25. Juli 2019, 12:39

Vorsorge kann Leben retten

An Wochenenden und Feiertagen sollen Patienten in Nördlingen künftig in einer Praxis am Stiftungskrankenhaus versorgt werden . Bild: pixabay
An Darmkrebs erkranken immer mehr junge Leute. Besonders gefährdet sind dabei Menschen, in deren Familien es bereits Darmkrebsfälle gibt.

Menschen mit familiär erhöhtem Risiko sollten daher schon im jungen Erwachsenenalter zur Vorsorge gehen. Rechtzeitig erkannt ist Darmkrebs heilbar. „Seit Oktober letzten Jahres läuft exklusiv in Bayern das ‚Projekt FARKOR‘, mit dem Menschen mit einem familiären Darmkrebsrisiko schon ab einem Alter von 25 Jahren diese Vorsorgeleistungen kostenfrei nutzen können. Auch die AOK Bayern ist an diesem Projekt beteiligt und versorgt damit Familien mit erhöhtem Darmkrebsrisiko“, sagt Michael Meyer, Direktor der AOK Donauwörth. 

Teilnehmen ist ganz einfach

Zu der Teilnahme- und Einwilligungserklärung erhält der Versicherte eine entsprechende Patienteninformation. Nach Einschreibung erhält der Versicherte von seinem Arzt eine eindeutige FARKOR-ID ausgehändigt, mit der er sich gegenüber allen Ärzten als FARKOR-Teilnehmer ausweist, bei denen er FARKOR-Leistungen in Anspruch nehmen möchte.

Welche Ärzte nehmen im Landkreis am Projekt teil?

Die FARKOR-Teilnahme- und Einwilligungserklärung wird bei einem teilnehmenden Arzt von FARKOR unterschrieben. Im Landkreis Donau-Ries sind dies derzeit die beiden Gastroenterolgen Dr. Michael Fuckel, Nördlingen, und Dr. Jan Vitkovsky, Oettingen.

Jeder Fünfte nutzt die Darmkrebsvorsorge nicht

Eine erstmalige Langzeitauswertung über zehn Jahre (2007 – 2010) durch das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) zeigt, dass knapp 80 Prozent der AOK-Versicherten in Bayern über 60 Jahre die Darmkrebsvorsorge in Anspruch nahmen. Im Umkehrschluss gilt: Jeder fünfte bayerische AOK-Versicherte ging in diesen zehn Jahren nicht zur Darmkrebsvorsorge. Dabei ist Darmkrebs laut Bericht des Krebsregisters Bayern die zweithäufigste Tumorerkrankung bei Frauen und Männern im Freistaat. Um eine höhere Beteiligung an den Krebsvorsorgeprogrammen zu erreichen, befürwortet die AOK Bayern eine bessere Information der Versicherten durch schriftliche Einladungsprogramme. Bundesweit startet jetzt die Einladung zur Darmkrebsvorsorge.

Die Darmkrebs-Früherkennung richtet sich an Männer und Frauen im Alter von 50 bis 75 Jahren. Alle

Versicherten zwischen 50 und 54 Jahren können dann einmal jährlich ihren Stuhl auf verstecktes Blut untersu-chen lassen. Einen Anspruch auf eine Darmspiegelung haben Frauen ab 55, Männer bereits ab 50 Jahren.

Weitere Informationen zum neuen Darmkrebsscreening finden Sie unter: https://www.aok.de/pk/bayern/inhalt/darmkrebs-fruehzeitig-erkennen-1/ (pm)