Caritas

Armutsaktion 2026 im Landkreis Donau-Ries: Betroffene sollen ihre Stimme erheben

Symbolbild. Bild: pixabay
Die Caritas Donau-Ries sucht Menschen mit Armutserfahrung für einen Austausch mit Politik, Kirche und Sozialverbänden.

Armut hat viele Gesichter. Oft bleiben die Erfahrungen der Menschen, die täglich mit finanziellen Sorgen, eingeschränkten Teilhabemöglichkeiten oder sozialer Ausgrenzung leben müssen, jedoch unsichtbar. Das möchte der Caritasverband für den Landkreis Donau-Ries e.V. ändern und lädt deshalb von Armut betroffene Menschen herzlich ein, sich an der Armutsaktion 2026 zu beteiligen.

Unter dem bundesweiten Motto „Junge Armut!? Gemeinsam für Generationengerechtigkeit“ stehen in diesem Jahr insbesondere die Lebenssituationen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Mittelpunkt. Hintergrund ist, dass junge Menschen überdurchschnittlich häufig von Armut betroffen sind und ihre Anliegen in Politik und Gesellschaft oft zu wenig Gehör finden. 

Der Höhepunkt der Aktion im Landkreis Donau-Ries findet am Mittwoch, 21. Oktober 2026, ab 14:00 Uhr statt. Geplant ist ein offener Austausch zwischen Menschen mit Armutserfahrung, Vertreterinnen und Vertretern der Kommunalpolitik, der Caritas und der Kirche. Erwartet wird zudem der Landes-Caritasdirektor der Caritas Bayern, Dr. Andreas Magg, der die Veranstaltung begleiten und die Anliegen der Betroffenen aufnehmen wird.

„Wer Armut erlebt, weiß am besten, welche Hürden im Alltag bestehen und welche Unterstützung tatsächlich benötigt wird. Diese Erfahrungen sind für politische Entscheidungen und gesellschaftliche Veränderungen unverzichtbar“, betont der Caritasverband.

„Armut ist auch im Landkreis Donau-Ries Realität“, erklärt Branko Schäpers vom Caritasverband. „In unseren Beratungs- und Unterstützungsangeboten erleben wir täglich, mit welchen Belastungen Menschen zu kämpfen haben. Ob in der Allgemeinen Sozialberatung, der Schuldner- und Insolvenzberatung, im Sozialpsychiatrischen Dienst für psychisch erkrankte oder suchtkranke Menschen, im Betreuungsverein oder im Ambulant Betreuten Wohnen: Hinter jeder Statistik stehen persönliche Schicksale. Wir möchten, dass diese Menschen gehört werden und ihre Erfahrungen direkt in Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern, Kirche und Gesellschaft einfließen können.“

Die Aktion bietet Betroffenen die Möglichkeit, von ihren persönlichen Erfahrungen zu berichten, Herausforderungen anzusprechen und konkrete Wünsche und Verbesserungsvorschläge einzubringen. Themen können beispielsweise bezahlbarer Wohnraum, Bildungschancen, Mobilität, Kinderbetreuung, finanzielle Belastungen oder die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sein. Diese Fragen stehen auch im Mittelpunkt der bundesweiten Armutswochen des Deutschen Caritasverbandes. 

Der Caritasverband für den Landkreis Donau-Ries e.V. möchte insbesondere Menschen ermutigen, die selbst von finanziellen Schwierigkeiten betroffen sind oder waren. Eine Teilnahme ist unabhängig vom Alter möglich. Wer seine Erfahrungen einbringen möchte, muss keine besonderen Voraussetzungen erfüllen.

Jetzt mitmachen

Interessierte Betroffene, die sich an der Armutsaktion beteiligen oder vorab ihre Erfahrungen teilen möchten, können sich beim Caritasverband für den Landkreis Donau-Ries e.V. melden. Sie sind herzlich willkommen, den Nachmittag mit uns und Entscheidungsträgern aus unserem Landkreis zu verbringen. 

Gemeinsam soll ein Zeichen gesetzt werden für mehr gesellschaftliche Teilhabe, mehr Chancengerechtigkeit und eine Politik, die die Lebenswirklichkeit von Menschen in Armut stärker berücksichtigt. (dra)