Fasching

Ein Tag im Leben eines Prinzenpaars

Eva und Robin sind auch im echten Leben ein wahres Traumpaar. Bild: Thomas Oesterer
Im Mittelpunkt des Faschingsgeschehens stehen seit dem 11.11. stehen Garden, Männerballetts und natürlich die Prinzenpaare. Am Tag ihrer In­thro­ni­sa­ti­on begleitete unser Redakteur Thomas Österer das Donauwörther Prinzenpaar und durfte dabei einen Blick hinter die Kulissen werfen.

Im Mittelpunkt des Geschehens stehen seit dem 11.11. stehen Garden, Männerballetts und natürlich die Prinzenpaare. Besonders letztere üben seit jeher auf das Publikum eine große Faszination aus, denn ihre Identität bleibt bis zur Faschingseröffnung streng geheim. Umso überraschender war daher die Zusage der Initiative Fasching Donauwörth (IFD), dass wir das diesjährige Prinzenpaar am Tag seiner „Inthronisation“ begleiten dürfen.

,,Eine Papstwahl stelle ich mir leichter vor"

Bevor der große Tag beginnt, lohnt ein Blick zurück. Schon der Weg zur finalen Interview-Zusage zeigt, wie konsequent die Vereine ihre Geheimnisse hüten. Zwar bestätigte der Hofmarschall der IFD, dass meine Anfrage bei Falk Freisleben angekommen sei – doch viele Tage blieb eine Antwort aus, während der 11. November immer näher rückte. 

Erst am 5. November klingelte endlich das Telefon: Am Apparat der neu gewählte Präsident. „Sie können sich nicht vorstellen, wie schwierig es ist, das aktuelle Prinzenpaar geheim zu halten. Die Papstwahl stelle ich mir einfacher vor“, lacht er. 

Mehrere Tage lang habe er vermutet, meine Anfrage könnte ein Trick der Vereinsmitglieder sein, um herauszufinden, ob es überhaupt ein Prinzenpaar geben würde. Denn erst wenige Wochen zuvor – deutlich später als üblich – hatte man überhaupt ein geeignetes Paar gefunden.

Eva und Robin sind auch privat ein Paar

Bild: Thomas Oesterer

Am Tag der Faschingseröffnung war es dann so weit. Ich, meines Zeichens bekennender Faschingsmuffel, treffe am Nachmittag erstmals auf das neue Prinzenpaar: Eva „von den eisernen Schwingen“ und Robin „vom zweiten Schlag“. Das Besondere: Beide waren zur gleichen Zeit Teil eines Kinderprinzenpaares - Robin in Donauwörth und Eva in Monheim.  Die Liebe zur fünften Jahreszeit begleitet beide bereits ihr ganzes Leben. „Ich bin quasi im Faschingsverein aufgewachsen“, erzählt Robin. Die IFD regierte er bereits vor 15 Jahren als Kinderprinz und vor acht Jahren als Prinz. Dazwischen und auch danach war er für viele Jahre Teil der Donauwörther Garde. Dass er nun ein zweites Mal Prinz wird, ist eine echte Besonderheit. Und auch Eva kann auf eine lange Vergangenheit in der Faschingswelt zurückblicken. Über viele Jahre war sie fester Bestandteil sämtlicher Gruppen der Gailachia Monheim. Erst zur vergangenen Session „wechselte“ sie zur IFD und lernte dort ihren jetzigen Faschingsprinzen kennen. 

Ein Kindheitstraum geht in Erfüllung

Als vor wenigen Wochen die Anfrage kam, ob sie gemeinsam das neue Prinzenpaar werden möchten, war die Antwort sofort klar: „Ja, das wollen wir machen.“ Für Eva geht damit ein Herzenswunsch in Erfüllung. „Faschingsprinzessin zu sein, war schon immer mein großer Traum. Dass ich das jetzt gemeinsam mit Robin erleben darf, ist doppelt schön.“ 

Im gemeinsamen Gespräch wird allerdings auch klar: Zum Alltag als Prinzenpaar gehören auch viele Entbehrungen, großer zeitlicher und auch finanzieller Aufwand. So müssen die beiden ihre Outfits fast komplett selbst finanzieren, der Faschingsverein steuert lediglich einen kleinen Zuschuss bei. „Wieviel das sein wird, wissen wir aktuell noch nicht“, erklären die beiden. 

Als Eva und Robin schließlich in voller Montur vor mir stehen, ist der Zauber des Moments greifbar. Eva trägt ein pompöses grünes Kleid, eine feine Krone sowie Perlen und Ohrenmanschetten im Haar – der Look einer „Elfenprinzessin“. Robin erscheint im dunkelgrünen Anzug.

Feierliche Enthüllung als Beginn der gemeinsamen Reise

Bild: Thomas Oesterer

Noch vor der offiziellen „Inthronisation“ führt der Weg ins Fitnessstudio Move nach Donauwörth. Dort wartet eine besondere Überraschung: Schauspieler Ralf Moeller ist zu Besuch und überreicht dem Prinzenpaar das inoffizielle Faschingszepter des Studios. Gleichzeitig bietet der Termin Gelegenheit, noch einmal tief durchzuatmen – denn danach geht alles ganz schnell. Nur noch eine Stunde, dann steht die feierliche Enthüllung in der Reichsstraße an. Bis dahin heißt es allerdings „Warten und Verstecken“. 

Zum ersten Mal bemerke ich bei Eva und Robin eine gewisse Nervosität. Eine Nervosität, die sie bislang gut verbergen bzw. überspielen konnten. Allerdings auch eine Nervosität, die sie schon zuvor bei Auftritten erlebt haben. Eine Frage beschäftigt sie besonders: „Wie wird die Reaktion auf uns sein?“ Die Minuten ziehen sich. Dann die erlösenden Worte: „So, wir sind so weit, ihr könnt euch aufstellen.“ Pünktlich um 17:11 Uhr moderiert IFD-Präsident Freisleben das Paar an, die „Almgugga“ treten zu Seite und zum ersten Mal präsentieren sich die neuen Donauwörther Faschingsregenten ihrem Hofstaat. Ein Mix aus ungläubigen Blicken, Jubel und großem Applaus erfüllt die Straße. 

Viele Wochen der Organisation und der Geheimhaltung liegen hinter ihnen und trotzdem stehen Eva und Robin noch ganz am Anfang ihrer Reise. In den Augen des Paares liegt spürbare Erleichterung, und ein Blick in die Menge – vor allem zu den jüngsten IFD-Mitgliedern – zeigt, was Eva schon am Anfang des Tages sagte: Der Traum einmal Faschingsprinzessin zu werden ist kein Einzelfall. Träumen darf und muss immer erlaubt sein. (dra)

Diese Artikel ist bereits im blättle (Ausgabe 66 Januar/Februar 2026) erschienen. Hier E-Paper lesen: Zum Webkiosk

Redakteur. Schreibt bei uns für Online und blättle. Ist in Donauwörth geboren und aufgewachsen und der Stadt sehr verbunden. In seiner Freizeit als Spieler und Trainer auf den Fußball - und Tennisplätzen der Region zu finden.

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