20. August 2019, 08:00

In Donauwörth braut sich was zusammen

Simon Baumer (links) und Robert Heinrich (rechts) brauen gemeinsam Bier. Bild: privat/Donauwörther Brauhaus
Bild: Privat
Simon Baumer, Robert Heinrich und Bernhard Strauch wollen die reiche Donauwörther Bierbrau-Tradition wieder aufleben lassen. Das Donauwörther Brauhaus steht für handwerklich gebrautes Bier aus Donauwörth für Donauwörth.

Die Geschichte der Bierbrauerei in Donauwörth reicht lange zurück. Schon um das Jahr 1571 gab es die Kronenbrauerei in der Berger Vorstadt. 1973 wurde sie von Herrnbräu aus Ingolstadt aufgekauft. 1981 schloss die Brauerei dann endgültig. Seit fast 40 Jahren gibt es keinen selbstgebrauten Gerstensaft mehr in der Stadt. Bis jetzt. Simon Baumer, Robert Heinrich und Bernhard Strauch haben es sich nämlich zur Aufgabe gemacht, die reiche Brau-Tradition ihrer Stadt wieder aufleben zu lassen.

Baumer ist Biologe und beschäftigt sich schon seit über drei Jahren mit der Kunst des Bierbrauens, Heinrich ist Gastronom und Bernhard Strauch, der Mann für die Zahlen – beste Voraussetzungen also für das „Donauwörther Brauhaus“.

Im März haben die drei angefangen zu brauen, am Maimarkt in Donauwörth gingen ihre Biere an den Start und zwar mit großem Erfolg. Gut 450 Liter haben die drei an ihrem Stand verkauft und ausgeschenkt – die Resonanz war überwältigend. Dass ihre Biere so gut ankommen, haben Baumer und Heinrich selbst fast nicht glauben können. Am Ende des Markttages waren sie komplett ausverkauft. Im Juni wurde dann für Nachschub gesorgt und neugebraut. Die verschiedenen Biersorten, die im Donauwörther Brauhaus gebraut werden, haben nichts mit den sogenannten „Craft Bieren“ zu tun, also Kreativbiere, die außerhalb des Bayerischen Reinheitsgebots die Bierstile neu interpretieren. Als „bodenständige und traditionelle Braukultur“ beschreibt Heinrich die Donauwörther Biere.

Landbier, Weizen und Dunkles

Momentan gibt es vom Donauwörther Brauhaus drei verschiedene Biere. Das „Landbier“ beschreibt Baumer als kräftig, bernsteinfarben, süßlich und fruchtig im Abgang. Es wird, anders als das typische Helle, obergärig gebraut, nach dem Brauvorgang schwimmen die Hefekolonien oben auf dem Brausud und können abgeschöpft werden.

Zu den typischen obergärigen Bieren gehört auch das Weizen. Robert Heinrichs und Simon Baumers Weizen ist leichter und süffi ger als das herkömmliche Weißbier und kann als vollmundig und spritzig mit leichter Zitrusnote beschrieben werden. Dass das Bier in der Flasche gärt, ist außerdem ein Zeichen für gutes Bier. Das dritte Bier vom Donauwörther Brauhaus ist das „Dunkle“, es wird ebenfalls obergärig gebraut und hat angenehme Röstaromen. Wichtig ist den dreien, regionale Produkte zu verwenden und traditionelle Brauverfahren anzuwenden. Auch können sie sich vorstellen, alte Donauwörther Bierbraurezepte wieder einmal zu verwenden.

Bayerische Biertradition modern interpretieren

Bis jetzt wird in einem Nebenraum von Robert Heinrichs Café gebraut. Dafür haben die drei eine Brauanlage angeschafft, welche für 50 Liter ausgelegt ist. Dauerhaft wird die Anlage allerdings nicht ausreichen, denn Heinrich, Baumer und Strauch wollen das Donauwörther Brauhaus groß aufziehen.

Derzeit suchen sie nach Räumlichkeiten für ihr Brauhaus. Optimal wäre ein Gebäude, in dem die jungen Bierbrauer Brauhaus und Gastwirtschaft miteinander verbinden und so die bayerische Biertradition in Donauwörth modern interpretieren können. Ziel von Simon Baumer, Robert Heinrich und Bernhard Strauch ist es nun, eine geeignete Immobilie zu finden – vielleicht ist es schon bis zum Ende dieses Jahrs soweit – im Gespräch mit potentiellen Vermietern sind die drei bereits. Die Biere vom Donauwörther Brauhaus können derzeit im Café la Kami probiert werden.