Café

Klein aber fein – Das Romy’s in Amerbach

Das Café Romy's in Amerbach. Bild: Diana Hahn
Manchmal finden sich kleine zauberhafte Orte, wo man sie nie vermutet hätte. So in etwa verhält es sich mit dem wohl kleinsten Café im Landkreis, das man am Ende von Amerbach findet. Im Mühlweg 5, haben sich Volker und Rosemarie Dorsch in einer zum Deko-Café umgebauten Garage einen Lebenstraum erfüllt

„Eigentlich schon immer“, erzählt Volker Dorsch, „war es unser Traum einmal ein Café zu eröffnen.“ Erfahrung bringt das Ehepaar mit, da beide früher bereits in der Gastronomie tätig waren. Benannt wurde das Café nach der vor zwei Jahren verstorbenen Tochter des Paares. „Eine unserer Töchter, Romina, war von Geburt an schwerstbehindert. Eines Tages haben wir uns kurz vor dem ersten Advent überlegt einen kleinen Weihnachtsmarkt in unserem Garten zu veranstalten. Nur für Familie und Freunde“, so Volker Dorsch. Man habe die Gartenlaube beleuchtet und für Essen gesorgt. „Die Einnahmen aus dem kleinen Markt haben wir dann zu einem Drittel gespendet und den Rest für die Therapie von Romina verwendet“, erklärt Volker Dorsch. Auch im Jahr nachdem Romina verstorben war, hat Familie Dorsch wiederum einen kleinen Weihnachtsmarkt veranstaltet und die Einnahmen je zur Hälfte an die DKMS und die Drachenkinder gespendet. Zu diesem Zeitpunkt kam dem Paar erneut die Idee ein Café zu eröffnen.

Da sich der Genehmigungsprozess dann doch schwieriger gestaltete als gedacht, beschlossen die beiden kurzerhand einen Teil ihrer Garage umzubauen und eröffneten dort im November 2020 ihr eigenes kleines Café, in dem sie allerdings weit mehr als Kaffee und selbst gebackenen Kuchen anbieten. „Wir bieten zum Beispiel selbstgemachte Liköre, die wir mit Obst aus unserem eigenen Garten hergestellt haben, an“, erzählt Dorsch. Aber auch andere selbstgemachte Dinge gibt es im Café zu bewundern und natürlich zu kaufen. Über Windlichter, handbemalte Schilder, Türkränze, Fruchtaufstriche, Holzartikel und Dekoartikel aus Metall – alles natürlich vom ein oder anderen Familienmitglied selbstgemacht – reicht das Angebot im kleinen Deko-Café. Auch weiterhin möchte das Paar gemeinnützige Einrichtungen unterstützen und spendet deshalb einen Teil der Einnahmen der Vorweihnachtszeit für den guten Zweck. Und Romina ist immer mit dabei, denn ein Bild, das an sie erinnert, hängt gut sichtbar über der Theke.

Nur am Wochenende geöffnet
Da Rosemarie und Volker Dorsch beide berufstätig sind, ist das Café bisher Freitag, Samstag und Sonntag ab 14 Uhr geöffnet. „Aber es passiert auch manchmal, dass jemand Sonntagvormittag anruft und Kuchen möchte. Oder dass jemand ein Geschenk außerhalb der Öffnungszeiten braucht. Das machen wir dann auch möglich“, so Rosemarie Dorsch. Ohne die Hilfe der Familie wäre es nicht möglich das Café am Wochenende zu betreiben. „Wenn wir mal keine Zeit haben, oder natürlich auch mal Zeit als Familie mit unserer Tochter Benita verbringen möchten, dann gibt es eigentlich immer jemanden innerhalb unserer Familien, der mal für ein paar Stunden einspringt“, erklärt Rosemarie Dorsch.

Angenommen werde das Café gut, so Dorsch weiter. „Bei uns kommen auch viele Wanderer vorbei, da wir direkt am Bayrisch-Schwäbischen Jakobsweg und am Frankenweg liegen“, sagt sie. Ob das Romy’s so bleiben soll wie es ist, oder ob es irgendwann größer werden soll, wissen die beiden im Moment noch nicht. „Wir sind aber für alles offen“, ist sich das Paar einig.

Auf dem Bild sieht man das Café Romy in Amerbach. Bild: Diana Hahn

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