Kaum hat die Natur den Winter verabschiedet, starten verstärkt die Pilger in ganz Deutschland von Stade im hohen Norden bis Mittenwald im Süden, um auf dem alten Rom-Weg der VIA ROMEA GERMANICA zu pilgern. Europäische Geschichte findet vielerorts auf dieser Pilgerroute statt, die ganz Deutschland und Österreich durchquert und auf ihrem Weg über Südtirol, Oberitalien und die Toskana in die Ewige Stadt nach Rom führt.
Märzenbecher-Pilgern
Wie könnte sinnbildlich „Aufbruch“ im Jahreskreis besser symbolisiert werden als beim Schneeglöckchen- oder Märzenbecher-Pilgern auf einer kleinen oder größeren Etappe entlang der deutschen Via Romea Germanica durch die Heide, den Harz, die Rhön, das Donautal oder das Voralpenland? – Die eisfreie Alpenüberquerung auf der alten Kaiserstraße nach Südtirol kann dann hervorragend im Sommer oder Frühherbst angegangen werden.
Übrigens: Die VIA ROMEA GERMANICA lässt ein Stück Europa wieder näher zusammenrücken und geht auf die Pilgerreise von Abt Albert von Stade zurück. Dieser begab sich im Jahre 1236 von Stade auf eine lange Reise zum Papst nach Rom und wieder zurück. Der Abt hinterließ mit dem „Stader Itinerar“ eines der ältesten Reisedokumente. Wie zahlreiche Pilgerwege geriet auch der Pfad von Norddeutschland nach Rom über viele Jahrhunderte in Vergessenheit. Doch seit einigen Jahren besteht nun wieder Möglichkeit, auf diesem alten Pilgerpfad zu gehen und die verschiedensten Naturlandschaften zu erleben.
Die VIA ROMEA GERMANICA verbindet Menschen aus drei europäischen Ländern, zwei Sprachen, unzählige Dialekte und Volksgruppen, sie verbindet geschichtliche Wurzeln mit Vielfalt in Kulinarik, Brauchtum und Tradition und schöpft damit aus einem reichen kunst- und kulturhistorischen Schatz Europas. Dies sollte man sich nicht entgehen lassen …!
Vielerorts machen sich entlang der Route Pilger auf, um im Frühling in Gemeinschaft oder allein ein Stück entlang des Romweges zu gehen, um das Frühlingserwachen in der Natur mit Märzenbechern und Frühblühern bewusst zu erleben. (dra)
Weitere Infos, GPX-Tracks und Routenkarten auf der Homepage www.viaromeagermanica.de .