14. August 2017, 09:00

Damals: Der Alchemist vom Schloss Donaumünster

Alexander von Bernus war nicht nur Alchemist sondern auch begeisteter Dichter und Literat. Bild: Gemeinde Tapfheim
Alexander Freiherr von Bernus wurde 1880 in Aeschach bei Lindau geboren und vom kinderlosen Bruder seiner Mutter schon als Säugling adoptiert. Seine Kindheit und Jugend erbrachte von Bernus zunächst im englischen Manchester und später auf dem Stift Neuburg bei Heidelberg.
Donaumünster - Schon früh konnte sich von Bernus für Literatur, Philosophie, Medizin und Chemie begeistern. Als junger Mann begann er mit der Veröffentlichung erster Gedichte, die vor allem durch die literarische Strömung der Romantik beeinflusst waren. Anfang des 20. Jahrhunderts besaß er mit den „Schwabinger Schattenspielen" außerdem ein eigenes kleines Theater in München. Fördernd für von Bernus war, dass er schnell in einen literarischen Freundeskreis aufgenommen wurde, in dem auch Stefan Zweig, Rainer Maria Rilke, Thomas Mann und Hermann Hesse zugegen waren.
Neben der Literatur waren es vor allem die Wissenschaften Medizin, Chemie, Botanik und Physik, die es von Bernus angetan hatten. 1914 hatte er sich auf Stift Neuburg ein alchemistisches Versuchslaboratorium eingerichtet und begann dort mit der Herstellung erster eigener Heilmittel. Sieben Jahre hat es dann aber noch gedauert, bis von Bernus 1921 sein pharmazeutischesspagyrisches Laboratorium gründete. Der Grundstein für das heutige Laboratorium Soluna war gelegt.
Später verlegte Bernus seinen Wohnsitz samt Laboratorium nach Stuttgart. Als sein Anwesen dort einige Zeit später, 1943, bei einem Bombenangriff zerstört wurde, machte er das vorher bereits erworbene Schloss Donaumünster zu seinem Lebensmittelpunkt und führte dort seine alchemistischen Studien weiter.
Viele hielten Alexander von Bernus damals für den letzten Mystiker, einen Sonderling, denn er lebte in der Zeit, in dem die Menschen nicht mehr an die Wunder der Natur glaubten, sondern reine Mathematik und messbare Wissenschaften studierten.

Info

Schon in der Antike und später im Mittelalter untersuchten Menschen die Eigenschaften von Stoffen und ihre Reaktionen. Die Herstellung von Gold oder die Suche nach dem Stein der Weisen waren dabei aber keineswegs die einzigen Ziele. Hingegen hinterließen die Alchemisten ihrer Nachwelt nützliche Erkenntnisse für die moderne Chemie.