21. Januar 2021, 07:55

Angels unterliegen Wasserburg in besonderem Derby mit 56-80

U20-Nationalspielerin Selma Yesilova nutzte ihre Einsatzminuten zu einer ordentlichen Vorstellung inklusive zweier erfolgreicher Dreier. Bild: Martin Fürleger
In der langen Historie der Bayernderbys zwischen Nördlingen und Wasserburg wird dieses Spiel eine besondere Stellung einnehmen und dies hat wenig mit Basketball zu tun.

Im Vorfeld der Partie ging es mehr um Kontaktperson 1 oder Kontaktperson 2 als um Pick-and-Roll oder Switch Defense. Seit einigen Wochen sind die XCYDE Angels mehr mit Corona, Quarantäne und deren Folgen beschäftigt als mit Basketball. Der Wasserburger 80:56-Sieg war an sich einkalkuliert, weil kaum vermeidbar, zu klar sind die Kräfteverhältnisse derzeit.

Gegen den Tabellenzweiten vom Inn ging es für die Mannschaft von Coach Imreh auch vielmehr darum, sich zu konsolidieren und sich auf die bevorstehenden schweren Wochen vorzubereiten. Es fehlt derzeit immer noch an der Treffsicherheit und der Genauigkeit in den Offense-Aktionen. Wasserburg nutzte dies früh, um ein zweistelliges Polster zwischen sich und die Angels zu schieben. Bereits nach zehn Minuten lagen die Oberbayern mit 25:13 vorne, weil sie einfach fehlerfreier spielten und besser trafen. In der Folge lag der Fokus des Spielgeschehens nicht mehr darauf, wer wohl gewinnen würde, sondern auf ganz anderen Dingen: Angriffssysteme sollten durchgespielt werden, Verteidigungsvarianten ausprobiert und Spielminuten verteilt.

So bekamen auch Spielerinnen Einsatzzeiten, die normalerweise eher wenig auf dem Parkett stehen. Selma Yesilova zum Beispiel. Die 20-jährige Deutsch-Türkin nutzte ihre Zeit und netzte auch gleich einmal einen Dreier aus der Ecke ein. An der klaren Überlegenheit der Wasserburger konnte sie natürlich auch nichts ändern. Der Halbzeitstand von 24:42 ließ schon Befürchtungen auf eine heftige Klatsche ins Kraut sprießen. Doch zu Beginn des dritten Viertels zündeten Schlüter und Meynadier ein offensives Feuerwerk ab, mit dem niemand gerechnet hatte, und verkürzten auf 39:44, nach dem zweiten Yesilova-Dreier sogar auf 42:45. Wasserburg, das in der Pause schon in den Schongang geschaltet hatte, war sichtlich konsterniert. Erst eine deutlich aggressivere Gangart und zwei Dreier von Hebecker sorgten wieder für einen klaren Abstand, den die routinierten Gäste im letzten Abschnitt ins Ziel mitnahmen. Hier bewies der WNBA-Draft-Pick eindrucksvoll ihre Extraklasse, aber auch die Nördlinger Eigengewächse machten auf sich aufmerksam. Mona Berlitz verzeichnete 18 Spielminuten und trug so ihren Teil dazu bei, dass die Belastung auf ihren Centerkolleginnen reduziert werden konnte.

Immerhin steht am Sonntag das wichtige Auswärtsspiel gegen Hannover an, wo man mit den Erkenntnissen und Erfahrungen aus diesem Spiel den ersten Sieg im neuen Jahr holen möchte. Das Endergebnis von 55:80 für Wasserburg ist letztlich nur für Statistiker interessant. Für die Angels gilt es am Sonntag in Hannover zu bestehen und am nächsten Mittwoch zu Hause gegen Heidelberg. (pm)

Spielinfos

Selma Yesilova (6, 2 Dreier), Mona Berlitz (4), Magaly Meynadier (12, 2), Levke Brodersen (6, 1), Laken James, Anneke Schlüter (16, 4), Respect Leaphart (5), Victoria Waldner (7) und Steffi Sachnovski.