25. Januar 2017, 17:00

Damals: Der letzte Oettinger Hafner - Tradition bis ins 18. Jahrhundert

Bis zum Jahr 1737 lässt sich die Geschichte der Hafner-Familie Bittner aus Oettingen zurückverfolgen. Bild: Fam. Bittner
[caption id="attachment_40914" align="alignleft" width="206"] Anfang der 1950er Jahre: Friedrich Bittner bei einer Töpfervorführung im Oettinger Museum. (Bild: Foto Fischer, Oettingen)[/caption]

Damals
Anfang der 1950er Jahre: Friedrich Bittner bei einer Töpfervorführung im Oettinger Museum. Bild: Foto Fischer, Oettingen
Damals & Heute Teil 1: Im aktuellen blättle Nummer 12 haben wir Euch die Geschichte der Hafner-Familie Bittner aus Oettingen erzählt. Lest hier, wie weit sich die Hafner-Tradition in Oettingen zurückverfolgen lässt.
Oettingen  - Die Geschichte der Familie Bittner lässt sich bis in das Jahr 1737 zurückverfolgen....
Der Ahnvater der Familie, ein aus Nördlingen stammender Sohn eines Maurers mit dem Namen Kaspar Burger, verheiratete sich eben in diesem Jahr in Oettingen und ließ sich dort als Hafner nieder. Der Sohn von Kaspar Burger, Johann Friedrich, eröffnete 1775 eine eigene Werkstatt, die in der Nähe des väterlichen Betriebs lag. Da er jedoch keine männlichen Nachkommen hatte, wurden Haus und Werkstatt über die Töchter weitergegeben. Die Ältere heiratete den Hafner Johann Friedrich Lockhorn aus Mönchsroth, die jüngere Maria Christine im Jahr 1789 den Schuhmacher Adam Bittner.
Der Sohn von Maria Christine und Adam, Johann Christian, trat nicht in die Fußstapfen des Vaters, sondern folgte der mütterlichen Familientradition und erlernte, wie vorher schon sein Großvater und sein Onkel, das Handwerk des Hafners.
Seine Lehre absolvierte er 1823 bis 1826 bei seinem Vetter Andreas Lockhorn. Den Familienbetrieb konnte er allerdings nicht übernehmen, da dieser bereits von Andreas Lockhorn geführt wurde. Nach seinen Wanderjahren erwarb er deshalb 1837 in Oettingen das Anwesen des katholischen Hafnermeisters, Johann Jakob Staudhammer, der ob seines Alters das Hafnerhandwerk aufgeben wollte. Bittner erwarb das halbe Haus inklusive einigem an Werkzeugen. Mehrere Söhne des Johann Christian Bittner wurden Hafner. In Oettingen führten zwei von ihnen, Christian Friedrich und Friedrich Gustav, wiederum einen eigenen Hafnerbetrieb. Auch der Sohn von Christian Friedrich, der auf den Namen Friedrich hörte, erlernte das Hafnerhandwerk und legte 1906 seine Meisterprüfung als Ofenbauer ab.
Der letzte Hafner in Oettingen stammte ebenfalls aus der Familie Bittner und hieß - wie sein Großvater - Friedrich. Mit ihm endete die Hafner-Tradition in Oettingen. Fertigte er zunächst wie die Generationen vor ihm, zuerst noch Geschirr, verlegte er sich später ganz auf den Ofenbau.