Forschungsprojekt

Solidarität nach der Flut: Forschungsprojekt sucht Betroffene für Fokusgruppen in Donauwörth

Bild: Andreas Gerstmeier
Im Rahmen des Projekts wird in Donauwörth eine Fokusgruppe mit 8 bis 10 Teilnehmenden durchgeführt. Angesprochen sind Menschen aus der Region, die von den Überflutungen im Juni 2024 betroffen waren.

Die Überschwemmungen im Juni 2024 haben auch in Süddeutschland schwere Schäden hinterlassen und viele Menschen persönlich getroffen. Neben den materiellen Verlusten standen dabei vor allem Erfahrungen von Zusammenhalt und gegenseitiger Unterstützung im Mittelpunkt. Genau hier setzt ein aktuelles Forschungsprojekt des Forschungsinstituts für Nachhaltigkeit (RIFS) in Potsdam an.

Unter der Leitung von Dr. Kim Vender untersucht das Projekt, wie Menschen klimabedingte Verluste und Schäden erleben – und welche Rolle Solidarität dabei spielt, lokal, regional und international. Ziel ist es, die Perspektiven Betroffener sichtbar zu machen und ein besseres Verständnis für gesellschaftliche Reaktionen auf Klimafolgen zu gewinnen.

Fokusgruppen in Donauwörth geplant

Im Rahmen des Projekts wird in Donauwörth eine Fokusgruppe mit 8 bis 10 Teilnehmenden durchgeführt. Angesprochen sind Menschen aus der Region, die von den Überflutungen im Juni 2024 betroffen waren. In moderierten Gesprächsrunden haben Sie die Möglichkeit, ihre persönlichen Erfahrungen, Einschätzungen und Erwartungen zu teilen.

Die Treffen finden einmal monatlich über einen Zeitraum von vier bis sechs Monaten (Juni bis November 2026) statt. Neben dem Austausch untereinander steht die gemeinsame Reflexion darüber im Mittelpunkt, wie Solidarität vor Ort erlebt wurde und wie die gemachten Erfahrungen und Perspektiven internationale Solidarität beeinflussen. 

Zusammenarbeit mit der Caritas

Der Caritasverband Donau-Ries unterstützt das Forschungsprojekt aktiv bei der Ansprache von Teilnehmenden. Während und nach der Hochwasserkatastrophe war die Caritas mit ihren Beratungsstellen ein wichtiger Ansprechpartner für Betroffene in der Region.

Auch heute bietet die Caritas weiterhin psychosoziale Unterstützung für Menschen an, die unter den Folgen der Ereignisse leiden.

Dr. Kim Vender, Projektleiterin am RIFS Potsdam, betont die Bedeutung der Forschung:
„Die Erfahrungen von Menschen, die von klimabedingten Extremereignissen betroffen sind, werden in gesellschaftlichen Debatten noch viel zu wenig gehört. Dabei ist gerade ihre Perspektive entscheidend, um zu verstehen, was Solidarität in Krisensituationen wirklich bedeutet. Unser Projekt möchte diesen Stimmen Raum geben und dazu beitragen, aus den Erlebnissen für zukünftige Herausforderungen, auch im globalen Kontext,  zu lernen.“

Branko Schäpers, Geschäftsführer des Caritasverbandes Donau-Ries, unterstreicht die Rolle des gesellschaftlichen Zusammenhalts:
„Die Hochwasserereignisse im Jahr 2024 haben eindrücklich gezeigt, wie wichtig Solidarität und Zusammenhalt in Krisenzeiten sind. Viele Menschen haben schnelle und unbürokratische Hilfe geleistet. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Belastungen für Betroffene oft lange anhalten. Als Caritas haben wir die Menschen mit unseren Beratungsangeboten begleitet und stehen ihnen auch weiterhin zur Seite. Projekte wie dieses leisten einen wichtigen Beitrag, um Erfahrungen aufzuarbeiten und zukünftige Hilfestrukturen zu stärken.“

Teilnahme und Anmeldung

Interessierte Betroffene sind herzlich eingeladen, sich für die Teilnahme an den Fokusgruppen anzumelden.

  • Ort: Donauwörth (Freiraum Donauwörth)
  • Zeitraum: Juni bis November 2026
  • Dauer: ca. 2 Stunden pro Treffen
  • Aufwandsentschädigung: 10 Euro pro Treffen

Weitere Informationen und Anmeldung unter: https://eveeno.com/fokusgruppe-klimaschaden2