11. August 2020, 08:58

Leitlinien für die kommenden sechs Jahre festgelegt

Bild: DRA
Wemdinger CSU blickt auf die Kommunalwahl zurück analysiert das Wahlergebnis. Fünf Handlungsfelder werden besonders hervorgehoben.

Bei der kürzlich stattgefundenen Vorstandssitzung der Wemdinger CSU konnte CSU-Ortsvorsitzender Gottfried Hänsel neben den Vorstandsmitgliedern auch die Stadtratskandidatinnen und Stadtratskandidaten sowie die neu gewählten Stadträte begrüßen. Es handelte sich um die erste Zusammenkunft seit Ausbruch der Corona-Pandemie und seit der Kommunalwahl am 15. März 2020.

Hänsel ging zu Beginn auf die vergangenen Monate des Wahlkampfes ein und dankte den Kandidaten für deren engagiertes Wirken. Besonders stolz sei er auf das im Rahmen einer „Kommunalen Werkstatt“ von den Stadtratskandidatinnen und Stadtratskandidaten in vielen Stunden selbst erarbeitete Wahlprogramm. Dadurch haben sich die Kandidaten stark identifizieren können, wurden doch eigene nachhaltige Ideen zu Handlungsbereichen, die die Stadt in Zukunft betreffen, in das Wahlprogramm aufgenommen. Hänsel sah vor allem mit diesem Wahlprogramm einen Grund, dass die CSU im Stadtrat wieder alle Mandate bestätigt habe. Im Vergleich zur vergangenen Kommunalwahl vor sechs Jahren haben die Christsozialen sogar rund 1500 Stimmen mehr erhalten und wurden wieder stärkste Kraft im Wemdinger Stadtrat. Dies wertete der Ortsvorsitzende als einen deutlichen Bürgerauftrag, den die CSU zusammen mit der traditionellen Fraktionsgemeinschaft der Amerbacher Liste weiterhin gewissenhaft wahrnehmen werde. Das erarbeitete Wahlprogramm stelle dabei für die Fraktionsarbeit die Leitlinien der kommenden sechs Jahre dar.

Abgesehen von den im Wahlkampf geforderten großen Baumaßnahmen wie der Neubau des Feuerwehrhauses oder die Generalsanierung der Kindertagesstätte St. Marien skizzierte die CSU fünf weitere Handlungsfelder, die dringend angegangen bzw. erhalten werden müssen. Hänsel schlug dabei einen Bogen von gesellschaftlichen Handlungsbereichen, bis hin zu Handlungsfeldern aus dem Bereich der Mobilität.

Dabei betonte er die Bedeutung der Anton-Jaumann-Realschule Wemding für den hiesigen Schulstandort. Durch das breit gefächerte Angebot in Verbindung mit zusätzlichen Profilklassen (Bläser-, Streicher-, Forscher- und Fußballklassen) werden vielfältige Zukunftsperspektiven für ein lebenslanges Lernen geschaffen. Besonders auch die sehr gut ausgebaute MINT-Förderung gilt es weiterhin zu erhalten. Die Wirtschaft schätzte über die Landkreisgrenzen hinaus die Absolventen der Anton-Jaumann-Realschule für deren große Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit.

Eine besondere Zuwendung bedarf es in den Augen Hänsels jedoch bei der Errichtung einer stationären Tagespflegeeinrichtung durch die Caritas Sozialstation Wemding. In Zeiten, in denen die Pflege von Senioren oder von kranken Menschen nicht mehr alleine innerhalb der Familie geleistet werden könne, stellen die Errichtung und der Betrieb einer solchen Tagespflegeeinrichtung eine sozialgesellschaftliche Aufgabe dar. Zudem handle es sich nach dem Pflegestärkungsgesetz II und III vorrangig um eine kommunale Aufgabe. Die Caritas Sozialstation Wemding hat die Notwendigkeit und den Bedarf in Wemding erkannt und erfüllt damit diese wichtige Aufgabe. Gerade im Wahlkampf wurde deutlich, dass dieses Thema der Wemdinger Bürgerschaft besonders wichtig sei. Die Wemdinger CSU steht geschlossen hinter dem Projekt der Caritas Sozialstation und spricht sich klar dafür aus, dass die Förderung nicht als eine herkömmliche Vereinsförderung zu betrachten sein könne. Aus diesem Grund begrüßt die Wemdinger CSU außerordentlich den Beschluss des Wemdinger Stadtrates zunächst einer Förderung von 190.000 Euro zuzustimmen und sich eine weitere Förderung vorzubehalten, sollten die zusätzlich angestrebten Zuschüsse nicht im vollen Umfang fließen.

Auch die historische Altstadt soll weiterhin unter den Schlagwörtern „Wohnen, Leben und Arbeiten“ der Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens der Stadt für die einheimische Bevölkerung sowie für Touristen bleiben. Hierfür bedarf es unter anderem vorausschauende kommunale Impulse bei der Reaktivierung von Leerständen. Erfreulich sind die derzeitigen Anzeichen durch den Zukauf der Stadt von Altbeständen. Einen besonderen Stellenwert soll auch weiterhin die Gehwegsanierung in der Altstadt einnehmen. Für die CSU-Wemding ist es ein großes Anliegen, dass jedes Jahr in der Altstadt eine Straße mit einem fußgängerfreundlichen Gehweg neu gestaltet wird. Die Bürgerschaft kann hier die CSU beim Wort nehmen.

Auch beim Thema Radverkehr sieht Gottfried Hänsel Handlungsbedarf. Nachdem sich der Landkreis im vergangenen Jahr entschlossen hat, neben dem touristischen Radverkehr künftig verstärkt auf Berufspendler zu setzen, soll in diesem Zusammenhang mit dem Bau des Radweges zwischen Wemding und Wolferstadt ein erstes größeres Projekt im Frühjahr 2021 umgesetzt werden. Der 4,6 Kilometer lange Geh- und Radweg verläuft auf rund 1,9 Kilometern im Stadtgebiet Wemding, während die restlichen 2,7 Kilometern auf Wolferstädter Flur verlaufen. Die Kosten von geschätzten 500.000,00 EUR netto (nach Zuschussverrechnung ca. 40 %) teilen sich die Kommunen Wemding und Wolferstadt. Der Landkreis vollzieht die Planung und Umsetzung sowie bezahlt den Anschluss der Gemeindestraße zur Kreisstraße im Bereich des Weilers Steinbühl. Ortsvorsitzender und Kreisrat Gottfried Hänsel nannte den Geh- und Radweg eine "ideale Anbindung" zum Waldsee, dem Campingplatz sowie zum Sportgelände an der Robertshöhe. Er sei überzeugt, dass 

künftig verstärkt Berufstätige aus Wolferstadt die neue Verbindung nutzen würden, um zur Arbeit nach Wemding zu kommen. Zudem kommt die Stadt ihrem Ziel nach einer "fahrradfreundlichen Stadt" näher, wenn weitere Radwege von den umliegenden Gemeinden nach Wemding ausgebaut bzw. ausgewiesen werden und in Wemding ein Radwegenetz konzipiert wird, welches mittelfristig auch zur Verfügung steht.

Hänsel verwies zudem auf das ausgeweitete Rufbusangebot im Landkreis Donau-Ries, wodurch die Stadt Wemding erheblich profitieren könne. Mittlerweile wurde das Rufbusnetz ab Wemding um die Bereiche Nördlinger Ries sowie Monheimer Alb erweitert. So können beispielsweise die Bürger aus den Umlandgemeinden (VG-Wemding, Riesgemeinden entlang der Wörnitz sowie auch Monheim und Harburg) mit dem Rufbusangebot zur Abendzeit von Montag bis Freitag sowie am Samstag ab 15:00 Uhr Wemding erreichen um dort einzukaufen oder Veranstaltungen zu besuchen. Ebenso ist ein Anschluss an den Heimatbahnhof Otting-Weilheim gewährleistet, wenn grundsätzlich keine Linienbusse mehr fahren. Trotz dieses sehr individuellen Fahrplans, der sich nur danach richtet, wer den Fahrtwunsch vorher anmeldet, findet der reguläre Tarif der Verkehrsgemeinschaft Donau-Ries (VDR) Anwendung. Das grundsätzliche Rufbusangebot wurde in den Augen der Wemdinger Christsozialen sehr begrüßt, da es einen deutlichen Mehrwert für die Mobilität innerhalb der Bürgerschaft vorsieht. Allerdings sollte das Angebot noch besser in der Bevölkerung beworben werden. (pm)