4. Februar 2020, 10:32

Optisches Signal soll Wildunfälle verhindern

Weil die Wildunfälle im Donau-Ries in den letzten Jahren deutlich zugenommen haben, will der Landkreis nun ein neues System testen. Verkehrsteilnehmer sollen damit gewarnt werden. Bild: pixabay
Geht es nach dem Landkreis könnten in Zukunft Geräte, die entlang der Fahrbahn montiert werden, optisch vor Wildtieren warnen. Als Teststrecke ist derzeit die Kreisstraße zwischen Oppertshofen und Mauren im Gespräch.

Die Zahl der Wildunfälle ist im Landkreis Donau-Ries in den letzten Jahren stetig gestiegen. Am 1. Dezember 2019 wurde der 1000. Wildunfall für 2019 verzeichnet. Die tatsächliche Zahl der Wildunfälle, dürfte allerdings noch deutlich höher sein, da nicht jeder Wildunfall gemeldet wird. Mit 305 Kollisionen passieren die meisten Unfälle auf den Kreisstraßen. Ein besonders dramatischer Fall ereignete sich im Februar letzten Jahres. Damals erfasste eine 32-Jährige zwischen Mauren und Oppertshofen ein Reh mit ihrem Fahrzeug. Sie geriet auf die Gegenfahrbahn und kollidierte mit einem Lkw. Wenige Tage später verstarb die Frau in einer Klinik.

Neues System soll getestet werden

Der Landkreis will nun ein neues System testen das vor Wildtieren warnen soll. "Mit dem neuen System sollen Menschen vor Wildtieren gewarnt werden", erklärte Gerhard Schappin, der Leiter des Tiefbauamtes in der  letzten Sitzung des Kreisbauausschuss. Zwischen Mauren und Oppertshofen soll das neue System auf einer 300 Meter langen Strecke an die Leitpfosten angebracht werden. Da das System  mit Solarstrom arbeite sei es autark, erklärte Schappin weiter. Außerdem seien die Geräte miteinander vernetzt und in der Lage Bewegungen zu erkennen und könnten dann Verkehrsteilnehmer durch ein Blinklicht warnen. Ein Chip dokumentiere zusätzlich den Wildwechsel. 

Projektstart im Frühjahr

Starten soll das Projekt im Frühjahr. Das sich das System bisher noch in einer Testphase befindet, müsse erst noch abgeklärt werden, ob der Landkreis die Zulassungsvoraussetzungen der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) erfüllt. Insgesamt belaufen sich die Kosten für die Testphase an 14 Leitpfosten auf rund 5000 Euro. Im Falle einer positiven Auswirkung, könne man das System dann natürlich ausweiten, so Gerhard Schappin.

Mehrheit für das Projekt

Mehrere Mitglieder des Gremiums sprachen sich positiv für das Projekt aus. Landrat Stefan Rößle sagte: "Ich meine die spürbare Steigerung der Wildunfälle ist ein Auftrag an uns, dass man sich Gedanken macht, was man da tun kann. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert." Kritisch stand Rita Ortler (SPD) dem Projekt gegenüber und stimmte deshalb als einziges Mitglied des Gremiums dagegen.