Seit 2019 gibt es mit dem Bundes-Klimaschutzgesetz erstmals eine verbindliche Festlegung von Klimazielen in Deutschland. Im Jahr 2021 wurde ein Zielpfad für die Minderung von Treibhausgasen gegenüber 1990 formuliert. Darin heißt es, dass bis 2045 eine Netto-Treibhausgasneutralität erreicht werden soll.
Der Freistaat Bayern ging sogar noch einen Schritt weiter und gab sich eine freiwillige Deadline bis 2040. Zwar gibt es mittlerweile Stimmen, wonach sich Bayern an den bundesdeutschen Fahrplan anpassen und so ebenfalls erst für 2045 Klimaneutralität im Freistaat erreichen soll. Dafür bräuchte es jedoch eine Änderung des Klimaschutzgesetzes durch den Landtag. So lange gilt für alle Betroffenen weiterhin 2040 als Zielpunkt.
Die Rolle der Gasheizung in der Wärmeversorgung
So auch für die Stadt Donauwörth, die am 30. September 2025 eine kommunale Wärmeplanung im Stadtrat verabschiedet hat. Diese soll die Grundlage für die Wärmewende bilden und „eine klare Orientierung dafür geben, wie öffentliche Gebäude und Privathaushalte in Zukunft klimafreundlich mit Wärme versorgt werden können“, heißt es auf der Homepage der Stadt dazu.
Im Rahmen der Diskussion um die Zukunft des Heizens geraten auch immer wieder Gasheizungen in den Fokus. Diese machen in Donauwörth einen erheblichen Teil der Heizungsanlagen aus, wie die Stadt Donauwörth und die Gasnetz Donauwörth GmbH auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigten. Bei den 8.686 dezentralen Wärmeerzeugern in Donauwörth handelt es sich demnach bei 4.245 (49 Prozent) Anlagen um Erdgaskessel. Dahinter folgen Heizölkessel (3.068 Stück/35,3 Prozent), Holzpelletheizungen (793/9,1), Nah- und Fernwärmeübergabestationen (270/3,1), Elektroheizungen (172/2), strombetriebene Luftwärmepumpen (106/1,2) und Erdwärmepumpen (15/0,2) sowie Kohlekessel (8/0,1).
Die Gasnetz Donauwörth GmbH gibt ein Versprechen
Dementsprechend wichtig ist die Frage der Gasversorgung für die Bürger in Donauwörth. Und hier hat die Gasnetz Donauwörth GmbH eine gute Nachricht: „Wir werden weiterhin alle Bürgerinnen und Bürger, die mit Gas heizen möchten, mit Gas beliefern“, heißt es klar und deutlich in den Antworten, die unserer Redaktion gegeben wurden. Dazu arbeite man an der Zukunftsfähigkeit des Gasnetzes. „Bereits heute können alle Donauwörtherinnen und Donauwörther durch unser Gasnetz bis zu 100 Prozent Biogas erhalten. Bis zum Jahr 2040 wird es für einen Einsatz von 100 Prozent grünem Wasserstoff fit sein.“
Auf dem Weg dorthin verfolgt die Stadt mit der kommunalen Wärmeplanung einen systemoffenen Ansatz. Berücksichtigt werden dabei grüne Moleküle (wie Biogas und Wasserstoff), grüne Elektronen (aus Wind, Wasser und Solar), Wärmepumpen (welche die Umweltwärme direkt anzapfen) und grüne Wärmeversorgungen (wie beispielsweise im Alfred-Delp-Quartier). „Wir schließen keine grüne Option aus. Alles hat dort seine Berechtigung, wo es am besten funktioniert“, erklärt die Gasnetz Donauwörth GmbH.
Infrage gestellt wird der noch aktuelle Termin der Klimaneutralität bis 2040 nicht. „Diese Entscheidung ist für uns bindend. Wir haben uns darauf eingestellt, setzten sie für Donauwörth um und können gut mit ihr leben.“