20. September 2017, 16:31

In vier Monaten um die Welt

Amelie hat sich auf ihrer Weltreise auch selbst besser kennengelernt Bild: privat
Amelie Beck aus Donauwörth war auf Weltreise. Die 19-Jährige war vier Monate unterwegs und berichtet vom Reisen alleine, von ihren Erlebnissen und warum die Reise sie verändert hat.
Eine Weltreisende berichtet von der Reise ihres Lebens
"Ich habe von vielen Reisenden gehört, dass es die schönste Zeit ihres Lebens war und ich wollte die Chance nicht verpassen, dieses Gefühl selbst zu erleben. Meine Ausbildung war eine sehr schöne Zeit und an meiner Arbeitsstelle habe ich mich sehr wohl gefühlt, jedoch wollte ich nicht schon mit 19 Jahren dort angekommen sein, wo ich war. Ich wollte mehr! Die Welt sehen! Die Zeit nach der Ausbildung war der perfekte Zeitpunkt, die Reise meines Lebens zu starten.
Das Hostel in Bangkok hatte eine Dachterrasse Bild: privat
Für mich ging es am 19. Februar 2017 los und ich war insgesamt vier Monate unterwegs. Mein erstes Ziel war Thailand, dann ging es weiter nach Bali, dann nach Australien, Hawaii bis nach New York. An welchem Ort es mir am besten gefallen hat, kann ich tatsächlich gar nicht sagen. Jedes Land, jeder Ort hat etwas ganz eigenes und wunderschönes. Es sind eigentlich die Erlebnisse, die ich rund um den Globus hatte, die mich an die schöne Zeit erinnern. Während der Reise habe ich nämlich viele Dinge ausprobiert, vor denen ich immer ein bisschen Angst hatte. Ich war tauchen und bin aus einem Flugzeug aus 15.000 Fuß gesprungen. Für jeden, der auch einmal eine solche Reise machen will, dem gebe ich den Rat, nicht zu planen oder die Tage nicht schon vorher zu strukturieren. Das Beste ist, spontan zu sein. Man lernt jeden Tag neue Menschen kennen, darunter sind natürlich auch immer andere Reisende aus der ganzen Welt.
Ich hatte nie das Bedürfnis, meine Koffer zu packen und wieder nach Hause zu fliegen. Es gab aber eine Situation, die ganz schön blöd war: Mir wurden mein Handy und meine Kreditkarte gestohlen, als ich einen Moment nicht aufgepasst hatte. Im ersten Moment habe ich mir tatsächlich überlegt, die Reise abzubrechen. Es waren aber so viele hilfsbereite Menschen für mich da, die mich unterstützt haben. Zum Glück hatte ich eine zweite Kreditkarte dabei. Ich habe schnell gemerkt, dass vieles um uns herum materielle Dinge sind, die man ersetzen kann. Davon geht die Welt nicht unter. Ich hatte jeden Tag so viele neue Eindrücke um mich herum, jeder Tag war anders und aufregend, da war mein Heimweh gar nicht so groß. Ich habe die Zeit genossen und war dankbar, das alles erleben zu dürfen.
Auf Balie war Amelie auf dem Vulkan Mount Batur Bild: privat
Jetzt, wieder zu Hause angekommen muss ich sagen, dass die Reise meine Sicht auf manche Dinge verändert hat. Ich bin verantwortungsbewusster und offener für so vieles geworden. Ich habe so viele Kulturen kennengelernt und das hat doch so manche meiner Einstellungen verändert. Alleine zu reisen war für mich kein Problem, sondern eher ein großer Vorteil. Dadurch lernte ich mich selbst besser kennen und baute auch leichter zu anderen Kontakt auf. Ich war unabhängig und frei. Ich habe zwar meine Flugtickets vor meiner Reise gebucht und meine Route geplant, der Rest blieb ungeplant. Es kam sowieso immer anders als geplant.
Wenn ich noch einmal eine Reise wie diese mache, dann werde ich alles genauso tun, wie in diesen vier Monaten. Wohin es das nächste Mal gehen soll, das kann ich noch nicht genau sagen. Vielleicht nach Afrika oder Indien. Ich werde jetzt mein Abitur machen und danach wieder auf Reisen gehen. Denn das Reisen ist das Schönste auf der Welt!"