Hallo Herr Dinkelmeier, im Rahmen Ihrer Nominierung als Landratskandidat sprachen sie von der „Zukunftswerkstatt Donau-Ries“. Was hat es damit auf sich?
Zukunftswerkstatt Donau-Ries heißt für mich, bei Themen, die der Landkreis umsetzen will, eine Art Bürgerbeteiligung zu haben. Das ist für mich zum einen die gelebte Demokratie. Der Motor für den Landkreis sind die 44 Kommunen und das Leben findet draußen in den Städten und Gemeinden statt. Dort entstehen Ideen, die wachsen und reifen. Dass man den Leuten aktiv zuhört, ist das A und O in der Politik.
Digitalisierung ist ebenfalls eines Ihrer zentralen Themen - gleichzeitig wünschen sich viele Bürger*innen mehr persönliche Ansprechbarkeit. Wie wollen Sie beides unter einen Hut bringen?
Digitalisierung wird ein Zukunftsthema sein und es wird auch nach wie vor Top-Thema Nummer eins bleiben. Wichtig ist beim Punkt Digitalisierung: Mit Maß und Ziel! Ich muss alle Generationen mitnehmen und möchte nicht, dass wir eine Generation abhängen! Zum Beispiel in der Zulassungsstelle muss es weiterhin möglich sein, aufs Amt zu kommen und sein Auto ab- oder anzumelden. Genauso soll es derjenigen, der digital gut aufgestellt ist, das online erledigen können. Und ich muss auch die Mitarbeiter mitnehmen, die auch das Know-how dazu haben und das Schritt-für-Schritt anpacken.
Die gesundheitliche Versorgung muss auch auf dem Land gewährleistet werden – was könnten Sie als Landrat dafür tun?
Gesundheit ist kein Luxusgut, Gesundheit ist Lebensqualität. Ich habe mir fest vorgenommen, die Kreiskliniken zu stärken und zu erhalten. Gott sei Dank sind die Kliniken mit ihren Spezialisierungen so aufgestellt, dass jede Klinik seinen eigenen Fachbereich hat. Da wo es finanziell möglich und sinnvoll ist, kann man ausbauen oder verstärken, wie jetzt zuletzt in Donauwörth. Für mich ist aber wichtig, dass jeder, der Unterstützung oder Hilfe im Notfall braucht, diese auch bekommt. Deswegen klarer Standpunkt für die drei Klinikstandorte, inklusive der Seniorenheime. Ich stelle mir so einen Fachcampus vor, wo Klinik, Pflege und Fachwissen miteinander vernetzt wird. Das Thema Pflege wird ein Zukunftsthema werden.
Die Kreisumlage ist ein sensibles Thema. Wie sorgen Sie dafür, dass die Kommunen finanziell nicht zu stark gefordert werden?
Meine Meinung ist, die Kreisumlage darf nicht weiter ansteigen, um den finanziellen Spielraum der Gemeinden zu erhalten. Wenn es wieder um das Thema Kreisumlage geht, sollte der Haushalt angeschaut werden. Angenommen, es geht um den Bereich Straßenausbau: Dort kann man schauen, welche Straßen sanierungsbedürftig sind. In einer Priorisierungsliste kann man solche Projekte klassifizieren. Bei einem Treffen mit den Bürgermeistern diskutieren wir dann aus, wie die aktuelle Situation aussieht. Dabei nehmen wir die Bürgermeister aktiv mit, denn am Ende müssen sie das in den Gemeinde- und Stadträten umsetzen.
Mit 30 Jahren wären Sie einer der jüngsten Landräte in Bayern. Welche Vorteile bringt Ihr junges Alter für die politische Arbeit?
Dreißig Jahre jung, dynamisch, fortschrittlich, sage ich immer. (lacht)
Ich bin sehr jung zur Kommunalpolitik gekommen. Es ist losgegangen, als wir in Wemding 2008 das Thema rund um das Hallenbad hatten. Ich habe da auch in verschiedenen Initiativen mitgearbeitet, weil es mich einfach fasziniert hat, wenn sich Personen zusammenschließen, die gleiche politische Interessen verfolgen und gemeinsam für Ziele einstehen.
Jemand Junges schaut auf manche Dinge aus einem anderen Blickwinkel. Wenn etwas bisher schon immer so war, kann man einfach mal etwas Neues probieren oder eine Sache anders gestalten. Wo setzen Sie die Grenze beim Alter? Ich sage, jeder, der sich für ein politisches Amt engagieren möchte, ist für mich geeignet. Das ist gelebte Demokratie.
Wir haben Michael Dinkelmeier gebeten, einen Gegenstand zum Interview mitzubringen, der symbolisch für ihn persönlich und/oder für seine Politik steht.
Den geschnitzten Holzelefant hat Michael Dinkelmeier von seiner Reise nach Sri Lanka mitgebracht. Für ihn symbolisiert er Stärke und Stabilität. Er strahle Ruhe aus und zeige ihm, dass man bestimmt Themen besonnen angeht. Als Rudeltiere symbolisieren sie außerdem den sozialen Verbund und sozialen Zusammenhalt. Zuletzt stehe der Elefant für Ausdauer und Zielstrebigkeit.