Im Mittelpunkt standen finanzielle Entwicklungen, strukturelle Veränderungen und neue Projekte zur Stärkung sozialer Angebote in der Region. In ihrer Begrüßung bedanke sich Doris Ritter als Vorsitzende des Verbandes bei allen Mitgliedern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und den vielen ehrenamtlichen Helfern für den unermüdlichen Einsatz für Menschen in Not im Sinne der christlichen Nächstenliebe. Ein weiterer Schwerpunkt des Abends waren die Neuwahlen der beiden Leitungsgremien des Verbandes.
Die finanziellen Rahmenbedingungen sind nach wie vor herausfordernd. Verantwortlich hierfür sind insbesondere reduzierte Zuschüsse, gestiegene Personalkosten sowie geringere Einnahmen mancher Aufgabenbereiche. Gleichzeitig zeigte sich im Haushaltsplan für 2026 eine vorsichtig besser werdende Perspektive: Nach aktuellem Stand wird ein ausgeglichenes Ergebnis angestrebt, auch wenn weiterhin Unsicherheiten bestehen. „Wir stehen weiterhin vor der Herausforderung, unsere Angebote wirtschaftlich stabil und gleichzeitig fachlich hochwertig zu gestalten“, verdeutlichte Branko Schäpers, Geschäftsführer des Verbandes.
Strukturwandel und gezielte Einsparungen
Um den finanziellen Druck abzufedern, wurden bereits konkrete Maßnahmen umgesetzt. Dazu zählt unter anderem die Zusammenfassung der Büroräume in Donauwörth sowie der gezielte Ausbau ertragreicher Arbeitsbereiche. Das ambulant betreute Wohnen wurde weiterentwickelt, unter anderem durch neue Leistungsvereinbarungen im Jugendbereich und für Menschen mit geistiger Behinderung. Der Betreuungsverein soll durch die Aufnahme zusätzlicher Fälle und den Aufbau der Verwaltung gestärkt und effizienter gestaltet werden.
Engagement und Projekte: Hilfe, die ankommt
Ein bedeutendes Projekt der vergangenen Jahre war die Hochwasserhilfe nach dem Ereignis im Juni 2024, die im Mai 2025 erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Hierbei wurden mehrere Familien aus dem Donauwörther Stadtbereich durch Beratung und finanzielle Unterstützung in der schweren Zeit begleitet.
Darüber hinaus konnte sich der Verband über wichtige Unterstützung freuen: So wurden zwei Fahrzeuge durch die Raiffeisen-Volksbanken im Landkreis gespendet, um die Mobilität der ambulanten Dienste zu gewährleisten.
Investition in Nachhaltigkeit und Infrastruktur
Mit der Fertigstellung einer Photovoltaikanlage am Standort Donauwörth im März 2026 setzt die Caritas auch ein Zeichen für Nachhaltigkeit. Rund zwei Drittel des Strombedarfs können künftig über die Anlage gedeckt werden, was langfristig Kosten spart und die Umwelt schont.
Blick nach vorne: Ausbau sozialer Angebote
Für die kommenden Jahre hat sich der Verband klare Ziele gesetzt. Dazu gehören beispielsweise Investitionen in die Tafeln, unter anderem durch geplante neue Kühlfahrzeuge oder die Einführung der softwaregestützten Verwaltung der Donauwörther Tafel.
Sabine Ried, Sozialpädagogin im Sozialpsychiatrischen Dienst der Caritas gab einen inhaltlichen Input im Rahmen eines sehr anschaulichen und mitreißenden Vortrags. Dabei wurde die Bedeutung dieses Dienstes aufgezeigt: im letzten Jahr wurden 5250 Beratungsstunden für über 700 Menschen in unserem Landkreis an den Standorten in Donauwörth und Nördlingen geleistet. Dabei zeigt sich: psychische Belastungen und Erkrankungen sind ein ernstzunehmendes Thema, das quer durch alle Bevölkerungsschichten präsent ist und jeden treffen kann, unabhängig des Bildungs- oder Einkommensniveau, des sozialen Status oder beruflicher Stellung.
Wahlen des Vorstandes und des Caritasrates
Turnusmäßig standen nach vierjähriger Amtszeit die Wahlen der Gremien des Verbandes an. Dabei wurden Doris Ritter als Vorsitzende und Birgit Rößle als ihre Stellvertreterin im Vorstand bestätigt. Im Caritasrat, dem Aufsichtsgremium der Kreiscaritas wurden Konrad Häfele, Wilhelm Roßkopf, Peter Hell, Albert Riedelsheimer und Wolfgang Fackler erneut gewählt. Neu hinzugekommen ist Diakon Michael Hahn von der Jugendstelle des Bischöflichen Seelsorgeamts in Donauwörth. Alle Gewählten nahmen die Wahl an.
Dank an Mitarbeitende und Ehrenamtliche
Zum Abschluss der Versammlung wurde allen Mitarbeitenden, Ehrenamtlichen sowie Partnern und Förderern für ihr Engagement gedankt. Ihr Einsatz sei die Grundlage dafür, dass die Caritas auch in schwierigen Zeiten verlässlich Hilfe leisten könne. (dra)