Daheim in Fremdingen

Nordriesgemeinde mit Weitsicht

Bild: Tilman2007 via Wikimedia Commons
Rund 2.300 Einwohnerinnen und Einwohner zählt die Gemeinde Fremdingen, die am nördlichen Riesrand liegt. Ein aktives Vereinsleben sowie eine funktionierende Infrastruktur zeichnen die Gemeinde aus, zu der die Ortsteile Hausen, Herblingen, Hochaltingen, Schopflohe, Seglohe, Bühlingen, Enslingen, Eitersberg, Erlhof, Grünhof, Hochstadt, Oppersberg, Raustetten und Uttenstetten gehören.

„Fast einen Blick wie in die Toskana habe man von manchen Stellen in Fremdingen aus“, schwärmt Bürgermeister Frank-Markus Merkt über seine Gemeinde. Doch das ist nicht das Einzige, das ihm auf die Frage einfällt, was Fremdingen ausmacht. „Was mir hier gefällt, ist das unwahrscheinliche Engagement in den Vereinen und im sozialen Bereich, aber auch die Vielfalt der Landschaft mit den großen Wäldern Richtung Franken, der Kontrast, wenn man ins Ries schaut, und die vielen Weiher und Seen in der Umgebung. 

Das macht schon was her!“, so der Bürgermeister. Seit 2014 lenkt er die Geschicke der Gemeinde und will diese vor allem zukunftssicher aufstellen. Deshalb stellt er sich am 8. März 2026 wieder zur Wahl für seine dritte Amtsperiode.

Betreuung und Nahversorgung für alle Generatoren

Damit Fremdingen positiv in die Zukunft blicken kann, seien neben viel Arbeit auch Weitsicht und der Mut gefragt, einfach mal Ideen in den Raum zu werfen – von den Gemeinderäten und Gemeinderätinnen und natürlich auch vom Bürgermeister, betont Merkt. Dabei hat die Gemeinde derzeit einen durchaus komfortablen Status quo. Ortssanierungen wurden in allen Ortsteilen durchgeführt, dazu gehörten auch die Instandhaltung des Kanalsystems sowie der Straßenunterhalt, an dem man stetig weiterarbeiten müsse. Die Betreuung der verschiedenen Altersgruppen in der Gemeinde ist durch Kindergarten, Schule und Seniorenheim gesichert. Dennoch möchte man eine Nachbarschaftshilfe etablieren, um noch mehr Unterstützung bieten zu können.

Bürgermeister Frank-Markus Merkt. Bild: privat

Auch finanziell sei die Gemeinde einigermaßen gut aufgestellt. „Wir haben kein Einnahmen-, aber ein Ausgabenproblem“, erklärt der Rathauschef. Das liege vor allem an der Kreisumlage, die die Gemeindekasse stark belaste, so Frank-Markus Merkt. Auch die verzögerten Auszahlungen von Förderungen durch das Amt für Ländliche Entwicklung machten der Gemeinde zu schaffen. „Im Moment werden bewilligte Förderungen teils mit ein- bis zweijähriger Verspätung ausgezahlt“, informiert Merkt. Schwierig für die Gemeinde, die für die Investitionen dann natürlich in Vorkasse gehen muss.

Insgesamt sei Fremdingen eine Gemeinde, die sich als innovativ bezeichnen könne. So habe man sich beim Thema Waldumbau bereits frühzeitig Gedanken gemacht. „Wir setzen den Waldumbau bereits seit Anfang der 2000er um und nicht erst dann, als es vorgeschrieben war“, erklärt Merkt. Ähnlich sei es beim Thema Windkraft: „Wenn es der Regionalplan nicht schafft, entsprechende Flächen auszuweisen, dann weisen wir diese eben selbst aus“, erklärt der Bürgermeister pragmatisch. 

Auch in Sachen hausärztliche Versorgung habe man nicht erst darauf gewartet, bis die Arztpraxis schließt, sondern sich bereits vorher Gedanken gemacht. „Für uns bedeutet innovativ, zu überlegen, was die Zukunft bringen könnte, und dann zu agieren statt zu reagieren“, betont Merkt. Darum sehe es in Sachen Infrastruktur in Fremdingen auch gut aus. „Wünsche gibt es zwar viele, aber grundsätzlich haben wir eine sehr gute Infrastruktur. Wir haben einen Arzt und stehen mit weiteren in Verhandlungen. 

Außerdem gibt es eine Zahnarztpraxis, einen Metzger, einen Supermarkt, Kindergarten, Grundschule, Seniorenheim und fast in jedem Ortsteil eine Begegnungsstätte“, sagt Merkt. Damit das auch weiterhin so bleibe, sei es wichtig, neue Impulse zu setzen. „Das ist kein Selbstläufer. Man muss Kraft und Energie investieren, Informationen in unterschiedlichen Bereichen sammeln und auch mal von seiner Meinung abrücken“, weiß der Bürgermeister.

Revitalisierung als Zukunftsaufgabe

Ein Thema für die Zukunft sei es, Leerstände zu bekämpfen und Bereiche in der Gemeinde zu revitalisieren. Bei diesem Thema gebe es im gesamten Gemeindegebiet bereits gute Beispiele, aber trotzdem noch Handlungsbedarf. Nach der Wahl soll, so Merkt, wieder eine Klausurtagung stattfinden, um die weitere Zukunft der Gemeinde zu besprechen. „Da darf man auch mal verrückt denken. Manche Projekte werden umgesetzt, andere nicht, weil man am Bedarf vorbeigedacht hat. Es ist wichtig, über den Rand hinauszuschauen. Wenn auch mal etwas im Sande verläuft, hat man wenigstens darüber gesprochen. Das schadet nicht“, erklärt der Bürgermeister.

Auf die Frage, was sich Frank-Markus Merkt für seine Gemeinde wünsche, sagt der Rathauschef: „Sicherlich nichts Materielles, sondern dass man im Gemeinderat, in der Gesellschaft und in den Vereinen weiterhin anständig, offen und fair miteinander umgeht!“

Diese Artikel ist im blättle (Ausgabe 66 Januar/Februar 2026) erschienen. Hier E-Paper lesen: Zum Webkiosk

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