrenamt engagiert. Ich bin greifbar, verlässlich und entschlossen, die Dinge voranzubringen. Und sie bekommen jemanden, der das Amt des Bürgermeisters langfristig ausüben will. Es ist mir wichtig, dass die Leute hier eine Sicherheit und Stabilität bekommen.