Unterbezirksparteitag

SPD Donau-Ries wählt erstmals Doppelspitze

Das Bild zeigt v.l.n.r Claudia Müller, Christoph Schmid und Marion Segnitzer-König Bild: Johann Kechele
Nach zwölf Jahren an der Spitze des SPD-Unterbezirks Donau-Ries hat sich Bundestagsabgeordneter Christoph Schmid als Vorsitzender verabschiedet. Künftig führt eine Doppelspitze die Partei: Marion Segnitzer-König und Claudia Müller wurden auf dem Unterbezirksparteitag in Harburg zu den neuen Co-Vorsitzenden gewählt.

Die SPD Donau-Ries hat auf ihrem Unterbezirksparteitag im Gasthof „Zum Straußen“ in Harburg eine neue Führung gewählt. Nach zwölf Jahren als Vorsitzender verabschiedete sich Bundestagsabgeordneter Christoph Schmid aus dem Amt. Eine zuvor einstimmig beschlossene Satzungsänderung ermöglicht künftig eine Doppelspitze. Marion Segnitzer-König und Claudia Müller wurden anschließend mit großer Mehrheit zu neuen Co-Vorsitzenden gewählt.

In seinem Rechenschaftsbericht blickte Christoph Schmid nicht nur auf die vergangenen beiden, von zahlreichen Wahlkämpfen geprägten Jahre zurück, sondern zog auch Bilanz seiner gesamten zwölfjährigen Amtszeit. Er erinnerte an politische Herausforderungen, die Arbeit des Unterbezirks und zahlreiche gemeinsame Aktivitäten. Besonders dankte er den vielen Ehrenamtlichen in den Ortsvereinen, die die sozialdemokratische Arbeit vor Ort tragen. Die Delegierten verabschiedeten ihn mit langanhaltendem Applaus.

Mit der einstimmig beschlossenen Satzungsänderung schuf der Unterbezirk die Grundlage für eine neue Führungsstruktur. Die Doppelspitze soll künftig Verantwortung auf mehrere Schultern verteilen und neue Impulse für die Parteiarbeit setzen.

Marion Segnitzer-König warb in ihrer Bewerbungsrede für eine selbstbewusste und inhaltlich klare Sozialdemokratie. Der Mitgliederschwund sei nicht nur eine Frage der Organisation, sondern auch Ausdruck eines Vertrauensverlustes: „Ich glaube nicht, dass wir ein Kommunikationsproblem haben. Ich glaube, wir haben ein Glaubwürdigkeitsproblem.“

Sie forderte eine stärkere Rückbesinnung auf sozialdemokratische Kernthemen und kritisierte Debatten, in denen soziale Sicherheit zunehmend infrage gestellt werde. „Eine gute Rente ist kein Geschenk. Sie ist das Versprechen einer solidarischen Gesellschaft.“ Die SPD müsse wieder stärker für sozialen Zusammenhalt, Gerechtigkeit und Sicherheit stehen.

Claudia Müller, Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, stellte in ihrer Rede die Bedeutung einer sachorientierten Kommunalpolitik heraus. „Wir werden auch künftig mit Argumenten und Sachthemen überzeugen. Unser Anspruch ist es, Verantwortung zu übernehmen und den Landkreis konstruktiv mitzugestalten.“

Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Rede lag auf der Zukunftsfähigkeit der Partei. Dabei betonte Müller die Bedeutung guter Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Ebenen der SPD sowie die Förderung junger Menschen. Besonders erfreut zeigte sie sich über die Wiederbelebung des Juso-Unterbezirks. „Wir müssen Hauptamt, Mandatsträger und Ehrenamtliche wieder stärker zusammenbringen und gleichzeitig jungen Menschen Raum geben, Verantwortung zu übernehmen. Nur so bleibt unsere Partei lebendig.“

Bei den anschließenden Wahlen erhielten Marion Segnitzer-König und Claudia Müller mit nur einer Gegenstimme ein eindrucksvolles Ergebnis und bilden künftig die erste Doppelspitze des SPD-Unterbezirks Donau-Ries.

Zu stellvertretenden Vorsitzenden wurden Cihangir Kasapoglu (Donauwörth), Bezirksrat Frederik Hintermayr (Asbach-Bäumenheim) und Rebecca Heller, Dritte Bürgermeisterin der Stadt Oettingen, jeweils mit großer Mehrheit gewählt.

Mit der neuen Doppelspitze und einem breiten Rückhalt der Delegierten will die SPD Donau-Ries die Partei organisatorisch und inhaltlich weiterentwickeln, die Zusammenarbeit im Unterbezirk stärken und sozialdemokratische Politik vor Ort wieder stärker sichtbar machen. (dra)