Auswärtsspiel

Die Eigner Angels siegen nach zwei Niederlagen

Johanna Klug war am Sonntag für Freiburg kaum zu stoppen. Mit einer beinahe makellosen Wurfbilanz hatte sie einen entscheidenden Anteil am Angels-Sieg. Bild: Jochen Aumann
Am vergangenen Sonntag führte die Reise der Eigner Angels nach Freiburg zu den Eisvögeln des USC. Nach zwei Niederlagen in Folge war es das feste Ziel mit einem Erfolgserlebnis ins Ries zurückzukehren.

Zum Nachteil der Nördlingerinnen mussten sie mit einem immer kleiner werdenden Kader antreten. Léa Favre hatte sich beim Einsatz in der Schweizer Nationalmannschaft eine Knieverletzung zugezogen und wird leider längere Zeit ausfallen. Dennoch ließen sich die restlichen Rieser Damen nicht unterkriegen und kämpften unermüdlich für den Auswärtssieg.

Von Beginn an zeigten die Angels, dass sie sich viel vorgenommen hatten. Anissa Pounds markierte mit dem ersten lupenreinen Dreier im ersten Angriff einen hervorragenden Start ins Spiel und gab schon mal einen kleinen Vorgeschmack ihrer Fähigkeiten. Einen glänzenden Auftritt im ersten Viertel hatten auch die Nördlingerinnen auf den großen Positionen. Johanna Klug setzte sich unter dem Korb gekonnt durch und konnte gleich mehrere erkämpfte Offensivrebounds sofort in Punkte verwandeln. Auch die Anspiele zwischen den Centerinnen waren sehenswert und so sammelten Elina Koskimies und Johanna Klug fleißig Assists. Die Gastgeberinnen schienen von diesem offensiven Ansturm ihrer Kontrahentinnen erschlagen und wirkten ihrerseits eher planlos. Ein 0:9 nach gerade einmal drei gespielten Minuten war die Folge.

Dann erlöste Neuzugang Jessica Loera die heimischen Fans mit ihrem ersten Dreier. Auch Little stellte ihre Athletik jetzt unter Beweis und hielt ihr Team beim 6:13 im Spiel. Leider verspielten die Angels ihren Vorsprung in den nächsten Minuten komplett. Turnover und Unachtsamkeiten in der Defense ermöglichten den Eisvögeln innerhalb von wenigen Minuten den Ausgleich zu erzielen. Nach einer Auszeit von Trainer Tony Imreh hatten die Nördlingerinnen wieder sichtlich Aufwind. In der Offensive lief nun viel über Elina Koskimies, gegen deren Spielübersicht die Freiburgerinnen kein Mittel fanden. Sie und Mariam Haslé-Lagemann spielten sich unter den Körben die Bälle zu und erhöhten den Vorsprung zum Viertelende auf 15:21.

Auch das zweite Viertel wurde durch Anissa Pounds eröffnet, die erneut von der Dreierlinie zuschlug. Währenddessen ließ das Freiburger Wurfglück zwar noch auf sich warten, vorerst ließen sie sich jedoch nicht abschütteln und kamen immerhin an der Freiwurflinie zum Zug. Erst als auch Sami Hill, die auf ihrem Weg zum Korb mit harter Defense zu kämpfen hatte, von den Schiedsrichtern Freiwürfe zugesprochen bekam, konnte die Führung auf zehn Punkte ausgebaut werden. Unglücklicherweise konnten die Rieserinnen den hart erarbeiteten Vorsprung auch diesmal nicht aufrechterhalten. Durch Ballverluste und kleine Fehler in der Defense öffneten sie den Eisvögeln die Tür und verspielten fast ihren gesamten Puffer. Immerhin Anissa Pounds zeigte in dieser Phase starke Nerven und versenkte kurz vor der Halbzeitpause ihren vierten Dreipunktwurf zum 34:39.

Die Performance nach dem Seitenwechsel war dann nichts für schwache Nerven

Beide Teams taten sich besonders durch zahlreiche Turnover und Fehlwürfe hervor. Die Gastgeberinnen waren es dann, die sich zuerst berappelten und den Schwaben mit zwei Steals und Punkten durch Little sogar die Führung abluchsten. Ehe es sich die Angels versahen lagen die Eisvögel mit 44:40 in Front und das Spiel drohte zu kippen. Erst nach fast fünf Minuten gelang Sami Hill der Befreiungsschlag von der Dreierlinie und kurze Zeit später stellte sie den Ausgleich zum 46:46 her. Sie war die Schlüsselspielerin des so ungeliebten dritten Viertels und sorgte dafür, dass ihr Team weiterhin gut im Rennen lag.

Die Hausherrinnen konnten jedoch immer kontern und das Spiel schwappte hin und her. Olena Vasylenko bekam mit zahlreichen Minuten die Chance sich zu beweisen und konnte diese auch nutzen. Sie zeigte vollen Einsatz und erhöhte zusammen mit Mariam Haslé-Lagemann den Vorsprung wieder auf 48:53. Doch auch Freiburg blieb hartnäckig auf den Fersen der Gäste. Am Ende war es Sami Hill, die ein zerfahrenes und umkämpftes Viertel per Dreier zum 53:56 für die Angels abschloss.

Der vierte Spielabschnitt musste nun also die Entscheidung bringen. Die Nördlingerinnen hatten den besseren Start und erzielten durch zwei Steals schnelle Punkte. Währenddessen konnte Freiburg auf der anderen Seite auch vielversprechende Gelegenheiten nicht nutzen und musste zusehen wie die Gäste auf 53:62 davonzogen. An diesem Spielstand änderte sich dann fast drei Minuten lang nichts mehr. Beide Teams schienen nervös und produzierten eine Reihe von Ballverlusten. Elina Koskimies setzte dieser Phase ein Ende, indem sie per Dreier wieder einen zweistelligen Vorsprung herstellte.

In den letzten fünf Minuten zeigten sich die Angels fokussiert und legten eine hervorragende Verteidigungsarbeit an den Tag. Olena Vasylenko und Laken James bedienten ihre Kolleginnen und das ganze Team arbeitete gemeinschaftlich am Ausbau der Führung. Das Momentum war nun klar auf Seiten der Nördlingerinnen und besonders Laken James arbeitete hochkonzentriert daran, dass sich daran auch nichts mehr änderte. Während den Eisvögeln sichtlich die Felle davonschwammen, verbuchte James einen um den anderen Ballgewinn und sammelte die Abpraller der erfolglosen Freiburger Angriffe ein.

In der Offensive war es weiterhin Johanna Klug, die immer wieder von ihren Teamkolleginnen gefunden wurde und kompromisslos jede Chance verwertete. Und wie sollte das Spiel anders enden als mit einem Pounds-Dreier, der den Endstand von 62:76 für die Nördlinger klarmachte.

Unumstritten war der Sieg in Freiburg mehr als verdient und das Ergebnis einer hervorragenden Teamleistung. Clevere Anspiele unter den Körben sorgten für eine sehenswerte Partie, die auch das Nördlinger Publikum sicher begeistert hätte. Durch einige Offensivrebounds erarbeiteten sich die Angels zweite Chancen, die von den Spielerinnen auf den großen Positionen hochprozentig genutzt wurden. Am Ende war es auch der Verdienst von Tony Imreh, der sein Team im vierten Viertel von der Seitenlinie zu defensiven Höchstleistungen antrieb, was den Angels letztlich den Sieg sicherte. (pm)

  • Eigner Angels Nördlingen: L. James (3), L. Graf (nicht eingesetzt), O. Vasylenko (2), E. Koskimies (17/1 Dreier), S. Hill (14/3), J. Klug (17), M. Haslé-Lagemann (6), A. Pounds (17/5), L. Michel (nicht eingesetzt)
  • Bei Freiburg fielen auf: Jessica Loera (16/2), Hannah Little (14), Mirna Paunovic (11/1), Pauline Mayer (11/2)