25. März 2020, 08:00

Vom Eisenbahnwaggon zum High-Tech-Helikopter

Der H135. Bild: Christian Keller
Die Firma Airbus entwickelt, vertreibt und betreut weltweit die umfangreichste Produktpalette an Helikoptern. Vom einmotorigen Leichthubschrauber
bis hin zu Transporthubschraubern der Elf-Tonnen-Klasse . Teil 4 unserer Wochenserie "Made in Donau-Ries".

Das in Donauwörth gelegene Werk ist der deutsche Hauptsitz des Unternehmens. Rund 6 500 Mitarbeiter sind dort beschäftigt, in der Region ist das Unternehmen der größte Arbeitergeber.

Jahrzehntelange Geschichte im Zeichen von Innovation

Keimzelle des Unternehmens war die Waggon und Maschinenbau GmbH Donauwörth (WMD), gegründet im September 1946. Höhepunkt ihrer Geschäftstätigkeit war der Roll-Out des ersten ICE Mittelwaggons im Jahre 1986. Am Luftfahrzeugbau der deutschen Nachkriegsgeschichte ist Donauwörth seit 1952 beteiligt. Die am 18. November 1952 gegründete Siebel-Werke ATG GmbH (SIAT) wurde 1956 von der WMD
übernommen. 1972 wurde die WMD/SIAT zum Unternehmensbereich Verkehr der Messerschmitt Bölkow Blohm GmbH (MBB). Nach Aufhebung des Flugzeugbauverbotes in Deutschland 1956 waren die Donauwörther durch die Fertigung von Bausegmenten für Noratlas, Transall, Phantom, Tornado sowie für die Airbus A300 und A310 beinahe an allen militärischen und zivilen Flugzeugproduktionen beteiligt. Im Jahr 1992 fusionierten die Hubschraubersparten von MBB, inzwischen Teil der Daimler- Benz Aerospace (DASA), mit der französischen Aérospatiale zum europäischen Konzern Eurocopter. Unter dessen Initialen „EC“ flogen bis ins Frühjahr 2015 Hubschrauber in der ganzen Welt. Im Januar 2014 wurde Eurocopter in Airbus Helicopters umbenannt.

Produktion und Service von A bis Z

Der zweimotorige zivile Leichthubschrauber H135 wird von der Kabine über die Elektronik bis hin zu den Rotorblättern in Donauwörth gefertigt. Mit über 1300 verkauften Maschinen seit der Einführung im Jahr 1996 ist die H135 zum Weltmarktführer ihrer Klasse avanciert. Die Montage dieses Hubschraubers erfolgt über eine Fließfertigung. An insgesamt 16 Stationen sind einzelne Teams jeweils für spezielle Aufgaben verantwortlich, z.B. den Kabeleinbau, die Montage der Triebwerke, den Anbau des aus Spanien gelieferten Heckauslegers oder den Einflug.

Modernste Technik – nicht nur für Hubschrauber

Die Breite des Know-hows am Standort Donauwörth spiegelt sich neben dem Hubschrauberbau auch in anderen Aufgabenbereichen wider. Für Airbus-Flugzeuge fertigt das Werk in Donauwörth jährlich mehr als 5000 Passagier- und Frachttüren.