Kontroverse

Einstimmige Entscheidung für neuen Standort der Gerd-Müller-Statue

Hier wird am 3. November das Gerd-Müller-Denkmal eingeweiht. Bis dahin kommen auf die Stadt Nördlingen noch einige Umbauarbeiten zu. Bild: Thomas Oesterer
Der Nördlinger Stadtrat hat sich in der gestrigen Vollsitzung einstimmig für einen neuen Standort des Gerd-Müller-Denkmals entschieden. Weiter ist unklar, ob die Initiatoren des Bürgerbegehrens jetzt ihr Begehren zurückziehen.

Nach den jüngsten Entwicklungen rund um den Standort des Gerd-Müller-Denkmals in Nördlingen hat der Stadtrat in seiner gestrigen Vollsitzung beschlossen, dass die Statue künftig an der Ecke Herrengasse/Bergerstraße ihren Platz finden soll. Diesen neuen Standort hatte Uschi Müller, Witwe der Nördlinger Fußball-Legende vor rund zwei Wochen bei einem Spaziergang durch Nördlingen ins Spiel gebracht. Im Umkehrschluss bedeutet diese Entscheidung auch, dass der bisherige Standort am Berger Tor revidiert wurde. Der letztendlichen Abstimmung ging eine längere Diskussion voraus, in der alle Fraktionen - die CSU ausgenommen - signalisierten, dass sie den Wunschort der Familie Müller durchaus als geeignet befinden würden.

Stadtrat entscheidet sich einstimmig für neuen Standort

Auch aufgrund einiger ungeklärter Fragen den neuen Standort betreffend, hatte Steffen Höhn, Fraktionsvorsitzender der CSU, zuvor gefordert, man solle eine Entscheidung nicht überstürzen und auf die nächste Stadtratssitzung vertagen. "Wir sollten nicht den Eindruck erwecken, dass der Stadtrat Entscheidungen vorschnell durchpeitscht", so Höhn. Erst nach einer kurzen Sitzungs-Unterbrechung in der sich die Fraktionen beraten konnten, stimmten auch die Christ-Sozialen für den neuen Standortvorschlag.

Backof: "Läuft auf Bürgerentscheid hinaus"

Trotz der einstimmigen Entscheidung des Stadtrats und obwohl die Initiatoren des Bürgerbegehrens vergangenen Freitag in Aussicht gestellt hatten, das Bürgerbegehren auf Basis der neuen Beschlusslage zurückzuziehen, bleibt weiterhin offen, wo das Gerd-Müller-Denkmal letztendlich aufgestellt wird. Rudolf Backof, der als einziger Vertreter der Bürgerinitiative zur Sitzung erschien, erklärte entsprechend: "Unter den jetzigen Voraussetzungen läuft es auf einen Bürgerentscheid hinaus. Das ist aus unserer Sicht die fairste Lösung für alle Seiten." Der Grund hierfür: Laut Backof sei den Initiatoren zu wenig Zeit eingestanden worden, um eine fundierte Entscheidung über die Zukunft des Bürgerbegehrens zu treffen. Außerdem sei man in den vergangenen Tagen stark unter Druck gesetzt worden.

Geplante Einweihung am 15. August rückt in weite Ferne

Sollten die Vertreter des Bürgerbegehrens tatsächlich an ihrem Begehren festhalten, würde in einer Sondersitzung des Stadtrates zunächst der Erfolg des Bürgerbegehrens offiziell festgestellt und ein Bürgerentscheid eingeleitet werden. Dann hat der Stadtrat seinerseits die Möglichkeit, ein Ratsbegehren einzureichen, das dem Bürgerbegehren entgegen gestellt wird. Bei einem Bürgerentscheid, bestünde demnach die Möglichkeit, für den Standortvorschlag der Bürgerinitiative im Hof der ehemaligen Volksschule Mitte (heute Haus der Kultur) oder für den Vorschlag des Stadtrates an der Ecke Herrengasse/Bergerstraße zu stimmen. Unabhängig vom neuen Standort des Denkmals wird in der Zwischenzeit immer ersichtlicher: Sollte es tatsächlich zum Bürgerentscheid kommen, wäre eine Einweihung des Denkmals am 15. August, dem 1. Todestag von Gerd Müller, nicht mehr zu halten.