Biodiversität

Gemeinschaftsprojekt schafft Lebensraum für Wildtiere und Insekten

Ortstermin zwischen Sonnenblumen und Phacelia: Jagdpächter, Feuerwehr, Landwirte und Amtsmitarbeiter von AELF und ALE auf den neuen Blühflächen bei Munzingen Bild: Jochen Bäuerle
Bei Munzingen sind dank einer Initiative neue Blühflächen entstanden, die Wildtieren und Insekten Nahrung und Lebensraum bieten. Die Zusammenarbeit von Landwirtschaft, Jagd und Naturschutz sorgt für mehr Artenvielfalt.

Sonnenblumen, Malven, Wilde Möhre, Phacelia, Buchweizen, Esparsette und Markstammkohl prägen die vier neuen Blühflächen rund um Munzingen: Wertvoller Lebensraum für Wildtiere, Insekten und zahlreiche Pflanzenarten, der um den Wallersteiner Ortsteil auf mehreren tausend Quadratmetern geschaffen wurde. Entstanden ist die Initiative anlässlich der 150-Jahr-Feier der Feuerwehr Munzingen unter dem Motto „Munzingen blüht“. 

Eine treibende Kraft war der örtliche Jagdpächter Karl-Heinz Bachmann, der gemeinsam mit den örtlichen Landwirten die Umsetzung vorantrieb. Eine beratende Rolle übernahm dabei das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Nördlingen-Wertingen. „Wir haben mit den Beteiligten geeignete Flächen ausgewählt, zu Fördermöglichkeiten beraten und bei der Auswahl geeigneter Saatgutmischungen unterstützt“, so Philipp Schuhmair, Sachgebietsleiter am AELF Nördlingen-Wertingen und zuständig für die Wildlebensraumberatung. 

Wertvoller Lebensraum für Wildtiere und Insekten

Getragen wird die Aktion von einer Kooperation bestehend aus Jagdpächter Bachmann, dem Naturschutzverein ANA - Artenreiche Natur e. V., den örtlichen Landwirten und dem AELF. Bei einer Flächenbesichtigung überzeugten sich alle Beteiligten von der Entwicklung der angesäten Blühflächen: Trotz Trockenheit und geringer Niederschläge hatten sich die Bestände erfreulich entwickelt. Die Pflanzen bieten nun Feldhasen, Rebhühnern und Rehen wertvolle Nahrung und Deckung. Zugleich finden zahlreiche Insekten ein vielfältiges Nahrungsangebot.

Diese Blütenpracht rücke auch den Wert ökologisch aufgewerteter Landschaften stärker ins Bewusstsein, so die Beteiligten, denn die Flächen seien von Munzingen aus gut zu sehen. Nach der Besichtigung stellten Bernhard Bacherle vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Krumbach und Philipp Schuhmair (AELF) verschiedene Fördermöglichkeiten und Ansätze für eine Biotopvernetzung im Offenland vor und nannten hier insbesondere Gewässer, Bäche und Gräben mit ihren ufernahen Bereichen. 

Enger Austausch als Erfolgsrezept

Alle Beteiligten waren sich einig, dass ein frühzeitiger und regelmäßiger Austausch zwischen Behörden, Kommune, Landwirtschaft und Jägerschaft entscheidend ist: „Durch gemeinsames, konstruktives Handeln konnten wir sichtbare Verbesserungen für Wildtiere, Insekten, das Landschaftsbild und die Bevölkerung erreichen“, fasst Wildlebensraumberater Philipp Schuhmair vom AELF das erfolgreiche Gemeinschaftsprojekt zusammen. (dra)