Ernährung

Für eine nachhaltige Zukunft brauchen wir regionale Lebensmittel

Symbolbild. Bild: pixabay
Die Ernährung der Zukunft ist ein Schwerpunktthema auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin, die am kommenden Freitag eröffnet wird. Ein Thema, das auch den Bayerischen Bauernverband beschäftigt. Kreisbäuerin Nicole Binger und Kreisobmann Karlheinz Götz erwarten von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir eine ausgewogene, landwirtschaftlich-perspektivische Landwirtschaftspolitik.

Regional und nachhaltig erzeugte Lebensmittel sorgen für effiziente Nährstoffkreisläufe und tragen genauso zur Artenvielfalt bei, betonen Binger und Götz. Das „Eckpunktepapier, Weg zur Ernährungsstrategie der Bundesregierung“, ist hier nicht ausgewogen! Auch wir stehen zu einer gesunden Ernährung, die gut für die Umwelt ist und für alle bezahlbar sein soll“, sagt Kreisbäuerin Nicole Binger. Sie unterstützt die Aussage der Landesbäuerin Christine Singer, sich vehement bei allen Diskussionen zu einer stärker pflanzenbetonten Ernährung einzubringen und darauf hinzuweisen, wie wertvoll unsere tierischen Lebensmittel sind, die wir regional erzeugen können.

Kreisobmann Götz sieht die heimische Land- und Forstwirtschaft als grünes Fundament für eine nachhaltige Zukunft. „Die Bäuerinnen und Bauern erzeugen hochwertige Nahrungsmittel und erneuerbare Energie. Gleichzeitig sorgen sie mit einer nachhaltigen Bewirtschaftungsweise für Artenvielfalt, für Klimaschutz und lebendige ländliche Räume.“ Dafür brauche es aber Wertschätzung, praxistaugliche Rahmenbedingungen und zuverlässige Perspektiven für die Weiterentwicklung aller landwirtschaftlichen Betriebe.

Kreisbäuerin Binger weist auf die Notwendigkeit einer bunten Mischung aus pflanzlichen und tierischen Produkten hin, da jede Lebensmittelgruppe bestimmte Nährstoffe enthält, die der Körper für die Leistungsfähigkeit und Gesunderhaltung braucht. Mit Blick auf eine nachhaltige Ernährung und Kreislaufwirtschaft betont Binger: „Nur mit Nutztieren erreicht der Gesamtgewinn an Nahrung sein Maximum. Grünland, Koppelprodukte, wie z.B. Stroh und Teile der Fruchtfolge, wie Kleegras, sind ohne Tiere für die menschliche Ernährung wertlos. Ohne den Kreislauf von Ackerbau mit tierischem Dung müssen Betriebe mehr Mineraldünger einsetzen.“

Ein Fach für Ernährung in der Schule

In der Gemeinschaftsverpflegung müssten noch stärker regional erzeugte Lebensmittel, konventionell und ökologisch erzeugt zum Einsatz kommen, die Qualitätsstandards berücksichtigt und die Finanzierbarkeit für alle Bevölkerungsgruppen ermöglicht werden. „Die Wahlfreiheit beim Essen muss dabei erhalten bleiben. Neben vegetarischen Gerichten müssen auch weiterhin Fleischgerichte angeboten werden und das insbesondere in der Kita- und Schulverpflegung“, sagt Binger. „Bei der Weiterentwicklung des EU-Schulprogramms muss die Bedeutung der Kuhmilch weiterhin hervorgehoben werden für die Gesundheit unserer Kinder und auch aus Gründen der Nachhaltigkeit.“

Nach Ansicht der Landfrauen ist der derzeitige „Siegel-Dschungel“ wenig hilfreich für eine sinnvolle Lebensmittelauswahl. „Und auch veränderte Rezepturen für Lebensmittel mit weniger Zucker, Salz und Fett tragen noch nicht zu einer ausgewogenen, gesunden und nachhaltigeren Ernährung bei. Dafür braucht es fundiertes Wissen, praxisorientiere Verbraucherbildung von klein auf und überlegtes, verantwortungsvolles Handeln. Daher fordern wir weiter, Alltagskompetenzen zusätzlich mit einem eigenen Fach in der Schulbildung zu verankern“, sagt Kreisbäuerin Binger. (pm)