25. Juli 2020, 08:00

Vom kleinen, gepachteten Fleischerladen ...

Josef Göth (links) war Gründer der Metzgerei. Bild: privat
Im Jahr 1938, kurz vor dem 2. Weltkrieg, entscheidet sich Metzgermeister Josef Göth, in Rain am Lech einen kleinen Laden zu pachten, um seinem Handwerk nachzugehen. Hier, in der Rainer Hauptstraße 61, begann damit die Geschichte eines der größten Metzgereibetriebe im Donau-Ries.

120 Reichsmark pro Monat betrug der Pachtzins für das noch sehr kleine Geschäft, das vorher „beim Schebele“ hieß. Damals hatte die Metzgerei auch noch ein Braurecht, was heute unvorstellbar, damals aber ganz normal war. 

Bevor sich das junge Unternehmen aber groß entwickeln konnte, machte der Krieg Josef Göth einen Strich durch die Rechnung. Fünf Jahre im Einsatz und vier Jahre in russischer Kriegsgefangenschaft später kehrte der Gründer 1949 zurück nach Rain und nahm das Geschäft wieder auf, das indessen von seiner Frau notdürftig weitergeführt wurde. 1953 folgte mit dem Kauf des Anwesens der Startschuss für das Wachstum der Metzgerei Göth.

Wolfgang Göth senior, der Sohn von Josef Göth, erinnert sich noch, wie es damals auf und zu ging in der Metzgerei. Jeden Samstagnachmittag fuhr sein Vater zu den Bauern der Region, um die Tiere einzukaufen. Geschlachtet wurde in der Hauptstraße 61, wo eigene Stallungen und eine Viehwaage vorhanden waren. Die Landwirte wurden gleich ausbezahlt. Dabei spielte sich auch einmal Kurioses ab: „Als bei den Tageseinnahmen in der Kasse einmal nicht genug Bares da war, um einen der Bauern auszubezahlen, stellte man ihm einen Verrechnungsscheck aus. Den löste er dann aber nicht ein, was alle verwunderte. Ein halbes Jahr später kam er dann mit dem Scheck wieder an und sagte, er könne damit nichts anfangen, und wolle nun doch lieber Bargeld“, berichtet der heutige Seniorchef. 

Für Josef Göth stand immer die Qualität der Produkte an erster Stelle, entsprechend wuchs das Geschäft. Zahlreiche Umbauten und Erweiterungen nahmen die Göths vor, zum Beispiel 1956, als ein neues Produktionsgebäude hinter dem Haus errichtet wurde, oder 1959, als man das vordere Gebäude abriss und neu baute. Nachdem Josef Göths Sohn Wolfgang die Geschäfte circa 1980 übernommen hatte, wurde die Einrichtung des Ladens 1983 modernisiert. Seine heutige Größe erreichte der Betrieb nach der Jahrtausendwende, als die Metzgerei weitere Geschäfte übernahm und eingliederte. Mit insgesamt fünf Läden in Asbach-Bäumenheim, bei Dehner in Rain, in Donauwörth, Stadtbergen und dem Stammsitz gehört die Metzgerei Göth heute zu den angesehensten Fleischerbetrieben in der Region.

Ein Bild aus der Vergangenheit der Metzgerei Göth. Bild: Privat
Wolfgang Göth senior führte die Metzgerei in der 2. Generation. Bild: privat