16. Oktober 2019, 10:00

Wird die "neue" Mertinger Straße dem zukünftigen Verkehr gerecht?

Die Mertinger Straße in Asbach-Bäumenheim soll verlegt werden. Bild: Jenny Wagner
Erneut beschäftigte die Verlegung der Mertinger Straße in Asbach-Bäumenheim den Gemeinderat. Am vergangenen Dienstagabend wurden den Gemeindevertretern ein Verkehrsgutachten sowie der neuste Sachstand zum Thema Natur- und Artenschutz vorgestellt.

Das Unternehmen Geda möchte am Standort in Asbach-Bäumenheim expandieren, dazu nötig ist die Verlegung der Mertinger Straße. Seit mittlerweile über 2 Jahren beschäftigt diese Baumaßnahme den Gemeinderat der Schmuttergemeinde. Am vergangenen Dienstagabend stellte das Verkehrsplanungsbüro gevas humberg & Partner aus München ein Verkehrsgutachten vor, dass darlegte, ob die "neue" Mertinger Straße dem zukünftig aufkommenden Verkehr standhält. 

Ausgangssituation: 5.000 - 7.000 Fahrzeuge 

An mehreren Knotenpunkten im Bereich der Mertinger Straße wurde im vergangenen Januar diesen Jahres eine Verkehrsuntersuchung durchgeführt, um die aktuelle Verkehrslage richtig zu bewerten. Laut Diplom-Geograf Harald Spath vom Planungsbüro gevas humerg & Partner befahren derzeit rund 5.000 - 7.000 Fahrzeuge pro Tag die Mertinger Straße. Ohne die Verlegung der Mertinger Straße würde laut dem Experten bis zum Jahr 2035 das Verkehrsaufkommen um rund 1.500 Fahrzeuge pro Tag zunehmen. "Wir haben mit einem Einwohnerzuwachs von 13 % gerechnet und die Erschließung des Gewerbegebiets Nord 2 mit eingeplant", so Harald Spath.

Ebenfalls hat das Planungsbüro aus München Berechnungen vorgestellt, die die Verkehrsbelastungen der "neuen" Mertinger Straße aufzeigen. Im "worst case", so bezeichnete es Diplom-Geograf Harald Spath, könnten pro Tag zusätzlich 3.500 Fahrzeuge die Straße nutzen. Der Experte gehe aber aufgrund der angestrebten Entwicklung der Firma Geda von einem deutlich moderaterem Aufkommen aus. "Wir schätzen, dass sich der Verkehr um rund 2.000 Fahrzeuge pro Tag erhöht", so Spath. Er bilanzierte: "Falls sich alles normal entwickle, werden wir keine Probleme mit dem Verkehr haben. Wenn der worst case eintritt, werden in den Abendstunden mehr als 10.000 Fahrzeuge die Straße nutzen. Dadurch würde ein Situation entstehen, die nicht mehr tolerierbar wäre." Ein Kreisverkehr oder eine Ampel könnten laut dem Experten die Verkehrssituation entspannen. 

Großzügige Ausgleichsfläche in Oberndorf geschaffen 

Vor mehreren Monaten bereits hat Diplom-Biologe Dr. Hermann Stickroth auf jenem Gebiet, das die Firma Geda bebauen möchte, eine naturrechtliche Prüfung vorgenommen. Mehrere Kiebitz-Paare als auch Feldlerchen, Rebhühner, Goldammern und Bachstelzen hat er dort kartiert. Zum Schutz dieser Vögel hat das Unternehmen vor geraumer Zeit bereits eine Ausgleichsfläche zwischen Mertingen und Oberndorf erworben. "Die Fläche im Oberndorfer Ried ist bestens geeignet und erfüllt alle Voraussetzung", erklärt Stickroth. In engster Abstimmung mit dem Bund Naturschutz seien laut dem Biologen alle Forderungen erfüllt worden, zur einer endgültigen Einigung sei es jedoch letztendlich nicht gekommen. "Es ist natürlich derzeit nicht auszuschließen, dass der Bund Naturschutz weitere Forderungen stellt", so Stickroth. Laut Experte sei das Risiko weiterer Forderungen jedoch sehr gering, da seiner Meinung nach, alle gestellten Wünsche erfüllt wurden. 

Am Dienstag, 12. November wird das Thema "Mertinger Straße" erneut im Gemeinderat diskutiert.