31. Oktober 2019, 15:03

Ausbildungsmarktbilanz 2019

Bild: Bundesagentur für Arbeit
Viele offene Ausbildungsplätze stehen Jugendlichen im Landkreis Donau-Ries zur Verfügung. Für Arbeitgeber wird es hingegen immer schwieriger, ihren Nachwuchsbedarf zu decken.

Richard Paul, Vorsitzender der Agentur für Arbeit Donauwörth, informiert über die aktuelle Jahresbilanz: „Der Ausbildungsmarkt im Landkreis Donau-Ries stellt sich auch im Berichtsjahr 2018/2019 zum achten Jahr in Folge als sogenannter 'Bewerbermarkt' dar. Das heißt, wir haben mehr gemeldete Berufsausbildungsstellen als Bewerber. Das ist einerseits eine angenehme Situation für die Schüler, die auswählen können und oftmals in ihrem Wunschberuf eine Ausbildung beginnen. Auf der anderen Seite haben die Betriebe durch den demographischen Wandel und den Trend zu einem längeren Verbleib im Schulsystem zunehmend Schwierigkeiten, ihren Nachwuchskräftebedarf zu decken. Besonders im Baugewerbe und Handel blieben viele
Stellen unbesetzt.“ Am Stichtag 30. September waren im Landkreis Donau-Ries noch 141 unbesetzte Ausbildungsstellen und sechs unversorgte Bewerber gemeldet. „Für diese Jugendlichen gilt es jetzt, adäquate Alternativen zu finden, denn das Ende eines Berichtsjahres ist nicht das Ende der Vermittlungsaktivitäten. Außerdem melden sich bei der Berufsberatung auch jetzt noch Jugendliche, die z. B. keinen Studienplatz gefunden haben, eine weiterführende Schule abbrechen und nun doch eine duale Berufsausbildung anstreben. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass bis zum Jahresende noch einige der unbesetzten Stellen mit Auszubildenden besetzt werden können und im Gegenzug bislang unvermittelte Bewerber einen Ausbildungsplatz oder eine Alternative finden“ berichtet der Agenturchef. 

Angebot und Nachfrage am Ausbildungsmarkt 

Im Berichtsjahr 2018/2019 wurden 1.633 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Plus von drei Stellen oder 0,2 Prozent. Die Zahl der Bewerber ist dagegen im Vorjahresvergleich um 64 oder 5,4 Prozent auf 1.115 gesunken. Am Stichtag 30. September waren sechs Jugendliche noch unversorgt (2018: sieben unversorgte Bewerber) und 141 Ausbildungsstellen unbesetzt (2018: 188 unbesetzte Ausbildungsstellen). „Besonders der Handel und das Baugewerbe haben, wie seit einigen Jahren, große Probleme, den Nachwuchs zu sichern. Aber auch in anderen Branchen konnten Ausbildungsstellen nicht besetzt werden. In den Berufen Anlagenmechaniker/in – Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik blieben 13 Stellen, Kaufmann/frau im Einzelhandel acht Stellen, Gärtner/in – Zierpflanzenbau sechs Stellen, Kfz-Mechatroniker/in – PKW-Technik sechs Stellen und  Zimmerer/Zimmerin fünf Stellen offen. Für die Berufe Fachkraft – Lagerlogistik, Kaufmann/frau – Groß- und Außenhandel, Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r, Maler/Lackierer/in und Verkäufer/in suchen die Arbeitgeber ebenfalls noch Azubi, “ informiert der Leiter der Donauwörther Arbeitsagentur.

Bewerber im Kontext von Fluchtmigration 

Die Zahl der Bewerber im Kontext mit Fluchtmigration, die sich im Beratungsjahr 2018/2019 für eine duale Ausbildung interessiert haben, ist deutlich zurückgegangen. Insgesamt waren 20 junge Menschen gemeldet, das sind 14 oder 41,2 Prozent weniger als vor einem Jahr. (pm)