23. Mai 2019, 15:10

Luisa Geiselsöder bleibt ein „Angel“

Die Vertragsunterschrift fand symbolträchtig beim langjährigen Sponsor Fendt Caravan in einem schicken Wohnwagen statt nach dem Motto: wir machen uns gemeinsam auf die Reise. Fendt-Marketing-Chef Thomas Kamm, Luisa Geiselsöder, Sportvorstand Kurt Wittmann und Vorstand Sponsoring Peter Struck. Bild: Martin Fürleger
XCYDE Angels gewinnen das Gerangel um eine der besten deutschen Nachwuchsspielerinnen.

Homegrown – mit diesem Adjektiv bezeichnet man meist selbst angebautes Gemüse. Im Basketball sind Homegrown-Spieler diejenigen, die im eigenen Programm ausgebildet wurden. Bei den XCYDE Angels gehört dazu Luisa Geiselsöder. Vor drei Jahren fand sie im Schlepptau ihrer älteren Schwester Laura, mittlerweile Kapitän der Bundesliga-Mannschaft, den Weg aus dem mittelfränkischen Burgoberbach ins Ries. Schon damals galt sie als großes Talent und mit groß war nicht nur ihr stattliche Statur von 1,93m Körpergröße gemeint, sondern auch ihr Ausnahmetalent. Seitdem ist nicht nur viel Wasser die Eger hinunter geflossen, sondern auch sonst viel passiert. Spätestens als Luisa bei der U16-Europameisterschaft zur wertvollsten Spielerin ausgezeichnet wurde, stand ihr Name in sämtlichen Notizblöcken europäischer Scouts und College-Coaches. Zwei Jahre später gewann sie mit der deutschen U18-Nationalmannschaft den EM-Titel, die erste Goldmedaille einer deutschen Jugend-Nationalmannschaft überhaupt, eine wahrlich historische Leistung. Luisa hatte maßgeblichen Anteil am Erfolg und wurde ins All-Star-Team der Meisterschaft berufen.

Die Basis dieser Erfolge ist natürlich nicht nur Größe und Talent, sondern konsequente Trainingsarbeit. Von ihrem Mentor Imre Szittya kontinuierlich betreut und von Angels-Coach Pat Bär mit Verantwortung in der 1.Liga betraut, konnte sich Luisa in Nördlingen zu einer deutschen Spitzen-Centerin entwickeln, all dies behutsam genug, dass die 19-Jährige im Nördlinger TH-Gymnasium ihr Abitur bauen konnte. In der letzten Bundesliga-Saison schraubte Luisa ihre Statistikwerte in 27 Spielminuten auf durchschnittlich 11,2 Punkte und 5,9 Rebounds und avancierte damit rein statistisch zur zweitbesten deutschen Spielerin der Liga, knapp hinter Marburgs Marie Berthold. Mit dem erfolgreichen Abitur in der Tasche beginnt nun ein neuer Abschnitt in der Entwicklung der größten deutschen Center-Hoffnung seit vielen Jahren. Erstmals kann sich Luisa voll auf den Sport konzentrieren, will an ihrer Fitness und Physis arbeiten, aber auch ihr Reboundverhalten und Passvermögen verbessern. Auf der Suche nach dem besten Standort für dieses Unterfangen boten selbstverständlich viele Interessenten aus dem In- und Ausland ihre Dienste an.

Das Gerangel um die 19-jährige Nördlingerin war groß, doch ihre Beraterin Alexandra Shaw stand ihr beim Filtern der Angebote zur Seite und am Ende beschloss Luisa, ein weiteres Jahr in Nördlingen zu bleiben und für die Angels aufzulaufen. Ausschlaggebend für diese im Ries vielumjubelte Entscheidung war sicherlich unter anderem die Verpflichtung des neuen Angels-Coaches Ajtony Imreh, der als ausgesprochener Ausbildungs-Trainer gilt und die perfekten Trainingsbedingungen mit kurzen Wegen und hoher fachlicher Kompetenz auf allen Gebieten. Coach Imreh will das neue Angels-Team um seine junge Centerin herum aufbauen, ihr viel Verantwortung und damit Entwicklungschancen geben. Er erwartet aber auch einiges von ihr, insbesondere dass sie ihrer Vorbild-Rolle gerecht wird in Sachen Einsatz und Trainingseifer, denn Luisa ist tatsächlich das große Vorbild für eine Reihe nachstrebender Eigengewächse, die erkennen, dass man in Nördlingen nicht nur über Jugendförderung spricht, sondern sie auch in die Tat umsetzt. Perspektivisch will man bei den Angels in einigen Jahren einen Mannschafts-Stamm von selbst ausgebildeten Spielerinnen haben, Home-Growns eben. (pm)