28. Mai 2020, 12:20

High Tech gegen den Mähtod

Im Wallersteiner Forst wird aufgepasst, dass keine Rehkitze vermäht werden. Bild: Oettingen-Wallerstein
Wie in jedem Frühjahr steht die erste Mahd bevor und so heißt es im Wallersteiner Forst: Mission Kitzrettung.

So traf sich bei Sonnenaufgang Forstwirtschaftsmeister Armin Meyer von den Fürst Wallerstein Forstbetrieben am Grünhof bei Fremdingen, um dort mit Unterstützung von Revierjagdmeister Rupprecht Walch von der Forstverwaltung Oettingen-Spielberg und Dieter Hampel die zu mähenden Wiesen nach Rehkitzen abzusuchen.

Mit Hilfe einer Drohne, die mit einer Wärmebildkamera ausgestattet ist, werden die betroffenen Wiesen überflogen und so die Orte lokalisiert, an denen sich die jungen Rehe im Gras verstecken. Das hohe Gras ist für die jungen Tiere ein ideales Versteck sowie der perfekte Ruheplatz. Gleichzeitig birgt dieses Versteck jedoch auch eine Gefahr, da den Tieren in den ersten Wochen der Fluchtinstinkt fehlt und sie liegenbleiben, wenn ihnen Gefahr droht. So auch wenn die Wiese gemäht wird.

Die von der Drohne erkannten Kitze werden von den Forstmitarbeitern in nahe gelegene Waldstücke in Sicherheit gebracht, wo sie von ihrer Mutter wieder aufgenommen werden. Wichtig ist bei der Rettungsaktion auch die Zusammenarbeit mit den Landwirten. „Sofort nach Abschluss der Suchaktion beginnen die Landwirte mit dem Mähen der Wiese. So wird verhindert, dass sich die Kitze wieder auf der Wiese niederlassen, ehe der Mäher kommt“, erklärt Walch. Drohnenpilot Rupprecht Walch ist routiniert und sehr engagiert bei der Sache, er hat bereits im letzten Jahr etliche Einsätze mit der Drohne (zur Verfügung gestellt vom Verein für Deutsche Wachtelhunde e.V.) geflogen und so Hunderten von Kitzen das Leben gerettet. Am vergangenen Dienstag konnten mit der Aktion, die von Wissenschaftlern der TU München begleitet wurde, fünf Kitze vor dem Mäher in Sicherheit gebracht werden.

Mehr erfahren Sie auch unter: kitzrettung-hilfe.de (pm)