23. April 2019, 22:17

Förderverein legt geringere Kosten vor

"Eine Woche Almarin" . Bild: Simon Kapfer/Landratsamt Donau-Ries
Der Förderverein des Almarin kritisiert die hoch angesetzten Betriebskosten und hat eigene Berechnungen angestellt. Demnach sei das Hallenbad mit einem jährlichen Defizit von rund 175.000 Euro zu betreiben. Teil 1 unserer Serie "Die Zukunft des Almarins"

Rund zwei Stunden präsentierten die Verantwortlichen von Fritz-Plan und der Deutschen Sportstättenbetriebs- und Planungsgesellschaft ihre Zahlen. Die Sanierung des Gebäudes wird demnach bei rund 7,3 Millionen Euro liegen. Durch Eigenleistungen können immerhin 900.000 Euro eingespart werden. Die jährlichen Betriebskosten liegen bei rund 1 Millionen Euro. Nach Abzug der kalkulierten Einnahmen von etwa 150.000 Euro bei 30.000 Badegästen bleibt ein jährliches Defizit von schlussendlich 850.000 Euro. Den ausführlichen Artikel zu der Veranstaltung lest ihr hier: Ist das Almarin bezahlbar?

Förderverein präsentiert andere Zahlen

Ganz andere Zahlen präsentierte der Förderverein des Almarin um Rolf Bergdolt und Michael Gumpp. Sie kamen auf deutlich höhere Einnahmen von über 500.000 Euro. Durch andere Sichtweisen bei Kosten und der Berücksichtigung der almarinspezifischen Besonderheiten kommt der Förderverein auf Gesamtkosten in Höhe von 700.000 Euro und auf ein jährliches Defizit von nur noch 175.000 Euro.

Im Gespräch mit der Redaktion erläutert Michael Gumpp, warum die Zahlen des Fördervereins stichhaltig sind. „Die Deutschen Sportstättenbetriebs- und Planungsgesellschaft als Gutachter hat unseres Erachtens viele almarin- und regionspezifische Parameter außer Acht gelassen,“ so Michael Gumpp. „Bei unseren Berechnungen und umfangreichen Recherchen haben wir zahlreiche Schätzwerte gefunden, welche die Kostenstruktur leider nach oben treiben. So rechnet die DBSG mit einem Wasserpreis von 3,27 Euro je Kubikmeter. Eine einfache Rückfrage bei Rieswasser zeigte auf, dass die Kosten dafür tatsächlich nur bei 1,40 Euro je Kubikmeter liegen. Das zu ermitteln hat nur wenige Minuten Zeit in Anspruch genommen.“

Beispielsweise gibt es bei den Müllgebühren, den Versicherungsbeiträgen, den Verwaltungskosten und den Ausgaben für Wartung und Reinigungsmitteln Differenzen. „Für alle Punkte haben wir verbindliche Vergleichsangebote von regionalen Fachfirmen eingeholt. Diese waren immer deutlich unter den vom Gutachter kalkulierten Kosten,“ so Gumpp weiter. Die DBSG kalkuliert mit 112.200,00 Euro. Laut den vorliegenden Angeboten an Michael Gumpp stehen jedoch nur Kosten von knapp 40.000 Euro im Raum. Marie Gudorf, Projektmanagerin bei der DBSG und zuständig für das Gutachten für das Hallenbad war zu keiner Stellungnahme bereit. "Wir haben viel Erfahrung in der Erstellung von Gutachten und dem Betrieb von Bädern und sehen keinen Grund, unsere Zahlen zu verteidigen. Deshalb geben wir keine weiteren Presseauskünfte ab."

Defizit wäre mit anderen Bädern vergleichbar

Auch die von der DBSG kalkulierten Kapitalkosten zeigen laut Gumpp Einsparungspotential auf. So findet sich in der Kalkulation ein Posten „Pre-Opening“ mit immerhin 150.000 Euro. „Dieser Betrag soll die Kosten für einen Probebetrieb vor der Eröffnung abdecken. Das ist in unseren Augen nicht nötig. Wir würden ein etabliertes Bad wieder eröffnen und die Erfahrungswerte sind vorhanden und nutzbar“. Gumpp legt sich fest. „Wir hätten uns seitens DSBG über ein Gutachten gefreut, das die Besonderheiten des Almarins, der Region und das Potential der vielen freiwilligen Unterstützer viel stärker berücksichtigt. Die DSBG betreibt einige Bäder in Nordrhein-Westfalen und legt ihrer Kalkulation die dort vorliegenden Werte zugrunde. Wir sind jedoch im Donau-Ries und haben zum Glück Erfahrungswerte aus dem früheren Betrieb des Almarins sowie Zahlen aus den anderen Bädern im Landkreis." Nach Angaben des Landratsamts kann sich die Kosteberechnungen des Fördervereins mit de Zahlen der anderen Bäder im Landkreis vergleichen. "Zudem wurde das große ehrenamtliche Engagement der DLRG in Mönchsdeggingen leider außen vorgelassen. Auch dieses wirkt sich stark mindernd auf die vorgeschlagenen 11,5 Planstellen für das Almarin aus", so Gumpp.