Der Landkreis Donau-Ries darf sich auch 2026 wieder über einen ausgeglichenen Haushalt freuen. Mit der Zustimmung aller Fraktionen wurde am Montag im Kreistag ein Haushalt beschlossen, der vom scheidenden Landrat Stefan Rößle nicht nur als gesund, sondern als einer „der solidesten Kreishaushalte Bayerns, wenn nicht sogar deutschlandweit“ bezeichnet wurde. Damit wurde auch für 2026 erreicht, die Schuldenfreiheit zu bewahren.
Wie der Bericht von Kreiskämmerer Martin Müller im Detail zeigt, wurde dem Kreisrat ein ausgeglichener Haushalt mit einem Gesamtvolumen von 220,9 Millionen Euro vorgelegt. Damit ist der letzte Haushalt gegenüber dem ersten Haushalt dieser Wahlperiode um satte 67 Millionen Euro angestiegen.
Steigende Einnahmen, aber weniger Vermögenszuführung
Grund hierfür ist hauptsächlich die Einnahmenseite. Die Umlagekraft der Städte und Gemeinden im Donau-Ries beträgt für diesen Haushalt 270,3 Millionen Euro – 23,1 Millionen mehr als noch im vergangenen Jahr. Zu Beginn der Wahlperiode lag die Umlagekraft noch bei knapp 180 Millionen Euro. Das wirkt sich auch auf die Zuführung zum Vermögenshaushalt aus. Nach Finanzierung der laufenden Ausgaben verbleibt im Verwaltungshaushalt eine Zuführung von 6,8 Millionen Euro in den Vermögenshaushalt. Zu Beginn der Wahlperiode lag diese Summe noch bei 11,4 Millionen Euro.
Millioneninvestitionen in Hoch- und Tiefbau
Dennoch kann der Landkreis auch in diesem Haushalt zahlreiche Investitionen einplanen, ohne dafür Kredite aufzunehmen. Insgesamt sind Investitionen in Höhe von 23,4 Millionen Euro vorgesehen. Unter anderem werden 10,8 Millionen Euro im Hochbauprogramm eingeplant, darunter fällt unter anderem die Sanierung der Wirtschaftsschule sowie der vierte Bauabschnitt des Gymnasiums Donauwörth.
Dabei profitiert der Landkreis von den umfangreichen Sanierungsmaßnahmen in Schulen in den vergangenen Jahren. „Zu spüren ist dies an einem erstmals seit Langem zurückgegangenen Investitionsvolumen im diesjährigen Haushalt, das jedoch auch der Tatsache geschuldet ist, dass gut geplant wurde und die größten Maßnahmen bereits umgesetzt werden konnten“, erklärte Stefan Rößle.
Im Tiefbauprogramm sind 5,8 Millionen Euro eingeplant. Hier stehen Maßnahmen wie die Ortsdurchfahrten Rögling und Wolferstadt sowie der Ausbau der DON 39 bei Staudheim im Fokus.
2027 wird eine große Herausforderung für den Haushalt
Allerdings darf der aktuelle Haushalt nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Haushalt 2027 eine große Herausforderung wird. Dieses Jahr sei noch Planbarkeit erreicht worden, wie Stefan Rößle betonte: „Das konnten wir mit der vorgesehenen Beibehaltung des Kreisumlagesatzes von 50 Prozent sicherstellen.“ Dennoch habe man es geschafft, „den erneut stark gestiegenen Bezirksumlagesatz vollständig abzufangen, ohne die Mehrbelastung an unsere 44 Stände und Gemeinden weiterzugeben“. Die Erhöhung der Bezirksumlage um 1,9 Prozent wird somit komplett vom Landkreis geschultert. Mit einem Haken: „Um die Kreisumlage stabil bei 50 Prozent halten zu können, werden wir unsere Rücklage nahezu vollständig aufbrauchen.“ Wobei die Mindestrücklage jedoch zur Verfügung gestellt werden kann.
Eine schwierige Verhandlungsbasis für den Haushalt 2027. Denn es herrschte fraktionsübergreifender Konsens, dass eine weitere Erhöhung der Kreisumlage nicht stattfinden dürfe. Zumindest in diesem Jahr gibt es jedoch zumeist gute Nachrichten vom Haushalt. Selbst die Verlustvorträge am gKU werde man bis Ende 2026 von zehn auf bis zu zwei Millionen Euro senken können.