Daheim in Huisheim

Im Sommer schallen Alphörner über Huisheim

Hubert Färber und seine Musikkollegen mit ihren Alphörnern Bild: Hubert Färber
In den Sommernächten sind hin und wieder ungewohnte Töne in Huisheim zu vernehmen. Die Menschen vor Ort wissen aber sofort: Das sind Hubert Färber und seine Musikkollegen Franz, Dominik, Andreas und Werner mit ihren Alphörnern. „Da melden sich gleich die Leute per Handy und freuen sich, dass wir wieder spielen“, erzählt Hubert Färber mit einem Lächeln und fügt hinzu: „Wir spielen dann irgendwo auf einem Berg rund um Huisheim. Da proben wir dann immer so eine Stunde.“ 

Der Alphorn-Klang hat etwas Beruhigendes

Dass das Holzinstrument aus dem Alpenraum mittlerweile auch in Huisheim eine Heimat gefunden hat, liegt vor allem an Hubert Färber. Seine Liebe zur Musik hat der gebürtige Huisheimer schon früh entdeckt und spielt im Musikverein Huisheim-Gosheim das Tenorhorn. Durch einen Musikerkollegen hatte er jedoch das Alphorn kennen und lieben gelernt. 

„Zum einen ist es das Aussehen“, beschreibt er die Faszination. „Zum anderen, weil es das nicht so oft bei uns gibt. Und dann ist da der Klang. Das hat für mich etwas Beruhigendes.“ Daher ließ er sich bei einem älteren Herrn aus Donaumünster ein Alphorn bauen. 

Durch Zufall zur eigenen Alphorn-Werkstatt

Beim Spielen allein sollte es allerdings nicht bleiben. Da Holz für den gelernten Maurer schon immer ein Hobby war, wollte er sein Alphorn auch selbst bauen. Dafür ließ er sich in Donaumünster anlernen. Der ältere Herr schenkte Hubert Färber im Anschluss dessen komplettes Werkzeug und Huisheim hatte seinen eigenen Alphorn-Bauer. 

Mittlerweile hat Färber neun Instrumente hergestellt. Bis zu 100 Arbeitsstunden stecken in einem Instrument, das reine Handarbeit ist. Daher bevorzugt Färber Weichholz, hauptsächlich Fichte. Am Ende hält er ein Instrument von 3,68 m Länge in der Hand. Darauf gilt es zu achten, denn die Länge definiert den Ton. Mit 3,68 m sind Alphörner auf F-Dur gestimmt. 

In zwei Teile zerlegbar begleiten die Instrumente made by Färber die Musiker dann bei ihren Auftritten und Übungssessions in den Bergen der Umgebung. Die Huisheimer freuen sich, wenn die getragenen Töne durch die Gemeinde klingen. Und manchmal ist dann auch ein flottes Stück wie die Schorschi-Polka darunter. 

Redakteur. Unterwegs für blättle und online. Geboren in Augsburg ist er über Freiburg, Wien und München endlich im schönen Donau-Ries angekommen. Hier hat er besonders die Themen Kunst, Kultur, Geschichte und Sport im Blick.

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