23. Juli 2020, 10:54

Ries-Relief im RiesKraterMuseum

Das Relief zeigt das Nördlinger Ries und seine Umgebung bis hin zum Steinheimer Schwester-Asteroidenkrater. Bild: Prof. Dr. Stefan Hölzl/RiesKraterMuseum
Auf Initiative von Prof. Dr. Stefan Hölzl, dem Leiter des RiesKraterMuseums in Nördlingen entstand in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Michael Bauer von der Hochschule Aalen und der Firma Pflug in Gomaringen ein Relief des Nördlinger Rieses und seiner Umgebung bis hin zum Steinheimer Schwester-Asteroidenkrater.

Auf der abgebildeten Fläche ist die Region mit einem Ausmaß von 55 x 88 Kilometer im Maßstab 1 : 46.000 wiedergegeben. Die Auflösung und Genauigkeit des Reliefs ist überragend: Eine Fläche von 25 m x 25 m in der Natur, entspricht einem 0,5 x 0,5 mm großen Punkt im Relief. Die Höhe des Punktes wird mit 2,5 multipliziert, damit die Höhenunterschiede besser sichtbar werden. Das heißt ein Höhenunterschied von 100 Meter in der Realität entspricht im Modell etwa 5,5 mm. Das Material ist ein hochverdichtetes Polyurethan, lackiert, das von der Firma Pflug aus Gomaringen verwendet wurde. Auch für die NASA baut diese Firma Modelle. Prof. Dr. Michael Bauer von der Hochschule Aalen und Leiter des Medienzentrums entwickelte bereits ein ähnliches Relief der Schwäbischen Alb, welches mit der Eröffnung des Science-Centers „Explorhino“ an der Hochschule Aalen 2018 präsentiert wurde.

„Wir verwenden unser Relief im RiesKraterMuseum als 3D-Projektionsfläche zur Visualisierung unterschiedlichster Inhalte“, führt Prof. Dr. Stefan Hölzl aus. Damit können wirkungsvoll und sehr anschaulich Informationen zum Thema Ries-Geologie, Impakt, etc. mit räumlichen Bezügen dargestellt werden. Insbesondere Landschaft und Topographie, aber auch Orte, Gebiete, Verkehrsbindungen, Gewässer sind in einer Klarheit darstellbar, wie sie sonst nicht zu sehen ist. Die Verbreitung von Gesteinen, geologischen Einheiten, geologischen Grenzen, geographischen Spuren der Erdgeschichte (z. B. Main, Ur-Donau, …) aber auch kulturhistorischer Plätze, Naturräume, etc. werden deutlich sichtbar. Durch die räumliche Verknüpfung werden thematische Zusammenhänge, insbesondere von Natur und Kulturgeschichte deutlich. Diese räumlichen Bezüge werden sichtbar ge-macht. Informationen können in verschiedenen Ebenen bis hin zu kleinen Details thematisch und hierarchisch getrennt und übersichtlich dargestellt werden, ohne das „Bild“ zu überfrachten. Hierzu dient ein separater Touchscreen-Monitor, auf dem der Besucher Inhalte und Tiefe wählen kann. Das Projekt wurde mit Mitteln des Bayerischen Wissenschaftsministeriums umgesetzt. Die Kosten beliefen sich auf ca. 40.000 Euro.

Aktuell läuft im RiesKraterMuseum eine einfache Endlos-Präsentation, in der das Gelände-Relief durch Graustufen unterstützt wird und aufeinanderfolgend die Verbreitung des Suevit, der Bunten Brekzie und der Verlauf des inneren und äußeren Kraterrandes gezeigt wird. Die oben genannten weiteren Inhalte sind in Arbeit und werden sukzessive eingespielt. Eine bemerkenswerte, einmalige Relief-Darstellung unseres Lebensraumes und unserer Heimat im Ries und darüber hinaus ist ab sofort Bestandteil der umfangreichen Sammlungen im RiesKraterMuseum und immer einen Be-such in dem weltweit einmaligen Museum wert. (pm)