8. Juli 2020, 16:51

Kanzleramtschef besucht Airbus

Kanzleramtschef Helge Braun (2. von Links) neben den beiden Abgeordneten Ulrich Lange (MdB) und Wolfgang Fackler (MdL) Bild: Matthias Stark
Am Mittwoch besuchte Kanzleramtschef Helge Braun Airbus Helicopters in Donauwörth. Er hatte gute Nachrichten im Gepäck. Der CDU-Politiker kündigte an, dass die Bundespolizei die Bestellung von Hubschraubern vorziehen wird.

Gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Wolfgang Fackler und dem Bundestagsabgeordneten Ulrich Lange war Braun nach Donauwörth gekommen, um sich den Standort von Airbus Helicopters anzusehen. Wolfgang Schoder, CEO von Aibus Helicopters, führte die Politiker durch die ausgestellten Hubschrauber. Das Highlight war dabei der CityAirbus, denn das Unternehmen im Hangar C9 präsentierte. "Ich bin heute hier, um mich über die Technologie zu informieren. Deutschland ist hier mit Airbus Helicopters Vorreiter. Nicht viele andere Länder können Hubschrauber bauen. Diesen Vorsprung müssen wir in Deutschland halten. Deshalb ist es richtig und wichtig, dass wir gemeinsam durch die CoVid19-Pandemie kommen. Aus diesem Grund hat der Bund ein Programm in Höhe von 10 Milliaraden Euro aufgelegt, um Bestellungen vorzuziehen. Hieraus wird die Bundespolizei Hubschrauber bei Airbus Helicopters bestellen", kündigte Helge Braun im Anschluss an den Rundgang an.  Wolfgang Schoder machte deutlich, wie wichtig dieser Auftrag sei. "Für Airbus ist diese Bestellung sehr wichtig und sichert uns ab, dass wir gut durch die Pandemie kommen", so der CEO. "Um mit der Politik im Gespräch zu bleiben ist ihr Besuch ein willkommener Anlass. Vielen Dank dafür", so Schoder abschließend. 

Natürlich nutze der Donauwörther Hubschrauberbauer auch die Gelegenheit, einige weitere Themen anzusprechen. Dazu gehörte die Abhängigkeit vom Transporthubschrauber CH-53 und die verpasste Gelegenheit, ein eigenes System zu entwickeln. Auf die Frage, ob man in Donauwörth das Know-How hätte, einen eigenen schweren Hubschrauber zu entwickeln, antwortete Schoder mit einem deutlich "Ja". Damit sich solch ein Szenario nicht bei den Kampfhubschraubern wiederholt warb Schoder dafür, dass die TIGER-Flotte in den nächsten Jahren generalüberholt wird und kein anderes Modell angeschafft wird. "Dann sind die Tiger die nächsten 20 plus x Jahre in der Luft", so der CEO. 

Klares Signal aus Berlin

Aufgrund der Covid-19-Pandemie verzeichnet auch Airbus Helicopters wie viele andere Unternehmen Auftragsrückgänge und hat mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Hier muss die Politik helfen. Der Termin mit Prof. Dr. Helge Braun, Chef des Bundeskanzleramtes, bei Airbus Helicopters in Donauwörth ist ein klares Signal aus Berlin. Neben dem Konjunkturprogramm mit wirtschaftsstärkenden Maßnahmen muss man in allen Bereichen prüfen, inwieweit geplante Aufträge und Investitionen jetzt vorgezogen werden können. Insbesondere sollen Sicherheitsprojekte sowie neue Rüstungsprojekte mit einem hohen deutschen Wertschöpfungsanteil, die noch in den Jahren 2020 und 2021 begonnen werden können, umgesetzt werden. Vor diesem Hintergrund hat nicht nur die Bundesregierung, sondern auch die Bayerische Staatsregierung Prüfungen begonnen, in wieweit Aufträge innerhalb der vergaberechtlichen Möglichkeiten vorgezogen werden können. Wir müssen alles machen, um die Schlüsseltechnologie Hubschrauberbau bei uns in Donauwörth zu erhalten“, betonte Bundestagsabgeordneter Ulrich Lange. 

Wie funktioniert der neue CityAirbus? Diese Frage erörterten die Politiker beim Besuch im Airbus-Werk. Bild: Matthias Stark