26. Januar 2017, 17:00

Heute: Moderne Designeröfen sorgen für ein behagliches Heim

2015 haben Eleonore Und Reinhold Bittner das Geschäft an ihren Sohn Thomas (rechts im Bild) übergeben. Bild: Diana Hahn
Damals & Heute Teil 2: Im zweiten Teil unserer Miniserie aus dem aktuellen blättle Nummer 12, erzählen wir Euch wie die Oettinger Hafner-Familie Bittner zum Ofenbau kam. 
Oettingen - Man schrieb das Jahr 1920 als Friedrich Bittner, der Urgroßvater des heutigen Geschäftsinhabers Thomas Bittner, die Geschirrproduktion in seiner im Markthof gelegenen Werkstatt aufgab und sich ganz dem Ofenbau verschrieb, dem er vorher nur nebenbei nachgegangen war.
Vom ersten Stein... Bild: Familie Bittner
Sein Sohn Friedrich Bittner begann seine Lehre im Jahr 1928 und beendete diese auch bevor er in den Krieg ziehen musste, aus dem er kriegsversehrt zurückkam. Trotzdem legte er im Jahr 1938 seine Meisterprüfung ab und übernahm den Betrieb seines Vaters. 1985 gab es wiederum einen Wechsel an der Spitze des Familienunternehmens: Reinhold Bittner übernahm, anders als geplant, den Betrieb seines Vaters. Der Diplomingenieur (FH) legte, nachdem der sein Studium erfolgreich beendet hatte, die Prüfung zum Ofenbaumeister ab und führte von 1985 an den Familienbetrieb, der zeitweise auch 7-8 Mitarbeiter hatte. Sein Bruder Friedrich machte sich mit einem eigenen Geschäft selbstständig, auch dieses Geschäft existiert noch heute.
Ofenbauer mit Leib und Seele
Bild: DRA
1990 wurde es platzmäßig eng, deshalb baute Familie Bittner eine Lagerhalle im Oettinger Gewerbegebiet. Im Laufe der Jahre wurde im Gebäude in der Schloßstraße 44, in dem sich das Geschäft seit den 50er Jahren befindet, das obere Stockwerk hinzugenommen, um die Ausstellung zu vergrößern. Im Jahr 2015 hat nun Reinhold Bittners Sohn, Thomas Bittner, das Geschäft übernommen. Bevor er jedoch Chef des Familienbetriebs wurde, lag noch eine gute Wegstrecke vor ihm. Zunächst begann er 2002 mit seine Ausbildung zum Fliesenleger. Im Anschluss daran absolvierte er seinen Wehrdienst. Nach diesem stand 2007 die zweite Ausbildung zum Ofenbauer an. 2011 legte er dann die Meisterprüfung im Ofenbau ab. In die Fußstapfen seines Vaters, Großvaters und auch Urgroßvaters trat er allerdings nicht, weil er es musste: "Ich bin Ofenbauer mit Leib und Seele. Für den Beruf habe ich mich nicht entschieden, weil ich es musste, sondern weil ich es gern wollte. Außerdem hat der Beruf in unserer Familie Tradition." Mit seinem Ein-Mann-Betrieb liegt sein Hauptaugenmerk auf dem Ofenbau. Das reizvollste an seinem Beruf ist für Thomas Bittner der Entwicklungsprozess. "Zusammen mit meinem Kunden plane und entwerfe ich den Ofen." Oft, so sagt er, können sich die Kunden gar nicht vorstellen, was aus Steinen und Schamotteplatten alles entstehen kann. Er bringe, so der Ofenbaumeister, Wärme und Behaglichkeit in das Zuhause seiner Kunden und eben das sei eine der Besonderheiten, die ihn an seinem Beruf faszinieren. "Ein besonderer Moment ist auch dann, wenn ich zusammen mit den Kunden zum ersten Mal den Ofen anheize und man sieht, wie sie sich darüber freuen", sagt Bittner und fügt hinzu: "Was ich kann, kann keine Wärmepumpe. Ein Ofenbauer ist eben auch ein Stück weit Designer." Außerdem habe sein Beruf sehr viele Facetten, da der Beruf des Ofenbauers viele verschiedene Berufsbilder in einem vereint. So muss er sich neben Wassertechnik auch mit Elektrotechnik, dem Mauern und Verputzen auskennen.
Eines ist für Thomas Bittner sicher: "Mein Betrieb soll ein Familienbetrieb bleiben." Er könne sich aber vorstellen, dass er irgendwann wieder 1 - 2 Mitarbeiter habe. Dass er großen Wert auf Tradition legt, beweist der junge Mann auch mit dem Namen seines Geschäfts, denn dieser lautet noch immer Friedrich Bittner - mit dem Zusatz: Inhaber Thomas Bittner.