22. November 2020, 09:00

Kunst aus Holz und Harz

Uhren fertigt Daniel Bayer in den unterschiedlichsten Farbnuancen. Bild: Daniel Bayer
Für Daniel Bayer aus Ebermergen ist sein Beruf, das Schreinerhandwerk, nicht nur Beruf, sondern Berufung. Dass er in die Fußstapfen seines Vaters treten würde „war eigentlich schon immer klar“. Neben seiner Arbeit in der Familienschreinerei, die mittlerweile in vierter Generation betrieben wird, kreiert Daniel nach Feierabend besondere Möbelstücke aus Holz und Harz.

Seit 1920 gibt es die Schreinerei Bayer in Ebermergen. Chef Klaus Bayer und sein Sohn Daniel fertigen Türen, Fenster und Möbelstücke. Aber auch Restaurationen und die Instandsetzung von denkmalgeschützten Altbauten gehören zum Angebot des kleinen Familienbetriebs. „Wir sind vor allem dann im Einsatz, wenn es um Spezialfälle geht. Möbel von der Stange findet man bei uns nicht“, erklärt Daniel. 80 Prozent der Aufträge, die Klaus und Daniel Bayer bearbeiten, sind allerdings außerhalb des Landkreises, meist in München und Umgebung ist das Schreinerduo dann unterwegs.

Vom Versuch zur Leidenschaft

Neben seiner alltäglichen Arbeit in der Familienschreinerei hat Daniel Bayer seit zweieinhalb Jahren die Arbeit mit Epoxidharz in Verbindung mit dem Material Holz als Leidenschaft für sich entdeckt und möchte sich hier seine eigene Nische einrichten. „Holz und Harz sind ein gutes Team. Das ist mein Ding. Ich habe es erstmal als Versuch angesehen, würde mich aber gerne auch darauf spezialisieren“, erzählt Daniel Bayer. Auf die Idee, Holz und Harz zu kombinieren, ist der 30-Jährige durch das Internet gekommen. Die Möglichkeiten mit Harz und Holz Unikate zu schaffen sind dabei schier unendlich.

 

Daniel Bayer. Bild: Daniel Bayer

Egal ob Tische, Uhren, Schneidebretter oder Schmuck, der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt. Vor allem da auch mit allerlei Farbpigmenten immer wieder neue farbliche Nuancen erzielt werden können. Sogar Steine oder Pflanzen können durch das Harz in die Möbel miteingearbeitet werden.

Während unter der Woche der reguläre Betrieb der Schreinerei läuft, arbeitet Daniel in der Zeit nach Feierabend und am Wochenende oft an seinen Unikaten und schafft dabei mit viel Kreativität Kunstwerke aus Holz und Harz. Doch dafür ist auch einiges an Vorarbeit notwendig. „Bevor ich anfange mit dem Harz zu arbeiten gibt es einiges vorzubereiten. Ich muss erst eine Form bauen. Manchmal mache ich mir dafür eine Zeichnung, aber oft baue ich die auch aus dem Kopf heraus. Außerdem muss ich das passende Holz auswählen und die Kanten, Astlöcher oder Risse mit schnelltrocknendem Harz vorbehandeln, damit es später keine Bläschen oder Risse gibt“, erklärt der junge Schreiner. Erst wenn die Form fertig, das Holz behandelt und in diese Form eingepasst ist, kommt die zweite Hauptkomponente, das Epoxidharz, in die Form. Danach heißt es geduldig sein, denn das Harz muss nun noch komplett durchtrocknen, bis Daniel weiterarbeiten kann. Mit den Arbeiten, die von der Idee bis zur Fertigstellung anfallen, können so schon einmal zwischen 20 und 30 Stunden für ein größeres Möbelstück, wie etwa einen Esstisch, zusammenkommen – ohne Trocknungszeit. „Vor allem das Schleifen und Polieren der Oberfläche ist zeitaufwändig. Bei einem Schneidebrettchen dauert das schon zwischen eineinhalb und zwei Stunden“, erläutert der Ebermergener. Beigebracht hat sich Daniel Bayer das Arbeiten mit Epoxidharz größtenteils selbst, frei nach dem Motto „learning by doing“. So hat er schon einige Projekte, bei welchen er Harz und Holz kombiniert hat, umgesetzt. Das zeigt er auch regelmäßig auf seinem Instagram-Kanal @der.moebelschreiner.

Ein Projekt möchte Daniel unbedingt einmal umsetzen: „Mein Traum ist es, eine riesengroße Schiebetür aus Holz und Harz zu fertigen. Einen richtigen Hingucker eben“, erklärt der 30-Jährige. 

Info

Wer ein individuelles Möbelstück gefertigt haben möchte, kann Daniel bei Instagram unter @der.moebelschreiner oder per Mail unter bayer.1990@gmx.de kontaktieren.