29. Januar 2020, 09:46

PWG fordert altstadtverträgliches Egerviertel

So sehen die aktuellen Planungen für das Egerviertel aus. Bild: Architekturbüro Schlientz
Grundsätzlich begrüßt die PWG, dass auf dem Gelände der Ankerbrauerei wieder Leben einkehren soll, fordert aber die Planungen auf ein altstadtverträgliches Maß zu bringen.

Grundsätzlich begrüße die PWG, dass auf der Industriebrache der Ankerbräu neues Leben einkehrt und sie begrüßt auch, dass hierbei neuer Wohnraum geschaffen wird. Vor allem die geplante Kindertagesstätte werde dringend benötigt und sollte nicht in eine „Schicksalsgemeinschaft“ mit der Wohnbebauung geworfen werden. "Sie muss so schnell wie möglich gebaut und im Zweifel aus dem Gesamtvorhaben herausgelöst werden", so die PWG in einer Pressemitteilung. 

Der übergroße Besucherandrang bei der Bürgerinformationsveranstaltung zum geplanten Egerviertel zeige, wie wichtig der Antrag der PWG im Nördlinger Stadtrat war, noch vor der Beschlussfassung über den Bebauungsplan, eine Bürgerinformationsveranstaltung durchzuführen. "Damit wurde verhindert, dass bei diesem für die Altstadt von Nördlingen so wichtigen Bauvorhaben hinter verschlossenen Türen vorschnell Fakten geschaffen wurden", so die PWG. 

Die PWG schließt sich der Stellungnahme des Stadtheimatpflegers an, wonach die bisherige Planung auf ein altstadtverträgliches Maß gebracht werden muss. Mag es bei der Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden in Einzelfällen bautechnisch unvermeidbar sein, Ausnahmen von der Altstadtsatzung zu machen, so sei es aus Sicht der PWG nicht nachvollziehbar, wieso bei Neubauten auf einer frei bebaubaren Fläche umfangreiche Ausnahmen und Abweichungen von der gerade erst im Dezember 2019 neu beschlossenen Altstadtsatzung gemacht werden müssen.

"Angesichts der vom Sachverständigen bereits prognostizierten Bodensetzungen samt der daraus resultierenden Gefahren für die Stadtmauer bestehen erhebliche Bedenken hinsichtlich des geplanten Baus einer Tiefgarage mit mehr als 100 Stellplätzen. Insoweit sind auch Befürchtungen der Anwohner, die um die Gebäudesubstanz ihrer Häuser fürchten, nachvollziehbar. Entstehende Schäden müssen nicht nur gemessen und versichert, sondern von vornherein ausgeschlossen werden", so die PWG weiter. 

Weniger Wohnfläche und damit weniger Stellplätze würden es ermöglichen, den erforderlichen Stellplatzbedarf oberirdisch, also ohne Tiefgarage, nachzuweisen. Auch die zusätzliche Verkehrsbelastung der Altstadt würde dadurch reduziert, äußern sich die Parteifreien. 

Die städtebaulich positiven Ansätze im Planentwurf (zum Beispiel die Öffnung zur Eger und die durchgängige Wegeführung in diesem Bereich) könnten sich auch in einer offeneren Gestaltung in Richtung Stadtmauer widerspiegeln. "Blickbeziehungen, die in Nördlingen durch die Stadtmauer sogar auf mehreren Ebenen möglich sind, stellen ein Alleinstellungsmerkmal unserer Stadt dar", so die PWG. 

"Ohne die Debatte mit Kampfbegriffen zusätzlich anzuheizen, muss am Ende auch die soziale Frage erlaubt sein und beantwortet werden, wenn es weiterhin ein gutes Miteinander unterschiedlichster Bevölkerungsschichten in einer lebendigen Nördlinger Altstadt geben soll. Um zu einer Lösung zu kommen und langfristig negative Konsequenzen zu vermeiden, braucht es weder Druckausübung seitens der Investoren, noch ein Bürgerbegehren, das eine „Ganz-oder-gar-nicht-Situation“ provoziert, sondern einen sachlichen und professionell moderierten Dialog zwischen Stadt, Bürger und Bauwerber", heißt es in der Pressemitteilung der PWG.  (pm)