4. Juni 2020, 09:38

Auhausen: Historische Bausubstanz von hoher Wertigkeit

Der ehemalige „Pfarrgarten“ in der Nachbarschaft zum Kloster Auhausen hat sich zum Treffpunkt der Gemeinde entwickelt. Bild: Robert Kaußler
Ein zukunftweisendes Projekt zur Ortsentwicklung und das „Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept“ (ISEK) in der Gemeinde Auhausen sind voll im Gange, die Kommunalwahlen haben jedoch Veränderungen erbracht.

Somit ist die Vorstellung der „Rahmenbedingungen und zu erläuternden Ablaufschritte“ aus den vorbereitenden Untersuchungen (VU) durch Werner Heckelsmüller vom gleichnamigen Planungsbüro auf den Beginn der neuen Amtszeit des amtierenden Gemeinderates gelegt worden.

Bürgermeister Martin Weiß konnte bei seiner Begrüßung der Experten- und Multiplikatorenrunde auf ein Konzept verweisen, das mit diesem Bericht nicht abgeschlossen sein wird, sondern einen „dynamischer Prozess und eine Perspektive über die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre“ darstellen soll. Heckelsmüller betont sogar, ein Nachschlagewerk für die Bürgerschaft und die Gemeinde vorliegen zu haben, das eine Bestandsaufnahme der innerörtlichen Bauwerke, eine detaillierte Bürgerbefragung, eine Zusammenfassung aller bestehenden kommunalen Planungen (z.B. Regionalplanung; Planungen zu Kloster und Prälatur) und den laufenden Projektaufgaben (z.B. Hochschule Augsburg zur Ortsdurchfahrt St2221) beinhalte.

Hohe Zustimmung in der Bevölkerung

Die Gemeinde Auhausen wurde 2018 in das Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“ aufgenommen und somit wird die Gemeindeentwicklung durch die Regierung von Schwaben begleitet und unterstützt. Nach einem damaligen Auftaktgespräch sind seither die erforderlichen Erhebungen vor Ort erfolgt. Multiplikatorengespräche, ein Bürgerworkshop und die großangelegte Bürgerbefragung 2019 entwickelten sich durch die ungewohnt große Resonanz und die sehr eindeutigen Bürgeraussagen zu überraschend positiven Aktionen. „Noch nie habe ich so viel Zustimmung zur eigenen Gemeinde erfahren“, so Planer Heckelsmüller. Die Begriffe „Gemeinschaft, Heimat und Zusammen“ waren auffallend häufig genannt. Hieraus darf gerne ein Wiedererkennungswert der Gemeinde Auhausen entstehen: Geschichte – Natur – Gemeinschaft.

Neben der bürgerseitig oftmals gewünschten „lebendigen Ortsmitte“ waren kritisch fehlende Treffpunkte/Gastwirtschaft, zu wenig Einkaufsmöglichkeit/Geschäfte, die ortsdurchschneidende Staatsstraße und der schwache ÖPNV zu nennen. Im Bereich Tourismus gab der Referent klar zu erkennen, dass das vorhandene Potential nicht genutzt werde. Alles in allem ist der Berichtsauswertung deutlich zu entnehmen, dass Förderbedarf besteht, insbesondere durch den landwirtschaftlichen Strukturwandel wird das Ortsbild mittelfristig leiden, wenn nichts passiert.

Sogar im „Heimatbericht 2018“ der Bayerischen Staatsregierung ist die Gemeinde Auhausen als „Raum mit besonderem Handlungsbedarf nach dem Landesentwicklungsplan“ ausgewiesen. Als Entwicklungsziele sind die "stabile Ortsgemeinschaft“ ebenso wie der „attraktive Wohn- und Arbeitsstandort“ aufgeführt.

Insbesondere der gemeindliche Erwerb des ehemaligen Abthauses (Prälatur) im Klosterareal wird sich zum „Herzstück der Bürgerschaft“ entwickeln. Zusammen mit der großen Freifläche zwischen Klosterkirche und Mehrzweckhalle sowie mit Kindergarten, Schützenhaus und Gemeindekanzlei kann ein Festplatz und eine grüne Mitte, inzwischen bereits als „Klosterwiese“ tituliert, dieses außergewöhnlichen Ortes mit Alleinstellungsmerkmal werden. Die weiteren anliegenden Gebäude haben das Potential für einen gemeindlichen Bauhof, einen Treffpunkt mit Backhaus, eine Freiluft-Bühne und einer Kindergarten-Erweiterung. Ergänzend findet an diesem Abend ausdrücklich Erwähnung, dass diese kleine Gemeinde in der fränkisch-schwäbischen Region durch ihre ortsansässigen Firmen das „Know-How vor Ort“ habe, diese ehrgeizigen Pläne umzusetzen.

Das weitere Vorgehen

In der nachfolgenden Diskussionsrunde stand im Mittelpunkt die Frage: „Wie geht’s weiter?“. Heckelsmüller: Unter Einbeziehung der Regierung von Schwaben werden Ideenwettbewerbe, staatliche Gutachten zur Prälatur, Bodendenkmal-Untersuchungen zum Klosterbereich und ein Gestaltungsgesamtplan auf die Agenda kommen. „Die Gemeinde braucht Visionen, wie der Ort aussehen könnte. Die Vorarbeit ist soweit getan, dass ein Signal an die Regierung gegeben werden kann“.

Parallel wird sich die Gemeinde Auhausen an die „Ausweisung des Sanierungsgebietes mit gemeindlichem Satzungsbeschluß“ machen. (pm)